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Autor: Axel Nantes / 09. Januar 2018, 14:41 Uhr

China: SuperView 1-03 und 1-04 im All

Die beiden chinesischen zivilen Erdbeobachtungssatelliten SuperView 1-03 und 1-04 gelangten am 9. Januar 2018 in den Weltraum. Sie sind Teil einer im Aufbau befindlichen Konstellation, die einmal mindestens 24 Raumfahrzeuge umfassen soll.

Quelle: CASC, CCTV, CGWIC, Space View
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CGWIC

Bild vergrößernLM-2D-Start mit SuperView 1-03 und 1-04
(Bild: CGWIC)
Der Start der beiden Erdbeobachtungssatelliten SuperView 1-03 und SuperView 1-04 alias GJ-3 高景一号03 / GaoJing-3 / GJ-3 und 景一号04 / Gaojing-4 / GJ-4 erfolgte am 9. Januar 2018 um 3:24 Uhr UTC bzw. 11:24 Uhr Pekinger Zeit. Die auf Bildern aus dem Startkontrollzentrum erkennbare exakte Startzeit ist 11:24:33.475 Uhr Pekinger Zeit. Die Satelliten wurden von einer Rakete des Typs Langer Marsch 2D von der Startanlage Nr. 9 (LC-9) des Satellitenstartzentrums Taiyuan (Taiyuan Satellite Launch Center, TSLC) aus ins All gebracht.

Die von der Shanghai Academy of Spaceflight Technology (SAST) gebaute Rakete mit der Seriennummer Y40 absolvierte nach Angaben der internationalen Vermarkterin von Trägerraketen und Satelliten aus China, der China Great Wall Industry Corporation (CGWIC), hier die 36. Mission der Variante 2D. Sie erledigte gleichzeitig den ersten chinesischen Raumfahrtstart im Jahr 2018. Insgesamt zählt die CGWIC jetzt 261 Flüge einer Rakete mit dem Namensbestandteil Langer Marsch.

CCTV

Bild vergrößernBlick ins Startkontrollzentrum
(Bild: CCTV)
Die gestarteten Raumfahrzeuge gelangten auf 97,58 Grad gegen den Erdäquator geneigte sonnensynchrone Bahnen in Höhen zwischen 516 und 536 Kilometern.

Das neue Satellitenpaar ist Teil einer kommerziellen Erdbeobachtungskonstellation. Letztere soll ab 2022 insgesamt mindestens 24 Satelliten umfassen. Die CGWIC bezeichnet die Konstellation als "16+4+4+X" und gibt an, sie werde einmal 16 Satelliten mit einer optischen Beobachtungsnutzlast mit einer Auflösung von einem halben Meter, vier Satelliten mit einer höheren Auflösung ihrer Beobachtungsnutzlast, vier Satelliten mit Radaranlagen mit synthetischer Apertur (SAR) und eine Anzahl weiterer Raumfahrzeuge mit Videokameras und Hyperspektralsensoren umfassen.

CCTV

Bild vergrößernSuperView-Satellit am Kran
(Bild: CCTV)
Die ersten beiden Satelliten für die Konstellation gelangten am 28. Dezember 2016 ebenfalls auf einer Langer Marsch 2D in den Weltraum. Die zwei Satelliten mit einer Masse von jeweils rund 500 Kilogramm wurden damals allerdings nicht auf den vorgesehenen sondern auf niedrigeren Umlaufbahnen (97,6 Grad, 213 x 524 Kilometer) ausgesetzt. Mit Hilfe von an Bord der auf dem Bus CAST3000B basierenden Satelliten befindlichen Triebwerken konnten die Orbits aber auf das vorgesehene Niveau angehoben werden.

Betreiber und Eigentümer der Satelliten ist die Siwei Star Co. Ltd., eine Tochter der China Siwei Surveying and Mapping Technology Co. Ltd, alias China Siwei. Letztere wiederum ist eine Tochter der allgegenwärtigen China Aerospace Science and Technology Corporation (CASC). Die Beijing Space View Technology Co. Ltd. (Space View) vermarktet die von den SuperView-Satelliten gewonnenen Bilder und Daten.

CCTV

Bild vergrößernSuperView 1-03 und 1-04 bei der Startvorbereitung
(Bild: CCTV)
Sind alle vier jetzt im All befindlichen SuperView-Satelliten einsatzfähig, werden sie zusammen rund drei Millionen Quadratkilometer der Erdoberfläche pro Tag abtasten können, berichtete die China Aerospace Science and Technology Corporation (CASC). Die ersten beiden Satelliten haben von ihrer Inbetriebnahme bis Dezember 2017 laut CASC zusammen über 225.000 Bilder aufgenommen und dabei eine Fläche von etwa 24,56 Millionen Quadratkilometer abgebildet.

Space View berichtet, die ersten beiden Satelliten erreichen die Auflösung von einem halben Meter im panchromatischen Einsatz bei Wellenlängen von 0,45 bis 0,89 µm. Beim multispektralen Einsatz (Blau 0,45 - 0,52 µm, Grün 0,52 - 0,59 µm, Rot 0,63 - 0,69 µm und nahes Infrarot 0,77 – 0,89 µm) liege die Auflösung bei zwei Metern. Die Schwadbreite bei der Abtastung des Erdbodens beträgt laut Space View zwölf Kilometer. Das Kamerasystem an Bord der ersten beiden Satelliten kommt vom Beijing Institute of Space Machinery and Electronics alias Institut 508. 2 Terabyte Speicher an Bord eines jeden Satelliten unterstützen laut Space View die Erfassung von rund 900.000 Quadratkilometern pro Tag und Satellit.

Mit Strom versorgt werden Beobachtungsnutzlasten und Satellitensysteme von zwei Solarzellenauslegern aus jeweils zwei Elementen. Der Transport der Beobachtungsdaten zum Boden erfolgt über zwei X-Band-Links, die jeweils eine Datenrate von 450 Megabit pro Sekunde ermöglichen.

Bei regulärem Start sollen die Satelliten eine Auslegungsdauer von acht Jahren überstehen können. Die ersten beiden Satelliten werden wegen des Treibstoffverbrauchs für die ursprünglich nicht vorgesehenen Bahnanhebungen möglicherweise nicht so lange eingesetzt werden können.

Für den jetzt erfolgten Start hat die US-amerikanische Weltraumüberwachung Objekte auf Erdorbits wie folgt katalogisiert:
NORAD 43.099 alias COSPAR 2018-002A - 517 x 535 km, 97,58 Grad,
NORAD 43.100 alias COSPAR 2018-002B - 516 x 536 km, 97.58 Grad,
NORAD 43.101 alias COSPAR 2018-002C - 512 x 534 km, 97.58 Grad,
NORAD 43.102 alias COSPAR 2018-002D - 528 x 554 km, 97,47 Grad,
NORAD 43.103 alias COSPAR 2018-002E - 530 x 583 km, 97.72 Grad,
NORAD 43.104 alias COSPAR 2018-002F - 459 x 535 km, 97.45 Grad.

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