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Autor: Günther Glatzel / 16. März 2010, 21:00 Uhr

Defektes Druck-Ventil an der Discovery

Ein defektes Ventil am Helium-Drucksystem für Lageregelungstriebwerke des rechten Pods der Raumfähre könnte den Start der Discovery verzögern, falls es sich nicht am Startplatz reparieren lässt.

Quelle: NASA, Raumcon, Wikipedia
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NASA

Triebwerksgruppen in sogenannten Pods links und rechts oberhalb der Haupttriebwerke am Heck der Raumfähre
(Bild: NASA)
NASA

Eines der RCS-Triebwerke ist in Betrieb.
(Bild: NASA)
Durch das betreffende Ventil wird normalerweise ein Treibstofftank für Lageregelungstriebwerke (Reaction Control System) unter Druck gesetzt. Als Druckgas wird Helium verwendet. Dieses befindet sich in einem eigenen Tank, der über zwei Leitungen mit dem Treibstofftank verbunden ist. Jede Leitung verfügt über einen Druckregler und ein Abschaltventil.

Eines dieser Ventile ist zunächst in offener Stellung steckengeblieben. Damit könnte man den Tank im Falle eines Lecks möglicherweise nicht mehr drucklos schalten, im Normalbetrieb würden sich aber keine Nachteile ergeben. Später gelang es, das Ventil zu schließen, es stellte sich aber offenbar heraus, dass es trotzdem noch Helium durchlässt.

Das defekte Ventil sitzt im Inneren der Triebwerksgruppe, auch OMS-Pod genannt. Zu seiner Reparatur, müsste man das gesamte Pod abbauen, was wahrscheinlich nur in der Orbiter Processing Facility vorgenommen werden kann. Dazu müssten zunächst Raumfähre und komplettes Antriebssystem zurück in die große Montagehalle (Vehicle Assembly Building) gerollt und die Discovery abmontiert werden. Anschließend müsste die Fähre in die Orbitervorbereitungshalle transportiert werden. Nach der Reparatur ginge alles den umgekehrten Weg zurück zum Startplatz.

Möglicherweise wird man aber auch mit dem defekten Ventil starten. Im Normalfall ist im Orbit ohnehin immer eines der beiden Ventile offen. Problematisch wäre ein Leck in der Leitung mit dem defekten Ventil, da man dann den Heliumvorrat verlieren würde. In begrenztem Umfang könnte man aber trotzdem die Triebwerke des Lageregelungssystems im rechten OMS-Pod einsetzen.

Das Reaction Control System (RCS) des Space Shuttles verfügt über 16 Triebwerke am Bug sowie jeweils 14 in jeder Triebwerksgruppe rechts und links am Heck. Es wird sowohl zur Lageregelung und für Rotationsmanöver als auch für kleine Kurskorrekturen eingesetzt. Derart kleine Manöver werden in der Endphase der Annäherung an die Internationale Raumstation geflogen. Wichtig ist das RCS auch für das Einnehmen der korrekten Lage beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre. Erst in dichteren Schichten können Lagekorrekturen mit aerodynamischen Steuerflächen vorgenommen werden.

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