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Autor: Thomas Weyrauch / 11. Juni 2009, 18:02 Uhr

Startanlage für nahen KSLV-1 Start fertiggestellt

Am 11. Juni 2009 berichtete der Korea Herald, dass Südkoreas erste Anlage für Raketenstarts in den Weltraum, das Naro Space Center, vollendet worden ist.

Quelle: koreaherald.co.kr, koreatimes.co.kr, NASA, ko.wikipedia.org
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Die Anlage in Goheung in der Provinz Süd-Jeolla auf der Insel Oenaro, 475 Kilometer südlich der südkoreanischen Haupstadt Seoul soll Ende Juli ihren ersten Raketenstart erleben und die Republik Korea zur zehnten Nation machen, der es gelungen ist, einen selbst konstruierten Satelliten vom eigenen Boden aus ins All zu bringen. Am 10. Juni 2009 ist die Anlage im Rahmen einer festlichen Veranstaltung eingeweiht worden.

Mit dem Abschluss der Baurbeiten wurde Korea zur dreizehnten Nation, die Anlagen zum Start von Raketen in den Weltraum besitzt. Für den Bau hat das Land umgerechnet rund 250 Million Dollar ausgegeben. Die Arbeiten begannen im Dezember 2000 und wurden unter der Verantwortung von Hyundai Heavy Industries durchgeführt.

Das staatliche koreanische Luft- und Raumfahrtforschungsinstitut hat die letzten Tests mit Mockups der Rakete KSLV-1, neuerdings auch Naro genannt, abgeschlossen. Eine KSLV-1 soll einen in Korea gebauten Satelliten im kommenden Monat in eine niedrige, elliptische Erdumlaufbahn bringen (Perigäum 300 Kilometer und Apogäum 1.500 Kilometer über der Erdoberfläche, Inklination 80 Grad, Dauer eines Umlaufs rund 103 Minuten).

Die zweistufige, beim Start 140 Tonnen schwere KSLV-1 (KSLV steht für Korea Space Launch Vehicle, also für koreanische Weltraumstartrakete) wurde zusammen mit dem russischen Forschungs- und Produktionsbetrieb Chrunitschew entwickelt. Die erste, 28,5 Meter lange Stufe mit einem Flüssigkeitstriebwerk (Quellen nennen die Bezeichnung RD-151) von Energomasch mit einem Schub von 170 Tonnen ist ein Produkt von Chrunitschew, die zweite Stufe mit Feststoffantrieb (KSR-1) eine südkoreanische Entwicklung. Die Startstufe soll Mitte Juni 2009 in Korea eintreffen, im Juli soll die Trägerrakete komplettiert werden, die schließlich 33,5 Meter hoch sein wird.

Der Satellit, der, ist der Jungfernflug der KSLV-1 ein Erfolg, den Weltraum erreicht, ist der von zwei koreanischen Instituten entwickelte und gebautet STSAT-2, den man zwei Jahre im Weltraum arbeiten lassen möchte. Die Integration des Satelliten auf der Trägerrakete erfolgt durch Techniker der koreanischen Fluggesellschaft Korean Air. Derzeitige Planungen sehen den Start des Satelliten am 30. Juli 2009 vor.

Nach dem Flug im kommenden Juli soll die nächste Mission einer KSLV-1 im April 2010 starten. Falls die Rakete bei einem der ersten beiden Flügen versagen sollte, wird aus Russland ein dritter Start mit der Lieferung einer weiteren Erststufe unterstützt.

Die KSLV-2 soll später die erste vollständige Eigenentwicklung Koreas werden. Damit könnte im Jahr 2018 ein 1,5 Tonnen schwerer kommerzieller Multifunktionssatellit gestartet werden, hofft man in Korea. Außerdem gibt es Pläne für ein Weltraumerforschungsprogramm. Ein Mondorbiter und ein Mondlander könnten entwickelt werden.

Startgelände bei 34° 25' 55.30" Nord, 127° 32' 11.60" Ost in google maps

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