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Autor: Klaus Donath / 10. März 2012, 18:10 Uhr

Space Shuttle Discovery - Die letzte Reise

Genau ein Jahr nach ihrem letzten Flug ist das meist geflogene Shuttle der NASA fertig für seinen letzten Flug auf dem Rücken einer Boeing 747. Der Flug dürfte noch ein letztes Mal für spektakuläre Bilder sorgen. Doch der Weg bis zur Ausstellung ist lang und ereignisreich.

Quelle: NASA
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NASA

Das Space Shuttle Discovery in Flugkonfiguration mit aerodynamischer Heckverkleidung für den Flug auf der Boeing 747
(Bild: NASA)
Nach dem Ende des Shuttle Programmes im Juli 2011 wurden alle 3 Orbiter umfangreich gewartet und für ihre Ausstellung an unterschiedlichen Museen in den Vereinigten Staaten von Amerika vorbereitet. Das Space Shuttle Discovery steht nun abholfertig und "flugbereit" in der großen Integrationshalle (VAB) bereit.

Discovery musste Federn lassen

Im Gegensatz zu den Orbitern Atlantis und Endeavour, welche in einem flugfähigen Zustand ausgemustert werden sollen, war die Discovery freigegeben für umfangreiche Untersuchungen. Denn auch nach dem Ende des Shuttle-Programmes kann und wird man noch viel von den "alten Damen" lernen. Nach 30 Einsatzjahren waren unter anderem Materialforscher darauf aus, Proben von unterschiedlichen strukturellen Teilen zu entnehmen, um Sie auf Materialermüdung zu untersuchen, besonders von Teilen, welche vorher nicht zugänglich waren.

Während ihrer Einsatzzeit standen für jedes der drei Shuttles eine eigene Wartungshalle, genannt OPF (Orbiter Processing Facility), zur Verfügung. Nach dem letzten Flug wurde eine dieser Hallen, die OPF-3, an die U.S. Air Force vermietet, gerüchterweise für ihr unbemanntes Mini-Shuttle X-37B, welches sich nach über einem Jahr immer noch im Orbit befindet. Aus diesem Grund wurden die drei Orbiter von diesem Zeitpunkt an abwechselnd in den nur noch zwei zur Verfügung stehenden Hallen abgefertigt.

NASA

Von der Technik unter der vorderen Abdeckung ist beim Space Shuttle Discovery nicht mehr viel zu erkennen. Im Gegensatz zu den anderen Shuttles durfte sie komplett ausgeschlachtet werden für verschiedene Untersuchungen
(Bild: NASA)
Einmal auseinander und wieder zusammen, bitte

Zunächst wurde bei allen 3 Orbitern nach ihrer Landung ganz regulär ein sogenanntes post-flight processing durchgeführt. Dabei wurden die Orbiter, wie nach jedem Flug, untersucht und gewartet. Das war es dann aber auch schon mit den normalen Prozeduren aus der Vergangenheit. Da keinerlei giftige Stoffe mit ins Museum gebracht werden dürfen, wurden die vorderen und hinteren Triebwerkseinheiten zum Hersteller geschickt und komplett auseinandergenommen, um Sie zu reinigen und zu untersuchen. Teilweise standen die Shuttles fast unerkennbar demontiert in den Hallen des Kennedy Space Centers in Florida. Der Anblick hatte etwas von einem zerrupften Huhn.

Ersatzteillager für die Zukunft

Die drei großen Haupttriebwerke aller drei Orbiter werden übrigens nicht ihren Weg in die Museen finden. Das Nachfolgeprogramm der NASA mit der Schwerlastrakete SLS baut teilweise auf Shuttle-Komponenten auf. Die noch vorrätigen Triebwerke (SSME), ursprünglich auf Wiederverwendbarkeit ausgelegt, spielen dabei eine große Rolle und werden in den ersten Flügen des SLS, welches nicht wiederverwendbar ist, ihre letzten Einsätze haben. Auf Basis der Grundtechnologie sollen dann günstigere Einwegtriebwerke daraus abgeleitet werden für den weiteren Einsatz im SLS. Auch die zwei kleineren Orbit-Manövertriebwerke könnten eine Renaissance im Servicemodul des Nachfolgeraumschiffs Orion erleben. Die unverkennbar großen, weißen Feststoff-Booster des Space Shuttles werden in einer um ein Segment verlängerten Version auch wieder zur Anwendung in der neuen Schwerlastrakete SLS kommen. Ihre langfristige Zukunft ist allerdings ungewiss, erste Pläne von Flüssigboostern sind bereits aufgetaucht.

Letzter Flug der Discovery im April

NASA

Aus dem Archiv ein Foto vom Flug des Space Shuttles auf der umgebauten Boeing 747. Dieses Gespann wird nur noch drei Mal abheben, als nächstes am 17. April mit der Discovery
(Bild: NASA)
Damit die Space Shuttles im Museum trotzdem ihren unverkennbaren Look behalten, wurden Replika der Triebwerke hergestellt, die ihren Originalen sehr ähnlich sind. Von der Technik unter der Haube ist beim Shuttle Discovery allerdings nicht viel übrig geblieben, wie ein Blick unter die Nasenkappe im Bild zeigt. Anders als bei den anderen beiden Orbitern Endeavour und Atlantis, die zumindest theoretisch wieder einsatzbereit gemacht werden können.

Zwei der drei Orbiter, die Endeavour und die Discovery, werden zusammen mit ihrem Prototypen Enterprise noch ein letzten Mal von der Erdoberfläche abheben, auf dem Rücken einer Boeing 747. Die SCA (Shuttle Carrier Aircraft) genannten, umgebauten Boeing 747-100, werden damit auch zu ihren letzten drei Einsätzen kommen, um die Orbiter zu ihren Museen zu fliegen. Danach werden auch sie nach über 30 Jahren Einsatzzeit ausgemustert. Ihre Flüge dürften noch ein letztes Mal für spektakuläre Bilder sorgen.

Der erste Flug steht am 17. April um 13 Uhr MESZ für das Shuttle Discovery an. In dem 40-minütigen Flug geht es dann zum Dulles International Airport bei Washington. Dort holt die Boeing 747 dann auch direkt den Shuttle-Prototypen Enterprise ab und bringt diesen zum John-F.-Kennedy-Flughafen in New York. Im Laufe des Jahres wird sie dort im Intrepid Sea, Air & Space Museum ausgestellt werden.

NASA

In dieser Konfiguration wird das Space Shuttle Atlantis am Kennedy Space Center in Florida ausgestellt werden
(Bild: NASA)
Endstation Museum

In Zukunft wird die Discovery im Smithsonian-Institut in Washington D.C. als Museumsstück ausgestellt, wo sie dort den Prototypen der Space Shuttles, die Enterprise, ersetzen wird. Das Space Shuttle Endeavour wird als Museumsstück im California Science Center in Los Angeles ausgestellt. Das Space Shuttle Atlantis verbleibt schließlich am Kennedy Space Center und soll in einer extra dafür gebauten Halle in Flugkonfiguration mit geöffneten Nutzlasttüren und ausgefahrenem Roboteram ausgestellt werden. So endet die lange und spannende Geschichte des Space Shuttles endgültig im Museum.

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