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Autor: Thomas Weyrauch / 08. März 2014, 19:26 Uhr

Ursache für LM-4B-Versager mit CBERS 3 identifiziert

Die 1980 gegründete internationale Vermarkterin von Trägerraketen und Satelliten aus China, die China Great Wall Industry Corporation (CGWIC) hat sich am 3. März 2014 zu der Ursache des Fehlstarts einer Rakete vom Typ Langer Marsch 4B (LM-4B) mit dem Erdbeobachtungssatelliten China-Brazil Earth Resources Satellite 3 (CBERS 3) an Bord im Dezember 2013 geäußert.

Quelle: CALT, CAST, CGWIC, INPE, Raumfahrer.net
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CASC

LM-4B - Illustration
(Bild: CASC)
Nach Angaben der CGWIC haben Schmutz oder unerwünschte Rückstände eine Blockade einer Treibstoffzuführung für eines der beiden Triebwerke vom Typ YF-40B der dritten Raketenstufe verursacht.

Das verstopfende Material hat laut CGWIC eine vorzeitige Abschaltung des betroffenen Triebwerks ausgelöst. Als Quelle für das Material zieht die CGWIC das System für die Bedrückung der Treibstofftanks oder Fehler bei der Montage des Triebwerks in Betracht.

Beim Bau neuer Raketen soll deshalb ein strengeres Qualitätsmanagement wirksam werden, Maßnahmen zur Vermeidung des Einbringens unerwünschter Objekte während des Produktionsprozesses will man perfektionieren. Bereits produzierte Raketen werden entsprechenden Kontrollen unterzogen.

Die gescheiterte LM-4B-Rakete mit dem chinesisch-brasilianischen Erdbeobachtungssatelliten CBERS 3 alias Ziyuan I-03 war um 4.26 Uhr Uhr MEZ (Ortszeit 11.26 Uhr) am 9. Dezember 2013 vom chinesischen Satellitenstartzentrum Taiyuan (TSLC) abgehoben. Die ersten beiden Stufen der von der Shanghai Academy of Space Flight Technology (SAST) entwickelten und der China Academy of Launch Vehicle Technology (CALT) gebauten Rakete funktionierten wie vorgesehen.

Die dritte Stufe der Rakete brachte CBERS 3 für das China Centre for Resources Satellite Data and Application (CRESDA) und das Instituto Nacional de Pesquisas Espaciais (INPE) nicht auf die geplante Geschwindigkeit, da das Triebwerk Nr. 2 der Stufe nicht die geplante Brenndauer erreichte. Der rund 10 oder 11 Sekunden zu früh geschehene Brennschluss des Triebwerks bewirkte, dass CBERS 3 nach der Abtrennung von der Stufe in zu geringer Flughöhe (laut INPE 720 Kilometer) nicht schnell genug war, um die Erde dauerhaft zu umkreisen.

Der Erdbeobachtungssatellit aktivierte dennoch seine Bordsysteme und entfaltete seinen maximal 2.300 Watt elektrische Leistung liefernden, aus drei Elementen bestehenden Solarzellenausleger. Telemetriedaten, die man am Boden empfangen konnte, seien nach Angaben aus Brasilien und China bei der Verwirklichung des Nachfolgesatelliten nützlich.

CBERS 4 ist mit CBERS 3 konstruktiv identisch und befindet sich bereits in Bau. Ursprünglich für einen Start im Jahre 2015 vorgesehen soll der nun beschleunigt fertigzustellende Satellit schon im Dezember 2014 in den Weltraum transportiert werden.

CBERS/INPE

CBERS 3 - Illustration
(Bild: CBERS/INPE)
CBERS 3 war dort nicht lange unterwegs. Vermutlich vollführte dieser Satellit keine vollständige Erdumkreisung. Bei einem geplanten Überflug Chinas wurden keine Signale des Raumfahrzeugs mehr empfangen. Sicher ist, dass der Satellit bei seinem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zerstört wurde. Letzterer könnte gegen 5.07 Uhr MEZ am 9. Dezember 2013 erfolgt sein.

Geplant war, dass CBERS 3 in einem sonnensynchronen, 98,5 Grad gegen den Erdäquator geneigten Orbit in rund 778 Kilometern über der Erde arbeitet. Für einen Erdumlauf hätte der Satellit dort etwas über 100 Minuten benötigt.

Die Auslegungsbetriebsdauer des beim Start rund 1.980 Kilogramm schweren Raumfahrzeugs betrug drei Jahre, innerhalb derer es mit den Kameras und Scannern namens IRSCAM und PanMUX aus China sowie MUXCam und WFICAM aus Brasilien Bilder von der Erdoberfläche hätte aufnehmen sollen.

Informationen zur Langer Marsch 4B: Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:
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