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Autor: Roman van Genabith / 11. August 2014, 21:42 Uhr

Electron: Satellitenstart für fünf Millionen Dollar

Mit der leichten Trägerrakete Electron möchte Rocket Lab einen erschwinglichen Zugang zum Weltraum für Nutzlasten bis 110 kg anbieten.

Quelle: ESA, Rocket Lab, stuff.co.nz
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Das neuseeländische Weltraumstartup Rocket Lab entwickelt mit Electron eine neue, besonders leichte Trägerrakete, mit der ab 2015 Satelliten für rund fünf Millionen US-Dollar pro Start in einen niedrigen Erdorbit (Low Earth Orbit, LEO) transportiert werden sollen.

Mit der Rakete will Electron Nutzlasten mit einer Masse von bis zu 110 Kilogramm starten, deutlich weniger als die europäische Ariane mit einer maximalen Nutzlast von rund 20 Tonnen. Die dreistufige Electron ist mit einer Höhe von rund 18 Metern und einem Durchmesser von einem Meter allerdings auch deutlich kleiner als die Ariane mit ihrer Höhe von 54 Metern bei 5,4 Metern Durchmesser.

Leicht = günstig
Der Clou bei Electron ist ihre geringe Masse von rund 10 Tonnen inklusive Tank. Erreicht wird das durch eine Fertigung aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff. Die so eingesparte Masse erlaubt einen ungewöhnlich geringen Treibstoffverbrauch. Laut Rocket Lab werde für einen Start weniger Treibstoff benötigt, als für einen Flug von Los Angeles nach San Francisco.

Neben den im Vergleich zu bisherigen Starts um rund das Zehnfache reduzierten Kosten soll auch die Wartezeit der Kunden stark schrumpfen, um durchschnittlich 91%. Mit verantwortlich für die günstigen Konditionen ist die Verwendung handelsüblicher State-of-the-art-Komponenten, etwa in der Avionik der Raketen.

Rocket Lab plant zwei Starts pro Woche bzw. 100 Starts im Jahr. Eine hohe Startfrequenz bei geringen Kosten sieht das Unternehmen als den Missing Link der Raumfahrt.

Nach den Vorstellungen von Rocket Lab kann eine so realisierbare um Größenordnungen höhere Anzahl an Erdtrabanten u.a. zum Aufbau einer globalen satellitengestützten Breitbandanbindung oder besserer Wettervorhersage beitragen, sowie bei Aspekten der Erdbeobachtung, etwa in der Katastrophenprognose oder der Überwachung und Erforschung natürlicher Rohstoffvorkommen zum Tragen kommen.

Rocket Lab

Bild vergrößernPeter Beck und Electron
(Bild: Rocket Lab)
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Rocket Lab-Gründer und technischer Direktor Peter Beck (36), ehemaliger Wissenschaftler bei den Crown Research Institutes, einer 1992 von der Neuseeländischen Regierung ins Leben gerufenen Forschungsgemeinschaft, beschreibt die Vision seines Unternehmens: Ähnlich wie das Model T von Ford Mobilität für jedermann brachte, will sein Unternehmen einen einfachen und günstigen Zugang zum Weltraum für Unternehmen ermöglichen.

Der Erstflug einer Electron soll 2015 stattfinden, die Aufnahme des kommerziellen Betriebs ist für das selbe Jahr geplant. 30 Aufträge für Satellitenstarts habe Rocket Lab bereits.

Die 80 bisher erfolgten Starts des 2007 gegründeten Unternehmens, bei denen eine maximale Aufstiegshöhe von 100 km erreicht wurde, machen deutlich, dass die ambitionierten Pläne von Rocket Lab über reine Gedankenspiele und Konzeptstudien hinausgehen.

Eine durch günstige Startmöglichkeiten befeuerte exponentiell ansteigende Zahl von Satelliten führt zu einem potenziell gefährlich hohem Niveau an Weltraummüll, ein Problem, das zunehmende Bedeutung für die erdnahe Raumfahrt erlangte. Zwar werden bereits verschiedene Konzepte zur Müllbeseitigung im Orbit untersucht - dies beinhaltet sowohl die Konzeption von Satelliten, die zu einem eigenständigen De-Orbiting fähig sind, als auch die aktive Müllbeseitigung durch verschiedene fliegende Systeme - einer praktischen und standardmäßigen Umsetzung ist man jedoch noch nicht nah.

In wie weit die von Rocket Lab gestarteten leichteren Satelliten, die eine prognostizierte Betriebszeit von fünf bis sieben Jahren haben sollen, in diesem Kontext einzuordnen sind, bleibt abzuwarten.

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