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Autor: Karl Urban / 09. März 2007, 08:38 Uhr

Atlas V startet sechs Militärsatelliten

In der vergangenen Nacht startete erfolgreich eine Atlas V-Rakete vom Kennedy Space Center in Florida. Die Nutzlast waren sechs militärische Technologie-Demonstrations-Satelliten.

NASA / SpaceflightNow
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Es war der 80. erfolgreiche Start einer Rakete der Atlas-Familie seit 1993: Um 4.10 Uhr (MEZ) hob die Atlas V (401) ab. Nach 4 Minuten und 15 Sekunden wurde die erste Stufe erfolgreich abgetrennt und 10 Sekunden später wurde die zweite Centaur-Stufe das erste Mal gezündet. Weitere 10 Sekunden später wurde die Nutzlastverkleidung der "Nase" der Centaur-Oberstufe abgeworfen. Darunter waren die Satelliten in zwei unabhängigen Aufhängungen befestigt, was deren Einschuss in zwei unterschiedliche Umlaufbahnen möglich machte.

Genau 14 Minuten und 18 Sekunden nach dem Start war vorerst Brennschluss für die Centaur. Die Rakete wurde daraufhin neu ausgerichtet. Um 18 Minuten nach dem Liftoff wurde als erste Nutzlast Orbital Express ausgesetzt. Innerhalb dieser Mission soll das Auftanken von Satelliten im Erdorbit erprobt werden. Sie besteht aus den zwei Einzelnutzlasten Space Transfer and Robotic Orbiter (ASTRO) und NextSat. Beide haben eine Gesamtmasse von 1.315 Kilogramm. Diese Mission der Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) soll prüfen, wie das Wiederbetanken von Satelliten im All funktioniert, um damit ihre Lebensdauer zu verlängern. Bisher gehört der Treibstoffverbrauch von Satelliten, die gerade in niedrigen Umlaufbahn regelmäßig ihre Lage korrigieren müssen, zu den gravierendsten limitierenden Faktoren einer Satellitenmission.

Video vom Start


Nach 22 Minuten und 14 Sekunden wurde der Satellit U.S. Naval Academy`s Midshipman Space Technology Applications Research Satellite 1 (oder kurz MIDSTAR) ausgesetzt. Der 120 Kilogramm wiegende Satellit besteht aus vier Experimenten: Dem Internet Communications Satellite (ICSat), dem Configurable Fault Tolerant Processor - einem weltraumgestützten Computerexperiment, Eclipse - einem Experiment für electrochromic membranes sowie einem Instrument des SNA Department of Aerospace Engineering.

33 Minuten nach dem Start wurde die Oberstufe erneut gezündet, um die verbliebenen vier Satelliten in eine höhere Bahn zu schießen, die ihren erdnächsten Punkt in 397 Kilometern Höhe und den erdfernsten bei 3.436 Kilometern hat. Die Inklination der Bahn beträgt 44 Grad. Etwa 39 Minuten nach dem Start kommt es zur dritten Zündung der Oberstufe in Richtung des Zielorbits.

56 Minuten und 41 Sekunden nach dem Start wurde auch STPSat 1 erfolgreich ausgesetzt. Der 111 Kilogramm wiegende Space Test Program Satellite besteht aus zwei komplexen Experimenten. Mit dem Spatial Heterodyne Imager for Mesospheric Radicals (SHIMMER) sollen biologische und chemische Erreger im All untersucht, mit dem Computerized Ionospheric Tomography Receiver in Space (CITRIS) atmosphärische Elektronen gemessen und deren Einfluss auf Radiofrequenzen untersucht werden.

Um T plus 61 Minuten und 43 Sekunden wurde der Cibola Flight Experiment Satellite (CFESAT) ausgesetzt, der ein echter Technologie-Demonstrator ist. Das vom Los Alamos-Forschungszentrum entwickelte Vehikel beherbergt acht Experimente: Ein neues Energiesystem, ausfahrbare Antennen, ausfahrbare Ausleger sowie hochdichte Litium-Ionen-Akkus bestehend aus AA-Batterien. Der 159 kg wiegende Satellit hat daneben einen Supercomputer an Bord, der alle Daten erst verarbeitet, anstatt die Rohdaten direkt zur Erde zu senden, was auch das benötigte Transfervolumen verringert. Insgesamt soll die Mission die Ionosphäre und ihre Auswirkungen auf die Kommunikation untersuchen.

Die letzte Nutzlust wurde 66 Minuten und 5 Sekunden nach dem Start ausgesetzt: FALCONSAT 3 der US Air Force Academy wurde von Kadetten der Akademie entwickelt und sollte ihnen die Möglichkeit geben, an einem echten Satelliten mitzuarbeiten. Er wiegt 54 Kilogramm und beherbergt fünf wissenschaftliche, militärische Experimente. Dazu gehört unter anderem das Flat Plasma Spectrometer, um Effekte von geladenen Partikel bei Entstehung, Fortbewegung und Zerfall zu messen. Daneben sind das Plasma Local Anomalous Noise Element zur Detektierung von Plasmaturbulenzen innerhalb des Satelliten und das Micropropulsion Attitude Control System, das mit einem Schub von 150 Mikronewton als Antriebssystem dienen wird und das elektrisch arbeitet sowie ein Schockring zum Test einer Vibrationsunterdrückung sowie eine Gravitations-Messantenne mit an Bord.

 
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