Kommentar: Die Hoffnung fliegt wieder
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Autor: Tobias Willerding / 15. Januar 2017, 16:44 Uhr

Kommentar: Die Hoffnung fliegt wieder

Die Falcon 9 startet und landet wieder. Außerdem gab es nach einer Durststrecke von viereinhalb Monaten endlich wieder eine interessante Startübertragung.

Quelle: SpaceX, r/SpaceX
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r/SpaceX

Bild vergrößernAssoziationen von SpaceX-Fans mit dem Namen SpaceX auf reddit.com/r/spacex
(Bild: r/SpaceX)
Bei einer Umfrage im SpaceX-Subreddit auf der Webseite reddit.com unter den dortigen SpaceX-Fans sollten diese SpaceX in einem Wort charakterisieren; die häufigste Antwort bei einer Umfrage Ende 2015: "hope" oder auf Deutsch "Hoffnung". Welche Hoffnung genau mit SpaceX assoziiert wird, ist dann natürlich noch eine andere Frage. Vielleicht ist damit die Hoffnung auf Veränderung in der Raumfahrt gemeint.

Nehmen wir den Webcast von SpaceX: War er bei dem ersten Falcon 1 Start noch genauso störanfällig wie die erste Falcon 1, so hat er sich inzwischen mit der Falcon-Familie weiter entwickelt.

Hatte der erste Falcon-1 Start noch eine rudimentäre Onboardkamera (immerhin!), so gibt es heute eine Vielzahl an Kameras an der Rakete, die so ziemlich jedes Ereignis des Startes einfangen und live zur Erde übertragen. Inzwischen gibt es auch eine Reihe von Moderatoren, die den Start kommentieren und die Atmosphäre in der SpaceX-Zentrale in Los Angeles vermitteln. Und um dem noch einen draufzusetzen gibt es zusätzlich noch eine Übertragung für den hauptsächlich technisch interessierten Zuschauer ohne Moderatoren.

Dazu kommt natürlich noch das Alleinstellungsmerkmal mit der Landung der ersten Stufe, die beim Iridium-Start von Stufentrennung bis Landung im Meer quasi komplett live übertragen wurde. Solche Aufnahmen beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre sind äußerst selten und werden nur von SpaceX live übertragen. Das eigentliche Missionsziel mit dem Start der Iridium-Satelliten gerät da schon fast in den Hintergrund. Immerhin: auch vom leeren Dispenser wurden am Ende noch Live-Bilder gezeigt.

SpaceX

Bild vergrößernStart Falcon 9 mit 10 Iridiumsatelliten
(Bild: SpaceX)
Echte Live-Bilder können eben das Herz des raumfahrtbegeisterten Menschen deutlich mehr bewegen als es veraltete Computergrafiken können. Da kann man stattdessen ja auch ein Computerspiel mit deutlich besserer Grafik spielen.

Aber auch die Satellitenkunden profitieren von dem enormen Medieninteresse. Wann sind Iridium oder andere Satellitenbetreiber schon mal groß in der Presse vertreten? Es sei denn natürlich, man möchte als Kunde nicht in der Presse erscheinen, dann ist man bei einem anderen Startanbieter sicher besser aufgehoben.

Auf Youtube haben die beiden Webcasts zum Iridiumstart zusammen über eine Million Aufrufe. Für einen Raketenstart mit Satelliten eine ungewöhnlich hohe Zahl. Der raumfahrtbegeisterte Mensch hatte offenbar Sehnsucht nach einer vernünftigen Startübertragung (inkl. Landung).

Die nächsten Starts sind Echostar-23 vom Kennedy Space Center Ende Januar oder Anfang Februar, gefolgt von der ISS-Versorgungsmission CRS-10 und schließlich die Mission SES-10. Bei SES-10 soll das erste Mal die Falcon 9 nicht nur geborgen sondern auch wiederverwendet werden. Es fliegt die Falcon 9 Stufe, die bereits letztes Jahr die Mission CRS-8 gestartet hat und anschließend erfolgreich auf dem autonomen Drohnenschiff im Atlantik gelandet ist. Insbesondere SES-10 dürfte SpaceX im Februar oder März nochmal Rekordzuschauerzahlen bescheren.

Natürlich ist Veränderung nicht ohne Risiko, je komplexer der Webcast oder die Mission, desto mehr kann schiefgehen. Ein Moderator kann sich verhaspeln, z.B. Reentry- mit Boostback-Burn verwechseln, mal gibt es Tonprobleme oder es werden ungeplant geheime Aufnahmen gezeigt, weil jemand nicht schnell genug auf eine andere Kamera geschaltet hat. Die Falcon 9 kann auch auf der Startrampe oder im Flug explodieren, wie die Vergangenheit uns lehrt.

Man kann nur hoffen, dass SpaceX die technischen Probleme mit dem Helium jetzt im Griff hat. Nach den Heliumproblemen 2014, dem Strebenproblem beim Heliumtank 2015 und dem Temperaturproblem im Heliumtank 2016, wäre ein Jahr ohne Explosion oder Beinaheexplosion doch mal was richtig Schönes.

Ein weiterer SpaceX-Fehlschlag bedeutet vor allem eines: Wieder Monate lang keine Raketenlandung mehr und keine vernünftige Startübertragung.

Und falls Sie den Start noch nicht gesehen haben, können Sie es hier schnell nachholen:



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