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Autor: Thomas Weyrauch & Günther Glatzel / 17. Januar 2010, 10:36 Uhr

Compass G1 gestartet - die wahre Frequenz-Geschichte

Der erste Raumflugkörper, der im Jahr 2010 in eine Umlaufbahn um die Erde gebracht wurde, ist ein chinesischer Navigationssatellit für das Satellitennavigationssystem Beidou 2 alias Compass.

Quelle: Xinhua, InsideGNSS, Stanford’s 2009 PNT Challenges and Opportunities Symposium, Graz University of Technology
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ESA

Teil der geplanten Galileo-Konstellation (Bilder vom chinesischen Satellitennavigationssystem dürfen wir aus rechtlichen Gründen leider nicht verwenden,)
(Bild: ESA)
Der Start erfolgte um 17:12 Uhr MEZ am 16. Januar 2010 vom Startgelände Xichang (Xichang Satellite Launch Center, XSLC) in der südwestchinesischen Provinz Sichuan. Es handelte sich um einen Nachtstart, vor Ort war es zum Zeitpunkt des Starts 0:12 Uhr am 17. Januar. Transportiert wurde der Satellit von einer Rakete des Typs Langer Marsch 3C (Chang Zheng-3C, CZ-3C). Stationiert werden soll der Satellit auf einer Position im Geostationären Orbit, seine Bezeichnung lautet dementsprechend Compass-G1.

Der erste Satellit für das Navigationssystem Compass (Compass Navigation Satellite System, CNSS), Compass-M1, war am 14. April 2007 ins All gebarcht worden. Nach dem am 14. April 2009 gestarteteten Compass-G2 ist mit Compass-G1 jetzt der dritte Satellit für ein System im Weltraum, das in seiner endgültigen Ausbaustufe einmal aus 35 Satelliten bestehen soll. 27 Satelliten sollen auf Umlaufbahnen in mittlerer Höhe die Erde umkreisen, 5 weitere sollen das System im Geostationären Orbit ergänzen. Eine weltweite Abdeckung mit chinesischen Navigationssatelliten will man nach derzeitigem Planungsstand im Jahre 2020 erreicht haben.

Neben den beiden existierenden Satellitennavigationssystemen GPS und Glonass entstehen in den nächsten Jahren zwei weitere: Galileo und Compass. Die Signale der mehreren Dutzend Satelliten nutzen einen gemeinsamen Frequenzbereich zwischen etwa 1.160 und 1.610 MHz. Dabei kommt es zwangsläufig zu Überdeckungen. Diese stellen aber kein Problem dar, sondern sind zwecks Interoperabilität sogar gewollt. Jede Trägerfrequenz des chinesischen Systems nutzt eine Bandbreite von 4 MHz. Darin werden aber nur Daten von 50 bis 500 Bit pro Sekunde und Satellit übertragen. Es bleibt also bei Nutzung unterschiedlicher Modulationsverfahren ausreichend Spielraum für die gemeinsame Verwendung. China und die EU unterzeichneten bereits im Jahre 2003 ein Kooperationsabkommen. Demnach beteiligt sich die Volksrepublik bisher mit 65 Millionen Euro an der Entwicklung von Teilen der Galileo-Infrastruktur sowie an Validierungsarbeiten. In Peking wurde zudem ein Trainings- und Ausbildungszentrum für das gemeinsame chinesisch-europäische Globale Navigationssatellitensystem eingerichtet.

Das Compass-System nutzt die Frequenzen 1.176,45 MHz (gemeinsam mit GPS und Galileo), 1.207,14 MHz (gemeinsam mit Glonass und Galileo) sowie 1.575,42 MHz (mit GPS und Galileo). Global will man im Endausbau eine Positionsgenauigkeit von 10 Metern, eine Zeitgenauigkeit von 20 ns (20 Nanosekunden sind 0,00000002 s) und eine Genauigkeit bei Geschwindigkeitsmessungen von 0,2 Metern pro Sekunde erreichen. Regional in China und angrenzenden Gebieten sollen Dienste ab 2012 umfassend und mit einer Genauigkeit von 1 Meter verfügbar sein.

Eine Besonderheit des Compass-Systems stellen drei Satelliten dar, welche die Erde auf inklinierten geosynchronen Bahnen umlaufen sollen. Diese Bahnen befinden sich in etwa 36.000 Kilometern Höhe, pendeln aber um den Äquator. Von der Erde aus scheinen sich die Satelliten in großen Achterschleifen in Nord-Süd-Richtung zu bewegen. Mit diesen drei Satelliten sowie allen 5 geostationären, die sich auf den aseatisch-pazifischen Raum konzentrieren, sowie nur 5 in einem mittleren Orbit kann man bereits ab 2012 die regionale Verfügbarkeit von Navigationsdiensten in China und Umgebung erreichen.

Compass-G1 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 36.287 bzw. als Objekt 2010-001A.

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