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Autor: Roland Rischer / 17. Mai 2013, 23:09 Uhr

Ballistischer Raketenstart Chinas irritiert USA

Die Volksrepublik China hat eine Rakete zu einem ballistischen Flug bis in 10.000 km Höhe gestartet. Aufgrund der außerordentlichen Höhe und des Flugverlaufes interpretiert man den Start im US-Verteidigungsministerium als weiteren Versuch des Landes, sich auf dem Gebiet der Anti-Satelliten-Technik zu profilieren.

Quelle: Reuters, China NSSC, NSF, FreeBeacon
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Chinesischer Raketenstart - nur ein Beispiel und nicht der vom 13. Mai 2013
(Bild: CGWIC)
Am Montag, dem 13. Mai 2013, startete um 21.00 Uhr Ortszeit vom chinesischen Satelliten-Startzentrum Xichang aus eine Rakete zu einem ballistischen Flug bis in 10.000 km Höhe. Er endete über dem indischen Ozean. Es war der höchste ballistische Flug seit 1976. Damals überprüften die USA mit dem mit einer Atomuhr bestückten Flugkörper Gravity Probe A im Rahmen eines zweistündigen Fluges Aussagen der allgemeinen Relativitätstheorie.

Die US-Amerikaner verfolgten den Flug sehr genau. Laut Reuters konnten sie keine Objekte identifizieren, die in einen Orbit eingebracht wurden. China selbst erklärte, der Flug hätte der Erforschung energetischer Zustände in verschiedenen Höhen gedient. Die Nutzlast bestand unter anderem aus einer Langmuir-Sonde, einem Detektor für hochenergetische Partikel, einem Magentometer und Barium-Pulver, welches am Scheitelpunkt zur Beobachtung der damit erzeugten Pulverwolke ausgebracht wurde.

US-Stellen verwiesen darauf, dass die Flugbahn der Rakete mit einer Anti-Satellitenwaffe an Bord ebenso anderen Zwecken hätte dienen können. Allgemein würden sich die meisten wissenschaftlichen ballistischen Flüge auf Flughöhen von rund 1.500 km beschränken.

Bei der am Montag verwendeten Rakete handelt es sich nach Ansicht des konservativen US-Informationsdienstes FreeBeacon um eine Dong Ning 2. Sie sei zur Satellitenabwehr konzipiert. Ihre Existenz soll seit Oktober letzten Jahres bekannt sein. Raketenexperten hätten seit Januar 2013 auf Vorbereitungen zu einem ersten Test hingewiesen.

Laut FreeBeacon sei der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Hong Lei, am Dienstag direkt gefragt worden, ob der Start vom Vortag einem Anti-Satellitentest gedient hätte. Er habe darauf geantwortet, dass er davon nichts wüsste. China setze sich unverändert für eine friedliche Nutzung des Weltraums ein und sei gegen jede Militarisierung und ein Wettrüsten im All. Von amerikanischer Seite wurde das offiziell nicht kommentiert. Hingegen wurde aber betont, dass die US-Satelliten-Infrastruktur prinzipiell stärker geschützt werden müsse.

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