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Autor: Axel Nantes / 07. August 2018, 18:17 Uhr

SpaceX bringt Telkom 4 ins All

Telkom 4 ist im All. Noch während der Kommunikationssatellit auf der zweiten Stufe der verwendeten Falcon-9-Rakete unterwegs war, gelang die Landung der ersten Stufe auf einer Seeplattform.

Quelle: SpaceX, SS/L, Telkom
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SpaceX

Bild vergrößernFalcon 9 mit Telkom 4 auf der Startrampe ...
SpaceX

Bild vergrößern... und kurz nach dem Abheben
(Bilder: SpaceX)
Um 5:18 Uhr Weltzeit (UTC) am 7. August 2018 erfolgte das Abheben der zweistufigen Falcon-9-Rakete von SpaceX mit dem Kommunikationssatelliten Telkom 4 alias Merah Putih für den Kommunikationssatellitenbetreiber PT Telekomunikasi Indonesia (Telkom) aus Indonesien mit Sitz in Bandung an Bord. Der Flug der mit den für eine erfolgreiche weiche Landung notwendigen Komponenten wie Landebeine und Steuerflächen ausgestatteten Rakete begann von der Startrampe 40 auf Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida zu Beginn eines rund zwei Stunden langen Startfensters.

Für den transportierten Satelliten endete er mit dem Aussetzen auf der vorgesehenen Transferbahn, für die erste Stufe, den Core B1046, mit der Landung auf der Seeplattform "Of Course I Still Love You" im Atlantik. Eine Bergung der beiden Hälften der Nutzlastverkleidung war nach Angaben von SpaceX nicht vorgesehen.

Die erste Stufe der Falcon 9 in der Version Block 5 war diejenige, auf der am 11. Mai 2018 der Kommunikationssatellit Banghabandhu für die Bangladesh Communication Satellite Company Limited (BCSCL) gestartet worden war. Sie absolvierte mit Telkom 4 ihren zweiten Flug, und demonstrierte die erste Wiederverwendung eines Cores einer Falcon 9 in der Version Block 5.

Die Rakete mit Telkom 4 an Bord hatte bei Brennschluss der ersten Stufe zwei Minuten und 34 Sekunden nach dem Abheben eine Geschwindigkeit von rund 8.200 km/h und eine Flughöhe von rund 65 Kilometern erreicht. Die Stufentrennung erfolgte zwei Sekunden nach dem Brennschluss der ersten Stufe. Fünf Sekunden nach der Stufentrennung begann die zweite Stufe ihre erste Brennphase.

Der Abwurf der Nutzlastverkleidung fand rund 52 Sekunden nach dem Beginn der ersten Brennphase der zweite Stufe statt. Diese Brennphase war dann acht Minuten und sechs Sekunden nach dem Abheben beendet. Es folgte eine Freiflugphase, an deren Ende rund 26 Minuten nach dem Abheben die zweite, 58 Sekunden kurze Brennphase der zweiten Stufe anschloss. Dann wurde Telkom 4 rund 32 Minuten nach dem Abheben von der zweiten Stufe abgetrennt.

SpaceX

Bild vergrößernTelkom 1 im All - Illustration
(Bild: Lockheed Martin)
NASA

Bild vergrößernOrbitänderungen von Telkom 1 nach Anomalie
(Bild: NASA)
Der für eine Position bei 108 Grad Ost im Geostationären Orbit (GEO) vorgesehene Satellit mit einer Startmasse von rund 5.800 Kilogramm wurde von SS/L gebaut und basiert auf dem Satellitenbus 1300. Seine Auslegungsbetriebsdauer beträgt 15 Jahre, innerhalb derer sein Betreiber Nutzer in Indien, in Indonesien und im südostasiatischen Raum mit zahlreichen Kommunikationsdiensten versorgen will.

36 Transponder der 60 an Bord von Telkom 4 befindlichen C-Band-Transponder sind Nutzern in Indonesien gewidmet. Die übrigen 24 Transponder sind zur Versorgung Indiens und des südostasiatischen Raums gedacht.

Telkom 1 mit einer Auslegungsbetriebsdauer von 15 Jahren, gebaut von Lockheed Martin und gestartet am 12. August 1999, wird von Telkom 4 ersetzt. Der auf dem Satellitenbus A-2100A basierende Telkom 1 erlitt 2017, in seinem 18. Einsatzjahr, eine schwerwiegende Anomalie, die seinen vollständigen Ausfall bewirkte. Der Ausfall, der mit einer Störung bei der Ausrichtung des Satelliten einher ging, wurde am 25. August 2017 von einem Bruchstücke erzeugenden Ereignis verursacht oder begleitet.

Insbesondere bemerkbar machte sich in Indonesien, das auf grund seiner tausenden Inseln auf Satellitenkommunikation besonders angewiesen ist, dass Banken und deren Geldautomaten vom Ausfall von Telkom 1 getroffen wurden. Über 9.000 Geldautomaten verloren den Kontakt zu ihrer Bank. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters litten insgesamt 11 Banken unter Kontaktverlusten zu Geldautomaten.

SS/L

Bild vergrößernTelkom 4 beim Hersteller
(Bild: SS/L)
Vor dem Versagen von Telkom 1 war man davon ausgegangen, den Satelliten - NORAD 25.880, COSPAR 1999-042A - bis 2019 einsetzen zu können. Ausreichend Treibstoff dafür habe sich laut Lockheed Martin an Bord des Satelliten mit einer Leermasse von rund 1.640 Kilogramm befunden. Dienste für Kunden, die Verbindungen via Telkom 1 nutzten, wurden in der Folge u.a. auf die Satelliten Telkom 2 und Telkom 3S verlegt.

Der neue Kommunikationssatellit Telkom 4 wurde zwischenzeitlich auf einer ~ 27 Grad gegen den Erdäquator geneigten Bahn mit einem erdnächsten Bahnpunkt von ~ 195 und einem erdfernsten Bahnpunkt von ~ 29.500 Kilometern beobachtet. Die zweite Stufe befindet sich auf einer ~ 27 Grad gegen den Erdäquator geneigten Bahn mit einem erdnächsten Bahnpunkt von ~ 180 und einem erdfernsten Bahnpunkt von ~ 29.530 Kilometern. Von der erreichten Bahn muss der Satellit nun noch eine Geschwindigkeitsdifferenz von etwa 1.920 Metern pro Sekunde überwinden, wenn er auf einen Geostationären Orbit gesteuert werden soll.

Zum Abbau der nach dem Start verbliebenen Bahnneigung gegen den Erdäquator und dem Erreichen einer annähernden Kreisbahn auf dem Niveau des GEO ist der Satellit mit einem sogenannten Apogäumsmotor ausgestattet. Maxar, die Konzernmutter von SS/L, teilte am 7. August 2018 mit, dass Telkom 4 die ersten nach seinem Start geplanten Manöver bereits wie vorgesehen ausgeführt hat. Der Satellit habe seine Solarzellenausleger entfaltet und werde am 8. August 2018 mit dem Einsatz seines Hauptantriebs beginnen, um sich in den geplanten Arbeitsorbit zu bringen.

Telkom 4 alias Merah Putih ist katalogisiert als COSPAR-Objekt 2018-064A. Die zweite Stufe der Falcon-9-Rakete, die den Satelliten ins All brachte, ist katalogisiert als COSPAR-Objekt 2018-064B.

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