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Autor: Günther Glatzel / 17. Juni 2010, 17:01 Uhr

Die Schwingen des Ikarus

Vom japanischen Sonnensegeldemonstrator IKAROS (Interplanetary Kite-craft Accelerated by Radiation Of the Sun) wurden Bilder veröffentlicht, die von einer kleinen Subsonde angefertigt wurden. Diese wurde vom Hauptkörper aus in Flugrichtung katapultiert.

Quelle: JAXA (IKAROS-Blog)
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JAXA

Die Kamerasonde wurde mittels einer Feder von der Sonde weg katapultiert.
(Bild: JAXA)
Die zylindische Subsonde ist etwa kinderfaustgroß und verfügt neben einer Kamera über eine Batterie und eine kleine Sendeanlage. Sie wurde am 15. Juni von der Hauptsonde abgetrennt und entfernte sich langsam von dieser in Flugrichtung. Dabei wurden etwa 15 Minuten lang Bilder gemacht und zu IKAROS gesendet. Von dort aus gelangten die Daten dann zur Erde.

Die Bilder zeigen das vollständig ausgebreitete Sonnensegel, in dessen Zentrum die eigentliche Sonde, an Kabeln und Seilen mit der Folie verbunden, hängt. Das Sonnensegel hat quadratische Form mit einer Seitenlänge von 14,1 m und einer Fläche von etwa 173 m². In der quadratischen Aussparung in der Mitte mit einer Seitenlänge von 3,20 m befindet sich der Zentralkörper der Sonde. Auf der Folie erkennt man als äußeres Quadrat zwei Reihen schaltbare Reflektoren, die zur Steuerung des Segels eingesetzt werden sollen. Weiter innen befinden sich zwei Reihen Dünnschichtsolarzellen, die bräunlich wirken und zur Energieversorgung beitragen.

JAXA

Bild vergrößernIKAROS mit vollständig ausgebreitetem Sonnensegel
(Bild: JAXA)
IKAROS startete am 21. Mai an der Spitze einer H2-A-Rakete, gemeinsam mit drei Erdsatelliten und zwei weiteren Raumsonden, darunter der Venussonde Akatsuki und ist mittlerweile mehr als 10 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Alle Phasen der Aktivierung der Sonde und der Ausbreitung des Sonnensegels wurden erfolgreich abgeschlossen. Die Solarzellen auf dem Segel liefern elektrische Energie.

In den nächsten Tagen soll nun die Rotationsrate des Satelliten auf etwa 1 Umdrehung pro Minute verringert werden. Durch die weitere Rotation wird das Segel straff gehalten, da sich an dessen Spitzen kleine Massestücke befinden, die von der Fliehkraft radial nach außen gezogen werden.

Wenn der Flug der Sonde stabil verläuft, sollen in Phase 2 die schaltbaren Reflektoren eingesetzt werden, um die Ausrichtung des Sonnensegels zu steuern. Dies wäre eine weitere wichtige Voraussetzung für den zukünftigen Einsatz größerer Sonnensegel bei Raumsonden zu anderen Planeten.

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