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Autor: Ralph-Mirko Richter / 17. Mai 2014, 13:41 Uhr

Marsrover Curiosity fährt wieder

Der Marsrover Curiosity hat am 14. Mai 2014 seine Untersuchungen in der Region Kimberley beendet und befindet sich jetzt wieder auf seinem Weg zu dem im Inneren des Gale-Kraters gelegenen Zentralberg.

Quelle: JPL, USGS, The Planetary Society
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NASA, JPL-Caltech, Malin Space Science Systems

Bild vergrößernDer während der letzten drei Wochen untersuchte Stein "Windjana". Rechts unterhalb des eigentlichen Bohrloches ist der Bereich der Testbohrung erkennbar. Dieses Test-Bohrloch ist mittlerweile bereits wieder teilweise mit Material verfüllt. Gut erkennbar ist zudem, dass durch die bei den Bohrungen aufgetretenen Vibrationen lockeres Material ins Rutschen kam.
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Malin Space Science Systems)
Bereits Ende April 2014 erreichte der von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Marsrover Curiosity eine Stelle im Bereich der Bodenformation "The Kimberley", an der in den folgenden Wochen ausführliche Untersuchungen durchgeführt wurden. Neben den wissenschaftlichen Instrumenten des Rovers kam dabei auch erneut ein Gesteinsbohrer zum Einsatz, mit dessen Hilfe Material von der Marsoberfläche entnommen und anschließend näher analysiert wurde.

Als Ziel für die Untersuchungen wurde eine mit dem Namen "Windjana" belegte Oberflächenformation aus Sandstein ausgewählt. Nach der erfolgreichen Durchführung einer 'Testbohrung' am 29. April wurde am 6. Mai eine 'vollständige' Bohrung durchgeführt. Das dabei erzeugte Bohrloch verfügte über einen Durchmesser von 1,6 Zentimetern und über eine Tiefe von 6,5 Zentimetern, was der maximalen Kapazität des Bohrsystems von Curiosity entspricht. Nach der Beendigung der Bohrung angefertigte Aufnahmen des Bohrers zeigten, dass dieser bei dem Vorgang keine erkennbaren Beschädigungen erlitt.

Am folgenden Tag wurde der Bereich der Bohrstelle zunächst mit den verschiedenen Kamerasystemen des Rovers eingehend fotografisch dokumentiert. Anschließend kamen das APX-Spektrometer und die ChemCam zum Einsatz, um die mineralogische Zusammensetzung des freigelegten Materials zu bestimmen.

Das im Rahmen der Bohrung an die Oberfläche beförderte pulverförmige Material wurde am 8. Mai zunächst mit dem Bodenprobenaufbereitungssystem CHIMRA (kurz für "Collection and Handling for Interior Martian Rock Analysis") aufbereitet und gesiebt. Anschließend wurden Teile der so präparierten Bodenprobe an die beiden im Inneren des Rovers befindlichen Instrumentenkomplexe CheMin und SAM weitergeleitet. Diese beiden Analyseinstrumente sind derzeit damit beschäftigt, die exakte mineralogische und chemische Zusammensetzung des freigelegten Materials zu ermitteln.

NASA, JPL-Caltech, Malin Space Science Systems

Bild vergrößernMit dem Laser der ChemCam wurden kleine Löcher in die Wand des Bohrloches 'geschossen'. Das dabei verdampfende Material konnte zeitgleich mit dem Spektrometer der ChemCam untersucht werden, wodurch die Wissenschaftler Informationen über die Zusammensetzung des Materials erhielten. Im oberen rechten Bereich des Fotos sind weitere 'Einschusslöcher' des Lasers erkennbar. Das hier gezeigte Bild ist eine Kombination von acht Einzelaufnahmen, welche die MAHLI-Kamera des Rovers am 13. Mai nach Sonnenuntergang angefertigt. Für eine ausreichende Beleuchtung der Szenerie wurden die Weißlicht-LEDs der Kamera eingesetzt.
(Bild: NASA, JPL-Caltech, Malin Space Science Systems)
Die Entschlüsselung der chemischen und mineralogischen 'Geheimnisse' von "Windjana" wird den auf die Erforschung des Mars spezialisierten Planetologen letztendlich dabei helfen, die umfassenden Prozesse näher zu verstehen, welche vor Jahrmilliarden im Bereich des Gale-Kraters abliefen und dabei zu einer Veränderung der dortigen Oberfläche führten.

Trotzdem haben sich die an der Curiosity-Mission beteiligten Wissenschaftler dazu entschlossen, im Bereich von "The Kimberley" keine weiteren Bohrungen durchzuführen. Vielmehr sollte diese Region baldmöglichst in die Richtung des im Inneren des Gale-Kraters, dem Operationsgebiet des Rovers, gelegenen Zentralberges Aeolis Mons verlassen werden. Durch die Untersuchung der geschichteten Gesteinsablagerungen an den unteren Hängen des rund 5.500 Meter hohen Zentralberges erhoffen sich die Planetologen weitere Erkenntnisse über die Umweltbedingungen, welche einstmals auf unserem Nachbarplaneten vorherrschten.

Nach weiteren In-situ-Untersuchungen - unter anderem wurden dabei am 11. Mai mit dem Laser der ChemCam mehrere kleine Löcher in die Wand des Bohrlochs 'geschossen' - verließ Curiosity schließlich am 15. Mai die Region "The Kimberley" und bewegte sich um etwa 25 Meter in die südliche Richtung. Im Rahmen einer weiteren Fahrt wurden am gestrigen Tag weitere 29 Meter überbrückt. Auch für die kommenden Tage sind weitere Fahrten vorgesehen, mit denen sich Curiosity seinem nächsten Forschungsziel nähern soll.

Während dieser Fahrten werden die Analysen der bisher in den SAM-Instrumentenkomplex und an das CheMin-Instrument gelieferten Bodenproben fortgesetzt. Weiteres bei "Windjana" entnommenes Material befindet sich zudem im Inneren des CHIMRA und soll in den kommenden Wochen ebenfalls noch zu den beiden Analyseinstrumenten befördert und anschließend untersucht werden. Da diese beiden Instrumente im Betriebsmodus relativ viel Energie verbrauchen werden die entsprechenden Arbeiten größtenteils während der Nachtstunden erfolgen. So ist garantiert, dass der Fahrbetrieb des Rovers nicht beeinträchtigt wird.

Bis zum heutigen Tag, dem "Sol" 632 seiner Mission, hat der Marsrover Curiosity mit seinen Kamerasystemen 148.698 Bilder aufgenommen und an das Roverkontrollzentrum des Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena/Kalifornien übermittelt. Diese Aufnahmen sind für die interessierte Öffentlichkeit auf einer speziellen Internetseite des JPL einsehbar.

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