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Autor: Roland Rischer / 06. März 2013, 20:17 Uhr

Materialfehler gefährdete CRS 1 letzten Oktober

Nicht nur der jetzige, zweite Dragon-Versorgungsflug zur ISS hatte seine spannenden Momente. Auch der erste Flug am 7. Oktober 2012 hatte eine gewisse Dramatik, als sich kurz nach dem Start eines der neun Triebwerke der Falcon-9-Rakete unplanmäßig abschaltete. Der Untersuchungsbericht liegt nun vor, bleibt aber unter Verschluss.

Quelle: Spaceflight Now, Orbcomm, Raumcon
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Auf einer Pressekonferenz im Vorfeld des jüngsten Dragon-Fluges CRS 2 (Commercial Resupply Service) zur ISS am 1. März 2013 mussten die SpaceX-Verantwortlichen auch auf Fragen nach dem Triebswerksausfall in der ersten Stufe der Trägerrakete Falcon 9 bei der CRS-1-Mission antworten. Damals schaltete sich 79 Sekunden nach dem Start eines der insgesamt neun Merlin-1C-Triebwerke ab. Der Abgasstrahl verfärbte sich Dunkel. In Zeitlupenaufnahmen ist zu erkennen, wie Trümmerteile aus der Verkleidung im Strahl mitgerissen werden.

SpaceX

Zunächst Anlass zu ernster Besorgnis - Trümmerteile im Abgasstrahl aus der Verkleidung der Falcon 9
(Bild: SpaceX)
Die CRS-1-Mission war dennoch erfolgreich. Die Dragon-Kapsel erreichte bekanntlich ihr Ziel. Allerdings wurde der als zweite Nutzlast mitgeführte Kommunikationssatellit der zweiten Generation von Orbcomm (OG2-Prototyp) aus Sicherheitsgründen von der Falcon-Rakete nicht weiter in die vorgesehene Umlaufbahn (350 x 750 km-Orbit) getragen. Das hätte eine zweite Zündung der Merlin-Triebwerke erfordert, die im schlimmsten Szenario die Sicherheit der ISS gefährdet hätte. Das musste die NASA ausschließen. Der Orbcomm-Prototyp wurde in einer niedrigeren Umlaufbahn (203 x 323 km-Orbit) ausgesetzt, wo er eine erheblich geringere Nutzungsdauer hat.

Von SpaceX und NASA wurde sofort nach dem Vorkommnis eine Untersuchungskommission gebildet. Die Merlin-1C-Triebwerke wurden ausführlichst untersucht und getestet. Allerdings sind bei solchen nicht-zerstörenden Tests enge Grenzen gesetzt. Der Untersuchungsbericht liegt inzwischen vor, bleibt aber auf Anweisung des US-Außenministeriums unter Berufung auf Exportkontrollgesetze der USA bis auf Weiteres unter Verschluss.

SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell gab auf besagter Pressekonferenz dennoch Hinweise und wird von Spaceflight Now zitiert. Demnach brach die Kevlar-Ummantelung eines der Merlin-Triebwerke aufgrund eines unentdeckten Materialfehlers. Dies führte zu einem Druckabfall in der Brennkammer. Wegen des Druckabfalls schaltete der Bordcomputer das Triebwerk ab. Für den planmäßigen Weiterflug einer Falcon-9-Rakete ist das Abschalten eines der neun Triebwerke kein Problem. Es ist im Gegenteil durchaus eine Maßnahme zur Schubregulierung, dann aber geplant. Die in diesem Fall zunächst unklaren Umstände und die Trümmerteile ließen die NASA am 7. Oktober 2012 jedoch vorsichtig bezüglich weiterer Zündversuche sein.

SpaceX äußerte sich nicht zur Notwendigkeit technischer Modifizierungen. Die NASA als Kunde von SpaceX war offensichtlich mit dem Untersuchungsergebnis zufrieden und sah keinen technischen Grund, den Start zum zweiten Versorgungsflug CRS 2 zu verschieben. Das Verlustrisiko wurde nicht höher als bei vorhergehenden Flügen eingeschätzt. Deshalb wurde die Dragon-Kapsel auch ohne Einschränkungen wie geplant beladen.

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