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Autor: Thomas Weyrauch / 06. September 2009, 17:44 Uhr

Palapa-D1 in Geotransferorbit manövriert

Der Hersteller des indonesischen Kommunikationssatelliten, Thales Alenia Space, teilte am 3. September 2009 mit, es sei nach drei treibstoffsparend ausgeführten Manövern gelungen, Palapa-D1 in einen Geotransferorbit zu bringen.

Quelle: Thales Alenia Space, raumfahrer.net, nsf
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Thales Alenia Space

Palapa-D1 - künstlerische Darstellung
(Bild: Thales Alenia Space)
ESA

Antennenanlagen in Fucino
(Bild: ESA)
Palapa-D1 war am 31. August 2009 auf einer chinesischen Rakete des Typs Langer Marsch 3B mit der Seriennummer Y8 vom Xichang Satellite Launch Center im Südwesten Chinas aus in den Weltraum gebracht worden. Durch ein Problem in der dritten Stufe der Trägerrakte gelangte der Satellit nicht die eigentlich vorgesehene Bahn um die Erde, einen Geotransferorbit (GTO), von dem aus der Satellit unter Verwendung seines eigenen Antriebssystems mit S400-Apogäumsmotor eine Position im Geostationären Orbit hätte erreichen sollen.

Rund zwanzig Minuten nach dem Start um 11:28 Uhr MESZ trat in der dritten Stufe der Langer Marsch 3B eine Fehlfunktion auf, und die beiden mit flüssigem Wasserstoff und flüssigem Sauerstoff betriebenen YF-75-Raketenmotore konnten Rakete und Nutzlast nicht auf die vorgesehene Geschwindigkeit beschleunigen. Die Brennschlußgeschwindigkeit fiel zwischen 350 und 400 Meter pro Sekunde zu gering aus. Die Nutzlast, Palapa-D1, wurde trotzdem ausgesetzt, die dritte Rakettenstufe und der Satellit bewegten sich zunächst auf Bahnen in sehr ähnlich Höhen (im Bereich von etwa 210 x 21.150 Kilometern über der Erde) und mit einer Neigung von etwas über 22 Grad.

Von der Bodenstation in Fucino in Italien konnte der Satellit gegen 17:00 Uhr MESZ am 31. August aufgefasst werden. Nachdem eine Kommunikationsverbindung zu dem Raumfahrzeug hergestellt worden war, gingen Spezialisten von Thales Alenia Space daran, eine Strategie zu entwickeln, wie man Palapa-D1 doch noch auf den richtigen Weg bringen könnte.

Der Apogäumsmotor des Satelliten mit einem Schub von 400 Newton wurde schließlich benutzt, um Palapa-D1 mit drei Brennphasen in eine Umlaufbahn zu steuern, die nun als Ausgangsbahn für einen dem üblichen Ablauf nahekommenden Prozess der Inbetriebnahme und Positionierung des Satelliten dienen soll. Mittlerweile ist bei einer auf unter 8 Grad gesunkenen Bahnneigung das Perigäum, der der Erde nächstliegende Bahnpunkt, auf rund 9.630 Kilometer über der Erde, und das Apogäum, der erdfernste Bahnpunkt, auf rund 35.680 Kilometer über der Erde angehoben worden.

Die für Palapa-D1 vorgesehene Position im Geostationären Orbit liegt bei bei 113 Grad Ost. Geplant war, den Satelliten als Ersatz für Palapa-C2 zu betreiben und insbesondere auch für Breitbandinternetanwendungen einzusetzen. Die ursprünglich vorgesehene Betriebsdauer von Palapa-D1 beträgt 15 Jahre. 17,5 Jahre sollte die Manövrierbarkeit des Satelliten sichergestellt sein. Nachdem für die bereits ausgeführten Manöver zum Erreichen eines Geotransferorbits Treibstoff aus dem an Bord des Satelliten befindlichen Vorrat eingesetzt wurde, ist von einer reduzierten Lebenserwartung auszugehen.

Palapa-D1 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 35.812 bzw. als Objekt 2009-046A.

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