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Autor: Günther Glatzel / 12. September 2009, 15:40 Uhr

HTV-Demonstrationsmanöver erfolgreich

Bevor sich das Raumfahrzeug der Internationalen Raumstation annähert, werden verschiedene Manöver absolviert, um alle wichtigen Funktionen zu testen.

Quelle: JAXA
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JAXA

Das HTV im All
(Bild: JAXA)
Dazu gehört auch das Initiieren eines Abbruchmanövers zur Vermeidung von Kollisionsgefahren. Ein solches Manöver kann durch Sensorenwerte automatisch oder von einer Person per Funkkommando ausgelöst werden. In beiden Fällen weicht das HTV nach unten aus. Die Navigation erfolgt aufgrund von GPS-Koordinaten, die wegen zweier an der ISS neu angebrachter Antennen recht genau sind. Noch genauer arbeitet ein Laser-basiertes Messsystem. Dazu befinden sich Reflektoren an der Unterseite des japanischen Labormoduls Kibo, die das Laserlicht, das vom HTV kommt, zu entsprechenden Sensoren gelangt. Daraus lässt sich die Position zentimetergenau berechnen.

Nach dem Start am 10. September etablierte der Frachter in zwei Stufen seine autonome Lageregelung und führte mit eigenem Antrieb die ersten kleinen Bahnmanöver durch. Dazu verfügt es über 4 Hecktriebwerke mit einem Schub von jeweils 490 N. Zur Lageregelung und zum Halten der Position können insgesamt 28 kleine Triebwerke eingesetzt werden, die einen Schub von jeweils 110 N bringen.

Bei diesem ersten Flug, bei dem die Annäherung an die Station insgesamt 7 Tage dauert, befinden sich zusätzliche Batterien und Treibstoffvorräte an Bord, weshalb die Nutzlast bei nur knapp 3 t liegt. Im Normalfall kann das HTV etwas mehr als 4 Tage autonom operieren. Angedockt wird es von der Station mitversorgt und soll etwa 30 Tage dort verweilen.

Das Raumfahrzeug mit einer Leermasse von etwa 10,5 Tonnen bringt einiges an Außen- und Innenfracht zur Station. Für die Außenplattform Japanese Exposed Facility (JEF) sind das Experiment SMILES (Superconducting Submillimeter-Wave Limb-Emission Sounder) sowie der zweiteilige HREP-Messkomplex HICO & RAIDS an Bord. HICO (Hyperspectral Imager for the Coastal Ocean) dient der Erprobung von Hyperspektralabbildung am Beispiel von Küstenregionen, RAIDS (Remote Atmospheric and Ionospheric Detection System) der Erforschung von Erdatmosphäre und Ionosphäre. Hinzu kommt eine ebenfalls außenbords zu benutzender Roboterarmerweiterung für filigrane Tätigkeiten (Small Fine Arm).

Über Luken zwischen Harmony und HTV 1 wird die übrige Fracht zugänglich, die im Inneren der Station verwendet wird. Diese sind in 8 Frachtregalen (HTV Resupply Racks) gelagert, darunter Versorgungsgüter, Verbrauchsmaterialien und Experimentiernachschub. Das ursprünglich für diesen Flug vorgesehene Express Rack 8 wurde von der NASA für einen anderen Flug umgebucht.

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