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Autor: Axel Orth / 11. Juni 2009, 15:09 Uhr

Kaguyas Ende als Ouvertüre zu LCROSS

Die japanische Mondsonde Kaguya stürzte am Mittwoch um 20:25 MESZ geplant auf den Mond. Einem englisch-australischen Teleskop gelang die Sichtung des Einschlagblitzes. In wenigen Monaten soll auch LCROSS auf dem Mond einschlagen.

Quelle: Spaceflight Now
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Kaguya schlug mit ca. 6.400 Kilometer pro Stunde ein, allerdings unter einem extrem flachen Winkel von nur 1 Grad zur Horizontalen. Der Einschlag ähnelte insgesamt jenem der ESA-Sonde SMART-1 vor 3 Jahren und war in ähnlicher Manier geplant worden, wobei Kaguya allerdings die Größe eines Geländewagens hatte und fünfmal so schwer wie SMART-1 war. Kaguya verfügte nur noch über geringe Treibstoffreserven und wäre ohnehin bald außer Kontrolle geraten - ein Schicksal, das aufgrund gewisser Unregelmäßigkeiten des lunaren Gravitationsfeldes früher oder später allen Mondsonden droht.

Anglo-Australian Telescope / Jeremy Bailey (University of New South Wales) / Steve Lee (Anglo-Australian Observatory)

Bild vergrößernAuf dem zweiten von vier Frames, die zu Kaguyas Einschlagszeit mit dem Infrarotinstrument IRIS2 des Anglo-Australian Telescope aufgenommen wurden, ist knapp jenseits der Hell-Dunkel-Grenze der Einschlagblitz zu erkennen (siehe auch Großbild).
(Bild: Anglo-Australian Telescope / Jeremy Bailey (University of New South Wales) / Steve Lee (Anglo-Australian Observatory))
Unter diesen Umständen hatte sich die JAXA entschieden, einen kontrollierten Absturz einzuleiten, um daraus wenigstens noch etwas Nutzen zu ziehen. So wurde die Sonde bei 80,4 Grad östlicher Länge und 65,5 Grad südlicher Breite zum Absturz gebracht, wo es zu der Zeit auf dem Mond gerade hell wurde, um zu erreichen, dass eine von dem noch im Dunkeln liegenden Mondboden aufsteigende Staub- und Trümmerwolke vom Sonnenlicht getroffen wird und sich so möglichst deutlich von dem dunklen Hintergrund abhebt. Die japanischen Wissenschaftler haben sogar gehofft, dass Kaguya durch seinen extrem flachen Einschlagswinkel eine längere Schleifspur zieht, man diese von der Erde aus sehen und in den kommenden Jahren beobachten kann, ob und wie sich diese Spur verändert.

Nächste Woche wird die NASA-Mission LCROSS (Lunar Crater Observation and Sensing Satellite) starten, bei der der Einschlag auf dem Mond kein Abfallprodukt der Mission, sondern deren eigentliches Ziel sein soll. Im Oktober wird zunächst die Centaur-Rakete, die LCROSS zum Mond gebracht hat, in einen Krater am Mond-Südpol stürzen und LCROSS wird mit seiner Suite von Instrumenten versuchen, so viele Informationen wie möglich daraus zu gewinnen, unter anderem, ob es in diesem Krater Wassereis gibt.

Kurz darauf wird auch LCROSS selbst auf den Mond stürzen. Das frisch renovierte Hubble-Teleskop und eine ganze Armada von erdbasierten Teleskopen werden diesen Einschlag mitverfolgen. LCROSS ist übrigens Teil der Gesamtmission Lunar Reconnaissance Orbiter, die die Rückkehr der bemannten Raumfahrt zum Mond einleiten soll.

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