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Autor: Thomas Weyrauch / 17. März 2010, 11:50 Uhr

Cryosat 2 lässt Druck ab

Aus dem im Raketenkopf eingekapselt im Integrationsgebäude in Baikonur auf den Start wartenden Eisforschungssatellit wurde kontrolliert Stickstoff abgelassen, um den Druck im Niederdruckteil des Antriebssystems an Bord des Satelliten zu senken.

Quelle: EADS Astrium, ESA, Kirill Blogovitch
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ESA/AOES Medialab

Bild vergrößernCryosat 2 im All - Illustration
(Bild: ESA/AOES Medialab)
Der als Purging bezeichnete Prozess wurde am 13. März 2010 angestoßen und war notwendig, weil es eine nicht vermeidbare geringe Undichtigkeit von Druckreglern zwischen Hoch- und Niederdruckteil des AOCS genannten Antriebssystems gibt. AOCS steht für Attitude and Orbit Control System. Das Lage- und Bahnkontrollsystem von Cryosat 2 arbeitet mit gasförmigem Stickstoff, das über am Satelliten angebrachte Düsen bedarfsweise ausgestoßen wird; für die Lageregelung stehen 16 Düsen mit 10 mN Schub zur Verfügung, für Bahnänderungen 4 Düsen mit 40 mN Schub. Damit der Druck im Niederdruckteil des Systems wegen andauernder Inaktivität 3,5 Bar nicht überschreitet, ist vorgesehen, im All in regelmäßigen Abständen Gas abzulassen.

Während der nicht geplanten Aufbewahrung des seit dem 4. Februar 2010 vollgetankten Satelliten im Integrationsgebäude war der Druck in den Bereichen A und B des Niederdruckteils auf 3,6 bzw. 4 Bar angestiegen. Druch das Purging konnte der Druck in beiden Bereichen nach rund einer Stunde auf verträgliche 2,9 Bar reduziert werden. Der Satellit war mit 36,75 kg Stickstoff betankt worden, der Druck im 132 Liter fassenden Tank betrug nach dem Tanken 279 Bar.

Die Lagerung von Cryosat 2 im Integrationsgebäude mit einem entsprechenden Monitoring der Umgebungsbedingungen wird solange andauern, bis die Startkampagne wieder aufgenommen werden kann. Die Dnepr-Trägerrakte, die Cryosat 2 ins All bringen soll, muss modifiziert werden. Der Hersteller Juschnoje/Juschmasch arbeitet an der Anpassung der Steuerung der Rakete. Über die Optimierung einiger Parameter im Zusammenhang mit dem Mischungsverhältnis der Treibstoffe in der zweiten Stufe der Rakete soll das Risiko, dass den Lenktriebwerken der zweiten Stufe der Treibstoff vorzeitig ausgeht, minimiert werden.

Mit einem Start von Cryosat 2 zu seiner mindestens dreijährigen Mission rechnet man derzeit nicht vor Anfang April 2010.

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