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Autor: Felix Korsch / 08. Juli 2003, 17:48 Uhr

Mars-Quartett komplett

On the Way to Mars: Eine kleine Nachbereitung zum Start des zweiten US-Marsrovers Opportunity.

eig. Ber.
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Mit großer Erleichterung nahm die NASA am heutigen frühen Montagmorgen den Start des Mars Exploration Rover B zur Kenntnis. Der Start erfolgte gewohnt unpünktlich, gegen 5:18 Uhr (MESZ), nachdem die erste Startmöglichkeit des Tages um 4:35 Uhr (MESZ) verpasst wurde. Grund war ein anscheinend defektes Sauerstoffventil, welches zum Stopp des Coundowns nur sieben Sekunden vor dem erhofften Lift-off führte. Die Trägerrakete des Typs Delta II Heavy harrte eine gute Dreiviertelstunde lang auf dem Launchpad 17B der Cape Canaveral Air Force Station aus, ehe die Missionskontrolle ihr "Go" für den zweiten Anlauf des Tages gab, welcher schließlich zum Erfolg führte. Die Rakete aus dem Hause Boeing erhob sich bei perfekten Wetterbedingungen gen Himmel und bescherte den Zuschauern vor Ort unvergessliche Impressionen eines fehlerlosen Nachtstarts.
 


Die mächtige Delta II-Rakete erhebt sich von Cape Canaveral aus in den Nachthimmel Floridas. An der Spitze: Opportunity, der zweite Marsrover der NASA.
(Bild: NASA/KSC)
Doch die erleichterten Gesichter der NASA-Ingenieure sahen in den letzten Tagen weit strapazierter aus. Die mehr als 800 Millionen US-Dollar teure Doppel-Mission schien zumindest zum Teil zu scheitern, nach dem der Start der zweiten Sonde, die auf den Namen Opportunity getauft wurde, nicht weniger als fünf Mal verschoben werden musste. Die Gründe hierfür waren zunächst ungünstiges Wetter, dann eine Sorgen bereitende Korkisulation an der ersten Stufe der Trägerrakete und schließlich eine beschädigte Batterie des Rovers (wir berichteten). Der angesetzte Starttermin am 28. Juni verschob sich entsprechend immer wieder, wobei allein die Korrektur der Korkisolation eine Woche Zeit kostete. Ungeachtet dessen rückte der Termin des Schließens des Startfensters immer näher: hätte Opportunity nicht bis zum 15. Juli abheben können, so hätte sein baugleicher Zwilling Spirit allein zum Mars fliegen müssen, während sich erst in vier Jahren erneut eine günstige Startmöglichkeit ergibt. Der verspätere Lift-off hat nun allerdings keine Auswirkungen auf den weiteren Verlauf der Mission.

Zum Scheitern des Vorhabens musste es jedoch zum Glück nicht kommen. "Ich denke, wir haben alles zweimal kontrolliert, was uns möglich war", sagte der NASA-Direktor für Startsysteme am Kennedy Space Center in Florida, Omar Baez. "Jetzt schaut alles sehr gut aus", fügte er gegenüber der Presse zufrieden an. Unterdessen herrscht auch Freude über das Funktionieren der Trägerrakete Delta II. Diese kam heute Morgen nämlich erstmals in der verstärkten Variante Heavy zum Einsatz, welche sich durch größeren und leistungsstärkere Außenbooser kennzeichnet. "Es war ein sehr sauberer und sehr erfolgreicher Start", sagte NASA-Administrator Sean O'Keefe gegenüber den begeisterten Beobachtern des Starts. "Wir haben nun zwei Rover auf dem Weg zum Mars." Doch im Grunde bietet das Jahr 2003 noch mehr, denn insgesamt befinden sich nun vier Marssonden auf dem Weg zum Roten Planeten: neben den beiden US-Marsrovern sind dies die europäische Mars Express samt britischem Lander Beagle2 sowie die japanische Sonde Planet-B, auch als Nozomi (japanisch für "Hoffnung") bekannt.

Den derzeitigen Angaben der NASA zu Folge gibt es keine Hinweise auf eventuelle Schäden an Opportunity. Nur rund 83 Minuten nach dem Start von Cape Canaveral aus konnte sich der Rover von der Trägerrakete lösen und führte die Initialzündung zum Einschuss auf die sichere Marsbahn durch. Geht bis dahin alles gut, wird Opportunity am 25. Januar des kommenden Jahres im Meridiani Planum niedergehen können. Spirit dagegen wird den Gusev-Krater auf der anderen Seite des Mars genauer inspizieren. Schon vorher, am 25. Dezember, also exakt zu Weihnachten, wird die Ankunft der europäischen Sonde Mars Express erwartet. Hauptziel aller Missionen ist der Nachweis von Wasser auf dem Roten Planeten und damit auch die Suche nach Leben auf unserem kosmischen Nachbarn. Dieses zu finden ist nun die Aufgabe gleich einer ganzen Armada internationaler irdischer Sonden. Wir wünschen viel Erfolg für die beschwerliche Reise...
 
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