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Autor: Thomas Weyrauch / 12. September 2010, 19:29 Uhr

Japanischer Navigationssatellit MICHIBIKI gestartet

Am 11. September 2010 wurde der japanische Navigationssatellit MICHIBIKI von einer H-IIA-Rakete in den Weltraum transportiert.

Quelle: JAXA, MHI, The Mainichi Daily News
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Mitsubishi Heavy Industries (MHI)

Bild vergrößern H-IIA F18 hat abgehoben
(Bild: Mitsubishi Heavy Industries (MHI))
Der Start erfolgte am 11. September 2010 um 16:17 Uhr Orstzeit (13:17 Uhr MESZ) zu Beginn eines eine Stunde breiten Startfensters von einer Startrampe des Tanegashima Space Center in der Präfektur Kagoshima an der Südküste der japanischen Insel Tanegashima. Bei hervorragend geeignetem Wetter hob die 53 Meter hohe Rakete mit dem Navigationssatelliten unter einer Nutzlastverkleidung des Typs 4S an der Spitze ab, als Wind aus West-Süd-West mit rund 3,7 Meter pro Sekunde kam, und die Temperatur bei rund 26 Grad Celsius lag. Wegen der Notwendigkeit, ein mögliches Problem mit dem Schmiermittel in Kugellagern der Reaktionsräder von MICHIBIKI abklären zu müssen, war der 18. Start einer H-IIA um etwas mehr als einen Monat verschoben worden.

Die H-IIA-Rakete in H2A202-Konfiguration von Mitsubishi Heavy Industries (MHI) setzte den von Mitsubishi Electric (MELCO) gebauten Satelliten mit einer Startmasse von rund 4.000 Kilogramm nach 28 Minuten und 27 Sekunden Flug im Weltraum ab.
JAXA / Mitsubishi Electric

Bild vergrößernMICHIBIKI am Boden
(Bild: JAXA/Mitsubishi Electric)
JAXA

Bild vergrößernMICHIBIKI im All - Illustration
(Bild: JAXA)
Am Boden von einer Station in Chile empfangene Telemetriedaten vom auf dem Satellitenbus DS2000 basierenden Raumfahrzeug bestätigten später das erfolgreiche Entfalten der beiden Solarzellenausleger. Sie geben dem Satelliten eine Spannweite von 25,3 Metern. Über 6,4 Kilowatt sollen die Solarzellen bereitstellen können, gemessen wurden nach Angaben der japanische Agentur für Luft- und Raumfahrtforschung (JAXA) bereits 6,7 Kilowatt. Innerhalb der ersten 10 Tage nach dem Start wird die Umlaufbahn von MICHIBIKI um die Erde mit vier Brennphasen des an Bord befindlichen Apogäumsmotors angehoben. Für den 12. September gegen 7:00 Uhr japanischer Zeit ist eine erste Zündung des Motors geplant. Verläuft alles wie geplant, befindet sich der Erdtrabant nach rund 2 Wochen schließlich auf seiner endgültigen Bahn. Deren Perigäum, der der Erde nächste Bahnpunkt, liegt bei rund 32.000 Kilometern, ihr Apogäum, der von der Erde am weitesten entfernte Bahnpunkt, bei rund 40.000 Kilometern über der Erde. Die Neigung der Bahn wird zwischen 39 und 47 Grad schwanken. Ein Erdumlauf auf dieser Bahn dauert 23 Stunden und 56 Minuten.

MICHIBIKI alias QZS 1 ist der erste einer Gruppe aus drei Satelliten, die zusammen eine QZSS für Quasi-Zenith Satellite System genannte Satellitenkonstellation bilden sollen, die über japanischem Boden rund um die Uhr Navigationssignale bereitstellen kann. Acht Stunden täglich werden MICHIBIKIs Navigationssignale in Japan zu empfangen sein. Bisher werden in Japan hauptsächlich vom US-amerikanischen Navigationssatellitensystem GPS gelieferte Navigationsdaten verwendet.
JAXA

Bild vergrößernQZSS als Ergänzung für GPS
(Grafik: JAXA)
Aufgrund der vielen Berge auf Japans Inseln und der Hochhausschluchten in den japanischen Großstädten ist der Empfang von GPS-Daten nicht immer überall problemlos mit der erforderlichen Genauigkeit möglich. Die japanischen Navigationssatelliten sind daher als Ergänzung zu GPS gedacht. Für die Gebiete, in denen Navigationssignale bisher schlecht nutzbar waren, soll zukünftig eine Navigation mit einer Abweichung im Bereich eines Meters oder geringer möglich sein. Die zeitliche Verfügbarkeit von Navigationssignalen soll sich bei drei aktiven QZS auf 99,8 Prozent verbessern, ohne diese Satelliten liegt sie bei 90 Prozent.

Nach Angaben der japanischen Regierung wurden bisher rund 40 Milliarden Yen für die Entwicklung des Satelliten mit einer Auslegungsbetriebsdauer von 10 Jahren und rund 33,5 Milliarden Yen für das zugehörige Bodensegment aufgebracht. Für die Komplettierung durch QZS 2 ud QZS 3 werden weitere 70 Milliarden Yen veranschlagt, weshalb einige Offizielle der an dem Projekt beteiligten Ministerien Japans gegen einen Einsatz der beiden zusätzlichen Satelliten votieren.

MICHIBIKI alias QZS 1 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 37.158 bzw. als COSPAR-Objekt 2010-045A.

JAXA

Brennphasen des Apogäumsmotors heben MICHIBIKIs Bahn an - Illustration
(Grafik: JAXA)
Update 12. September 2010: Die erste Brennphase des Apogäumsmotors von MICHIBIKI hat stattgefunden. Um 12:02 Uhr japanischer Zeit am 12. September 2010 wurde der Motor nach den entsprechenden Kommandos, die von einer Bodenstation im australischen Perth gesendet worden waren, gezündet und brannte 67 Minuten lang. Nach Angaben der JAXA sprechen Telemetriedaten vom Satelliten dafür, dass das Manöver gelang wie geplant. Weitere vier AEF für Apogee Engine Firing genannte Brennphasen in den kommenden Tagen sind geplant. Die nächste wird voraussichtlich am 13. September 2010 erfolgen.

Update 13. September 2010: Eine zweite erfolgreiche Brennphase des Apogäumsmotors von MICHIBIKI hat stattgefunden. Sie begann um 13:26 Uhr japanischer Zeit am 13. September 2010 nach entsprechenden Kommandos, die von einer Bodenstation auf Okinawa gesendet worden waren, und dauerte 88 Minuten. Die nächste Brennphase ist für den 14. September 2010 geplant.

Update 14. September 2010: Die dritte Brennphase des Apogäumsmotors von MICHIBIKI war wiederum erfolgreich. Sie begann um 12:21 Uhr japanischer Zeit am 14. September 2010 nach entsprechenden Kommandos, die wieder von Okinawa abgesetzt worden waren, und dauerte 7 Minuten. Die nächste Brennphase ist für den 16. September 2010 geplant.

Update 16. September 2010: Die vierte Brennphase des Apogäumsmotors gelang ebenfalls. Um 6:25 Uhr japanischer Zeit am 16. September 2010 wurde der Motor nach den entsprechenden Kommandos, die wieder von einer Bodenstation im australischen Perth gesendet worden waren, gezündet und brannte rund 4 Minuten lang. Die nächste Brennphase ist für den 17. September 2010 geplant.

Update 18. September 2010: Die fünfte Brennphase des Apogäumsmotors von MICHIBIKI war wie die vorausgehenden erfolgreich. Sie begann um 20:27 Uhr japanischer Zeit am 17. September 2010 nach entsprechenden Kommandos, die von der Station Katsuura in Japan abgesetzt worden waren und dauerte rund 6 Minuten. MICHIBIKI befindet sich nach Berechnungen der JAXA nun in einem Orbit mit einem Perigäum von 32.071 Kilometern über der Erde, einem Apogäum von 38.974 Kilometern über der Erde und einer Neigung gegen den Äquator von 41 Grad. Ein Umlauf auf dieser Bahn dauert rund 23 Stunden und 43 Minuten.

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