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Autor: Thomas Weyrauch / 16. November 2015, 10:22 Uhr

TAS baut Kommunikationssatellit für Bangladesch

Am 12. November 2015 gab der französisch-italienische Luft- und Raumfahrtkonzern Thales Alenia Space (TAS) bekannt, dass er mit dem Bau des Kommunikationssatelliten Bangabandhu 1 für Bangladesch beauftragt worden ist.

Quelle: Bangladesh Awami League, BTRC, Dhaka Tribune, Prothom Alo, Thales Alenia Space, The Daily Star
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TAS

Bild vergrößernBangabandhu 1 über der Erde - Illustration
(Bild: TAS)
Die Vereinbarung über den neuen Erdtrabanten traf TAS mit der Regulierungskommission für Telekommunikation aus Bangladesch (BTRC, Bangladesh Telecommunication Regulatory Commission). Den Zuschlag erhielt TAS im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens.

Nach Informationen aus Bangladesch hatten die beiden US-amerikanischen Unternehmen Boeing und Orbital, MDA aus Kanada und die chinesische Vermarkterin von Satelliten, Raketen und Starts, die China Great Wall Industry Corporation, zunächst ebenfalls Interesse am Bau von Bangabandhu 1 gezeigt. Die Frist zur Abgabe eines qualifizierten Angebots lief am 18. Juni 2015 ab.

Am Morgen des 11. November 2015 unterzeichneten Shahjahan Mahmood, der Vorsitzende der BTRC, und Jean-Loïc Galle, Präsident und geschäftsführendes Vorstandsmitglied von TAS, den Vertrag in einem Hotel in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka.

TAS soll für die Abwicklung des erhaltenen Auftrags umgerechnet rund 248 Millionen US-Dollar bekommen. Das Unternehmen muss für diese Summe innerhalb eines Zeitraums von 24 Monaten den Satelliten entwerfen, bauen und testen, sowie seinen Transport in den Weltraum gewährleisten. 56 Prozent der dafür aufzuwendenden Summe leiht sich Bangladesch im Ausland, die Regierung des Landes finanziert die übrigen 44 Prozent.

Bangabandhu 1, kurz auch BD 1 genannt, ist dazu gedacht, Bangladesch und umgebende Regionen mit direkt ausgestrahlten Programmen zu versorgen, und insbesondere für abgelegene Gebiete Kommunikationsverbindungen zur Verfügung zu stellen. Der Erdtrabant wird Bangladesch zum 57. Staat der Erde machen, in dessen Besitz sich mindestens ein eigener Erdsatellit befindet.

Die Rechte zur Nutzung der vorgesehenen Frequenzen an der Orbitalposition bei 119,1 Grad Ost im Geostationären Orbit, an der Bangabandhu 1 zum Einsatz kommen soll, mietete die Regierung Bangladeschs am 15. Januar 2015 für einen Zeitraum von 15 Jahren von einem Satellitenbetreiber aus Russland. Registrierter Nutzer der genannten Orbitalposition ist Intersputnik, an den die BTRC im Rahmen der Nutzungsvereinbarung insgesamt umgerechnet 28 Millionen US-Dollar zu zahlen hat.

Die Konstruktion des Satelliten mit einer Masse im Bereich von 3,5 Tonnen erfolgt laut TAS auf Basis des hauseigenen Satellitenbus Spacebus 4000B2. Für die Kommunikationsnutzlast des Satelliten mit einer Leistung im Bereich von sechs Kilowatt sind 26 Ku- und 14 C-Band-Transponder vorgesehen.

Auch beim Aufbau des Bodensegments wird TAS aktiv. Auf Basis einer SpaceGate genannten Lösung sollen in Bangladesch zwei Bodenstationen realisiert werden, die den neuen Satelliten überwachen und steuern können, und die Integration des Satelliten in entsprechende Daten- und Kommunikationsnetze übernehmen. Bei der Umsetzung in Bangladesch will TAS hinsichtlich erforderlicher Bauarbeiten vor Ort mit Spectra Engineers Ltd. zusammen arbeiten.

Pressemeldungen aus Bangladesch zufolge wünscht die dortige Regierung einen Start von Bangabandhu 1 am 16. Dezember 2017, dem Tag, an dem sich der Siegestag der Volksrepublik zum 45. Mal jährt. Wird das Projekt seitens TAS nicht 2017 abgeschlossen, drohen finanzielle Vertragsstrafen.

Ob sich der Start zum genannten Gedenktag realisieren lässt, bleibt abzuwarten. Starttermine für Raumfahrzeuge im Hinblick auf irgendwelche nationalen Feiertage festzulegen, hat zwar international Tradition, ist aber angesichts komplexer Abhängigkeiten bei Technik und Organisation eigentlich nicht sinnvoll.

In der Raumfahrtgeschichte verursachten auf politischen Willen hin fixierte Starttermine schon manchen Startversager, und etliche unfertige Raumfahrzeuge stellten ihre Funktion mal unmittelbar, mal Monate nach dem Start ein, in den entsprechenden Situationen jeweils absehbar.

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