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Autor: Thomas Weyrauch / 09. Februar 2010, 21:09 Uhr

SDO startet am 10. Februar

Das Sonnenobservatorium SDO (Solar Dynamics Observatory) der US-amerikanischen Weltraumagentur NASA soll morgen, am 10. Februar 2010, ins All transportiert werden.

Quelle: NASA, ULA
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NASA

Bild vergrößernAtlas V Nr. 021 mit SDO auf dem Pad SLC-41
(Bild: NASA)
Die Atlas-V-Rakete der United Launch Alliance mit SDO an der Spitze steht auf der Rampe SLC-41 der Luftwaffenbasis CCAFS auf Cape Canaveral in Florida bereit. Der Start soll in einem eine Stunde breiten Startfenster zwischen 16:26 Uhr und 17:26 Uhr MEZ erfolgen. Im Internet wird der Start via NASA-TV übertragen. Ist es nicht möglich, das Startfenster am 10. Februar zu nutzen, könnte der Start am Folgetag zwischen 16:23 Uhr und 17:23 Uhr MEZ stattfinden.

SDO ist dazu vorgesehen, den Einfluss der Sonne auf die Erde und den erdnahen Raum zu erforschen. Dazu will man die extreme ultraviolette Strahlung von der Sonne messen, seismische und magnetische Veränderungen der Sonne aufzeichnen und die volle Sonnenscheibe in unterschiedlichen Wellenlängenbereichen abbilden. Auch das Verständnis der dynamischen Prozesse in der Sonne soll so erweitert werden.

Vier Teleskope bilden zusammen eine Atmospheric Imaging Assembly (AIA) genannte Baugruppe, die Oberfläche und Atmosphäre der Sonne untersuchen soll. Fluktuationen der von der Sonne ausgesandten UV-Strahlung soll das Extreme Ultraviolet Variability Experiment (EVE) erfassen. Ein Bild von den Magnetfeldern der Sonne will man sich mittels des Helioseismic and Magnetic Imager (HMI) machen. Die wissenschaftliche Nutzlast hat nach letzten Angaben der NASA an der Gesamtmasse von 3.100 Kilogramm beim Start einen Anteil von 290 Kilogramm. 1.450 Kilogramm der Masse des dreiachsstabilisierten Raumfahrzeuges entfallen auf den Treibstoff. Geplant ist zunächst eine Missionsdauer von fünf Jahren und drei Monaten. Durch die Mitnahme von ausreichend Treibstoff sollen maximal zehn Jahre Betrieb möglich sein. Das Observatorium ist Bestandteil des "Living With a Star"-Programms der NASA.

NASA

Bild vergrößernAntennenanlage für SDO in White Sands
(Bild: NASA)
Nach dem Aussetzen von der Trägerrakete in einem geosynchronen Transferorbit (GTO) mit einem Perigäum in 2.500 Kilometern Höhe über der Erde und einem Apogäum von 35.355 Kilometern soll SDO unter Einsatz eigener Triebwerke einen annähernd kreisförmigen geosynchronen Orbit in rund 36.000 Kilometern über der Erdoberfläche mit 28,5 Grad Bahnneigung gegen den Äquator und einer Position bei 102 Grad West erreichen.

Gesteuert und kontrolliert wird SDO vom Goddard Space Flight Center (GSFC) der NASA in Greenbelt, Maryland. Den kontinuierlichen Datenempfang des wegen der inklinierten Bahn nicht an einem festen Punkt über der Erde stehenden Raumfahrzeuges stellt exklusiv eine neu errichtete Empfangsstation mit zwei nachführbaren Antennen am White Sands Raumflughafen in Las Cruces, Neu Mexiko sicher. Sie soll nach der Beendigung der Mission von SDO auch für andere Programme verwendet werden.

NASA

Bild vergrößernSDO im All - Illustration
(Bild: NASA)
An Bord des Satelliten gibt es ebenfalls eine nachführbare Antenne: SDOs drehbar montierte Hochgewinnantenne wird pro Erdumlauf eine Umdrehung ausführen, um der Erde zu folgen. Im Ka-Band im Bereich von 26 GHz können die gewonnenen wissenschaftlichen Daten mit einer Geschwindigkeit von 130 Megabit pro Sekunde zur Erde geschickt werden. Die erwartete große Menge an Daten, die pro Tag der Menge von etwa einer halben Millionen Liedern in einem Audioformat in durchschnittlicher Größe entspricht (~1,5 Terabyte), und das Nichtvorhandensein adäquater Speichermöglichkeiten an Bord des Raumfahrzeugs hat verbunden mit dem Wunsch, den Datenempfang über genau eine Station bewerkstelligen zu können, zur Wahl der spezifischen Orbitparameter geführt.

Auf die eingehenden Daten sind Wissenschaftler der Stanford Universität in Palo Alto, Kalifornien, der Universität von Colorado in Boulder und des Labors für Astrophysik der Sonne von Lockheed Martin in Colorado schon gespannt.

Update 10. Februar 2010:
Wegen zu starker Winde war ein Start im Startfenster zwischen 16:26 Uhr und 17:26 Uhr MEZ nicht möglich. Am morgigen 11. Februar 2010 soll ein Start zwischen 16:23 Uhr und 17:23 Uhr MEZ versucht werden.

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