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Autor: Günther Glatzel / 13. Februar 2014, 17:48 Uhr

ISS: Die ersten Flocken fallen

Die ersten Kleinsatelliten der Firma Planet Labs, die im Januar mit einem Cygnus-Frachter zur Internationalen Raumstation gelangten, wurden ausgesetzt.

Quelle: Space News, Skyrocket, Raumcon, NASA, TechCrunch
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NASA

Die ersten Flock-Satelliten werden auf der ISS-Bahn ausgesetzt.
(Bild: NASA)
Dies geschah am 11. Februar mittels einer speziellen Startapparatur, die am Ende des japanischen Manipulatorarms befestigt war. Die Apparatur SSOD war zuvor von Koichi Wakata mit durchgeprüften Satelliten der Serie Flock 1 bestückt und in der Materialluftschleuse verstaut worden. Nach dem Verschließen der inneren Schleusenluke und dem Auspumpen der Luft wurde die äußere Luke geöffnet, so dass man mit dem Manipulatorarm die Startapparatur greifen und vom Modul weg schwenken konnte.

Insgesamt 4 Satelliten wurden paarweise gestartet und trennten sich kurz darauf voneinander. Jeder der Satelliten besitzt Abmessungen von 10 x 10 x 30 Zentimeter und ist außen mit Solarzellen versehen. Zudem verfügt jeder Satellit über eine Kamera und Sendeeinrichtungen, mit denen Bilder der Erdoberfläche angefertigt und zur Erde übermittelt werden können.

Flock, auf deutsch so viel wie Schar oder Schwarm, soll eine ganze Konstellation von Kleinsatelliten werden, die sich, zu unterschiedlichen Zeiten gestartet, im Laufe der Zeit über einen weiten Bereich des Orbits in etwa 400 Kilometern Höhe bei einer Bahnneigung von knapp 52 Grad verteilen werden. Damit kann man jeden Punkt der Erde zwischen 52 Grad nördlicher und südlicher Breite in regelmäßigen Abständen wiederholt fotografieren.

Die Flock-Konstellation wurde von der US-amerikanischen Firma Planet Labs initiiert und gebaut und soll weltweit Informationen über Veränderungen auf unserem Planeten zur Verfügung stellen. Jeder Satellit fertigt Bilder an, speichert diese und sendet die Daten zur Erde, sobald er eine Bodenstation des Systems überfliegt. Hier werden die Bilder aufbereitet und auf einem Server zur Verfügung gestellt. Vorgänger der Flock-Satelliten waren Dove 1 und 2, die im April 2013 an der Spitze einer Sojus 2 bzw. einer Antares ins All gelangten und die Machbarkeit des Projektes bewiesen. Während Dove 1 auf einer 165-Kilometer-Bahn abgesetzt wurde und mittlerweile in dichten Atmosphärenschichten verglühte, gelangte Dove 2 (mit Bion-M 1) auf eine 570-Kilometer-Bahn. Im November kamen Dove-3 und 4 hinzu.

Insgesamt soll der neue Satellitenschwarm Flock in wenigen Wochen aus der ISS ausgeschleust werden und besteht dann aus 28 Satelliten. Diese werden passiv in ihrer Lage stabilisiert und verfügen über keinen Antrieb. Im Verlaufe von 1 bis 2 Jahren werden ihre Bahnen so weit abgesunken sein, dass sie verglühen. Bis dahin stellen sie allerdings wegen ihrer fehlenden Ausweichmöglichkeit auch eine gewisse Gefahr für die internationale Raumfahrt dar. Gegenwärtig werden gerade internationale Richtlinien diskutiert, die für diese relativ neue Klasse von Satelliten gelten sollen. Der Tenor dabei lautet: keine Sonderregeln für Cubesats. Sie sollen nur auf Bahnen gelangen dürfen, auf denen sie im Verlaufe von wenigen Jahren so weit absinken, dass sie in die Erdatmosphäre eintreten und dabei zerstört werden.

"Ohne ein Antriebssystem an Bord werden die Nutzungszeiten der Satelliten ziemlich begrenzt sein", sagte Chris Boshuizen, Cheftechnologe bei Planet Labs. "Unser Geschäftsmodell basiert auf der Massenproduktion kleiner Satelliten. Anstatt einen komplexen Satelliten mit einer Funktionsdauer von 10 Jahren zu bauen, wählten wir viel einfachere Satelliten mit einer Funktionsdauer von ein paar Jahren und der Möglichkeit, die Konstellation einfach zu erneuern."

Da man für die Zukunft den Start einer größeren Anzahl von Cubesats von der ISS aus plant, hat die US-Firma Nano Racks ein spezielles Startsystem entwickelt. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, derartige Satelliten zunächst an Bord eines Frachtraumschiffes zur Internationalen Raumstation zu bringen und dann von hier aus im All auszusetzen. Bisher kam es mitunter zu jahrelangen Wartezeiten bis ein Kleinsatellit als Huckepack-Nutzlast unter Einsatz einer speziellen Abstandseinrichtung auf eine Erdumlaufbahn gelangte.

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