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Autor: Thomas Weyrauch / 17. Februar 2010, 21:27 Uhr

Cryosat 2: Mit dem Krokodil zum Teufel

Am 15. Februar 2010 brachte ein spezielles Transportfahrzeug den in die Raketenspitze eingekapselten Eisforschungssatellit Cryosat 2 zum Silo mit der ursprünglich als Waffe gebauten Trägerrakete.

Quelle: DLR, ESA
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ESA

Bild vergrößernKokodil bereit zur Aufnahme des Raketenkopfs
(Bild: ESA)
Das grün lackierte, Krokodil genannte Transportfahrzeug hatte am 12. Febraur 2010 im Integrationsgebäude MIK den Raketenkopf geladen, um ihn später zum in Luftlinie zwisch 7 und 8 Kilometern entfernten Startplatz 109 des Kosmodroms Baikonur zu bringen. Der rund 13,5 Kilometer lange Weg zur Siloanlage „Wojewoda" mit der wartenden Dnepr-Rakete wurde am 15. Februar 2010 absolviert. Die vorsichtige Fahrt war so langsam, dass es Kameraleuten der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos möglich war, sich zu Fuß vor den Fahrzeugkonvoy zu setzen und diesen beim Passieren zu filmen. Nach der Ankunft am Silo wurde der Raketenkopf mit Cryosat 2 in seinem Inneren noch am gleichen Tag auf die Rakete aufgesetzt.

ESA

Bild vergrößern(Bild: ESA)
ESA

Bild vergrößernKrokodil mit versiegeltem Transportcontainer
(Bild: ESA)
Bei der Dnepr-Rakete handelt es sich um eine umgewandelte ehemalige Interkontinentalrakete. Zu Zeiten des Kalten Krieges war die Rakete neben ihren russischen Bezeichnungen RS-20 und R 36M im Westen auch als SS 18 oder Satan bekannt. Abrüstungsvereinbarungen sehen die Beseitigung der Interkontinentalraketen des Typs RS-20 vor. Erfüllen lassen sich diese Vereinbarungen auch durch die Nutzung der von Juschnoje/Juschmasch in Dnepropetrowsk in der Ukraine gebauten Raketenstufen der RS-20 in einem Raumfahrtträger.

Die ersten beiden Stufen der Dnepr sind unveränderte Bestandteile ehemaliger Interkontinentalraketen, deren dritte Stufe zur Anwendung als Obertstufe zum Einschuss von Nutzlast in eine Satellitenbahn Anpassungen unterzogen werden musste. Ehemals als Plattform zum nacheinander ablaufenden Aussetzen einer Anzahl von Sprengköpfen vorgesehen ist die dritte Stufe mit einem geänderten Steuersystenm ausgerüstet, das es ermöglicht, bis zu 36 Körper auf unterschiedlichen Bahnen auszusetzen. Für zukünftige Missionen stehen nach Angaben des kommerziellen Anbieters der Dnepr, Kosmotras, noch 150 eingelagerte Interkontinentalraketen zur Verfügung.

Eine Anzahl von Flügen mit einzelnen oder mehreren Nutzlasten haben nach dem gleichnamigen Fluß benannte Dnepr-Raketen bereits erfolgreich bewältigt, zuletzt gelang ein Start am 29. Juli 2009 mit sechs Satelliten. Beim jetzt bevorstehenden Start gibt es nur einen Passagier - Cryosat 2. Im Raketenkopf nimmt der Satellit den Raum in beiden Plattform A und Plattform B genannten Abteilungen ein, und wird von einem gasdynamischen Schild an der Spitze von Plattform A unterhalb der abwerfbaren Nutzlastverkleidung geschützt.

Die Dnepr mit einer Startmasse von 211 Tonnen und Cryosat 2 an Bord soll voraussichtlich am 25. Februar 2010 um 14:57 Uhr MEZ gestartet werden.

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