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Autor: Thomas Weyrauch / 12. Februar 2016, 21:41 Uhr

ViaSat bucht Starts bei Arianespace

Am 9. Februar 2016 gab Arianespace bekannt, von ViaSat, einem Anbieter von Breitbanddiensten und Kommunikationstechniklösungen aus Carlsbad im US-Bundesstaat Kalifornien, mit dem Start des Kommunikationssatelliten ViaSat 2 und einem Satelliten für die ViaSat-3-Konstellation beauftragt worden zu sein.

Quelle: Arianespace, Boeing, SpaceX, SS/L
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Boeing

Bild vergrößernBoeing-Ka-Band-Satellit über der Erde - Illustration
(Bild: Boeing)
Sowohl ViaSat 2 als auch der Satellit für die ViaSat-3-Konstellation sind Konstruktionen von Boeing Satellite Systems in El Segundo im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien. Beide Satelliten werden nach Angaben von Arianespace eine Startmasse im Bereich von 6.400 Kilogramm aufweisen und haben die Aufgabe, im Geostationären Orbit (GEO) im Ka-Band Kapazitäten bereitzustellen.

ViaSat 2 soll von einer Ariane-5-ECA-Rakete im ersten Quartal 2017 auf einen Geotransferorbit (GTO) gebracht werden, das ViaSat-3-Raumfahrzeug von einer Rakete des gleichen Typs Ende 2019 oder Anfang 2020. Beide Starts werden vom europäischen, in Französisch Guayana gelegenen Raumfahrtzentrum Kourou aus erfolgen.

ViaSat arbeitet am Aufbau einer Infrastruktur, die Nutzern an Land, zu Wasser und in der Luft gleichwertige hochperformante Zugriffsmöglichkeiten auf das Internet bietet und im Vergleich mit Angeboten anderer Satelliten- und Netzbetreiber bestehen kann. Versorgen will ViaSat mit der Infrastruktur Privatkunden, Unternehmen, Regierungsorganisationen und das Militär.

Mit ViaSat 2 will Viasat die dem eigenen Unternehmen und seinen Kunden zur Verfügung stehende Kapazität im Vergleich zu bisher von ViaSat genutzten Satelliten ungefähr verdoppeln und gleichzeitig etwa das siebenfache an Abdeckung erreichen. ViaSat 2 ist für eine kostengünstigere und schnellere Versorgung in ausgedehnteren Gebieten gedacht und adressiert Kunden in der Karibik, in Nord-, Süd- und Zentralamerika sowie auf Routen von Luft- und Seefahrt über und auf dem Atlantik zwischen Europa und Nordamerika.

Den Bau von ViaSat 2 basierend auf der Plattform BSS-702HP hatte ViaSat im Mai 2013 bei Boeing beauftragt. Boeing hatte sich in einem Bieterwettbewerb gegen Lockheed Martin durchgesetzt. Space Systems/Loral (SS/L), Hersteller von ViaSat 1, kam für ViaSat wegen Patentstreitigkeiten als Lieferant nicht mehr in Frage.

ViaSat warf SS/L vor, dass SS/L Technologien, die ViaSat zum Bau von ViaSat 1 beigesteuert hatte, anschließend unberechtigt bei der Herstellung von Kommunikationssatelliten für andere Abnehmer verwendet habe. In diesem Zusammenhang wurden insbesondere die Kommunikationssatelliten Jupiter 1 (alias EchoStar 17 / EchoStar XVII) und Jupiter 2 (alias EchoStar 19 / EchoStar XIX) genannt.

Die geplante Auslegungsbetriebsdauer von ViaSat 2 liegt bei über 15 Jahren. Eine Nutzung eines Teils der Kapazitäten des Satelliten, der einen Durchsatz von voraussichtlich 350 Gigabit pro Sekunde möglich macht, durch Xplornet Communications aus Kanada vereinbarten ViaSat und Xplornet am 1. Mai 2014.

Im Januar 2015 beauftragte ViaSat SpaceX mit dem Start des Satelliten, wofür SpaceX eine Rakete vom Typ Falcon 9 Heavy vorsah. Wegen Verzögerungen bei der Entwicklung des bisher leistungsfähigsten Raumfahrtträgers von SpaceX wählte ViaSat zur Absicherung der eigenen Planungen jetzt offensichtlich einen alternativen Startanbieter.

Die ViaSat-3-Konstellation soll zusammen mit einer weiterentwickelten Bodeninfrastruktur ein weltweit verfügbares System für breitbandigen, schnellen Zugriff auf das Internet bilden. Die dafür vorgesehenen Satelliten sollen jeweils einen Durchsatz von über 1.000 Gigabit pro Sekunde bzw. von mehr als einem Terabit pro Sekunde bewältigen.

Insgesamt drei ViaSat-3-Raumfahrzeuge sind geplant. Der erste Satellit ist Empfängern in den beiden amerikanischen Kontinenten gewidmet. Der zweite Erdtrabant wird Nutzer in einer EMEA genannten Region, also solche in Europa, dem mittleren Osten und in Afrika, adressieren. Das dritte Raumfahrzeug ist dafür gedacht, mit seinen Ausleuchtzonen Nutzer im asiatisch-pazifischem Gebiet zu bedienen.

Die ViaSat-3-Raumfahrzeuge werden via ViaSat 2 auf der Plattform BSS-702HP basieren. Ihre Kommunikationsnutzlasten will ViaSat selbst beisteuern. Mit ihrer Hilfe will ViaSats Haushalte künftig mit einer Downloadgeschwindigkeit von mindestens 100 Megabit pro Sekunde, Geschäftskunden gar mit Geschwindigkeiten von einem Gigabit pro Sekunde erreichen.

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