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Autor: Ingo Froeschmann / 08. Februar 2005, 20:24 Uhr

Grünes Licht für letztes Mars Express-Experiment

Die Europäische Weltraumorganisation hat grünes Licht für die Inbetriebnahme von MARSIS gegeben, dem Radargerät an Bord des Mars Express.

ESA
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Eine entsprechende Entscheidung hatte der Mars Express-Projektleiter Dr. Rudolf Schmidt bereits Ende Januar gegenüber Raumfahrer.net angekündigt. Sollte die für Anfang Mai geplante Aktivierung erfolgreich verlaufen, wird MARSIS nach unterirdischen Wasserreservoirs suchen sowie die Ionosphäre erforschen.

Die Entscheidung der ESA, MARSIS in Betrieb zu nehmen erfolgte nach achtmonatigen intensiven Computersimulationen und technischen Untersuchungen auf beiden Seiten des Atlantik. Im wesentlichen ging es um mögliche negative Auswirkungen bei der Entfaltung von zwei je 20 Meter langen Masten des Radargeräts.
 


Künstlerische Darstellung des Mars Express mit der ausgefahrenen Radarantenne.
(Quelle: ESA)

Die drei Masten des Experiments sollten ursprünglich schon im April 2004, also gegen Ende der Testphase aller Instrumente, ausgefahren werden. Die Konstruktion besteht aus zwei 20 Meter langen Hohlzylindern mit einem Durchmesser von jeweils 2,5 Zentimetern und einem sieben Meter langen Mast. Es war nicht möglich, die Konstruktion zufriedenstellend realistisch auf der Erde zu testen, so dass die Tests auf Computersimulationen angewiesen waren. Kurz vor der geplanten Aktivierung führte der Hersteller Astro Aerospace verbesserte Simulationen durch und entdeckte die Möglichkeit eines Peitscheneffekts, der die Sonde beim Ausfahren der Masten treffen könnte.
 
Eine daraufhin eingesetzte Untersuchungskommission der ESA entschied sich auf ihrer letzten Sitzung am 25. Januar für die Entfaltung der Konstruktion. Die Kommission kam zu dem Schluss, dass eine Beschädigung nicht ausgeschlossen werden könne, die Kraft eines Rückstoßes jedoch gering sein würde, womit die Wahrscheinlichkeit einer starken Beschädigung sehr gering sei.
 
Eine mögliche Fehlerquelle ist eine Blockade der Konstruktion während der Entfaltung. Auch wenn es Methoden gibt, eine Blockade aufzuheben, könnte das im schlimmsten Fall den Verlust von MARSIS bedeuten. Die Analysen zeigten jedoch auch, dass die Kontrollsysteme von Mars Express mit einem ausgefahrenen Mast zurecht kämen und die übrigen Instrumente weiter arbeiten könnten.
 
Die Untersuchungskommission schlug die Aktivierung für Anfang Mai vor und bei guten Fortschritten in der Vorbereitung auch schon Ende April. Eine frühe Inbetriebnahme ist insofern wünschenswert, als dass die Entwicklung des Orbits der Sonde Radarmessungen der interessantesten Regionen des Mars im Mai 2005 erwarten lässt.
 
Sollte die Aktivierung erfolgreich sein, wird MARSIS mindestens bis zum 30. November die unter-"irdischen" Geheimnisse des Mars erforschen und, sollte die Mission verlängert werden, auch noch darüber hinaus.
 
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