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Autor: Ralph-Mirko Richter / 17. Juli 2014, 21:38 Uhr

New Horizons: Kurskorrektur auf dem Weg zum Pluto

Auf ihrem Weg zu dem Zwergplaneten Pluto hat die Raumsonde New Horizons am 15. Juli ein Kurskorrekturmanöver durchgeführt. Durch eine minimale Erhöhung der Geschwindigkeit wurde dabei sichergestellt, dass die Raumsonde den Pluto im kommenden Sommer zu dem vorgesehenen Zeitpunkt erreichen wird.

Quelle: JHU/APL
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NASA, JPL-Caltech, JHU/APL

Bild vergrößernNew Horizons befindet sich auf dem Weg zum Pluto. Diese Grafik zeigt die dabei zur Zeit (17. Juli 2014, 20:00 MESZ) gegebenen Entfernungen.
(Bild: NASA, JPL-Caltech, JHU/APL)
Die von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Raumsonde New Horizons soll am 14. Juli 2015 nach einem 9,5 Jahre dauernden Flug durch unser Sonnensystem den Zwergplaneten Pluto erreichen und dessen Oberfläche im Rahmen eines Vorbeifluges in einer Entfernung von rund 10.000 Kilometern passieren.

Fast auf den Tag genau ein Jahr vor diesem Ereignis hat die Raumsonde in den Morgenstunden des 15. Juli 2014 ein Kurskorrekturmanöver durchgeführt, in dessen Rahmen die Geschwindigkeit von New Horizons noch einmal minimal verändert wurde. Ohne dieses Manöver hätte die Raumsonde den Pluto im nächsten Sommer rund 36 Minuten später erreicht als vorgesehen.

Durch die frühe Durchführung dieses für den Erfolg der Mission zwingend notwendigen Manövers konnte der damit verbundene Verbrauch an Treibstoff minimiert werden, so Mark Holdridge, der für die Encounter-Planung verantwortliche Missionsmanager vom Applied Physics Laboratory (JHU/APL) an der Johns Hopkins University in Laurel im US-Bundesstaat Maryland, von wo aus die Mission geleitet wird.

Im Rahmen der knapp 88 Sekunden andauernden Triebwerkszündung wurde die Geschwindigkeit der Raumsonde um 1,08 Meter pro Sekunde erhöht. Dabei wurden etwa 250 Gramm Treibstoff verbraucht. Weitere rund 53 Kilogramm befinden sich noch in den Tanks von New Horizons und können bei zukünftigen Manövern eingesetzt werden. Hierfür kommt in erster Linie eine nach der Pluto-Passage durchzuführende Kursänderung in Frage, durch welche die Raumsonde in die Lage versetzt werden könnte, einen weiteren Himmelskörper im Bereich des inneren Kuiper-Gürtels anzufliegen (Raumfahrer.net berichtete).

NASA, JHU/APL

Bild vergrößernNach dem Vorbeiflug am Pluto ist die Bahn von New Horizons so ausgelegt, dass der Zwergplanet und sein größter Mond die Erde 'bedecken' werden. Durch das Instrument REX lassen sich hierbei Daten über die Atmosphären dieser beiden Himmelskörper gewinnen.
(Bild: NASA, JHU/APL)
Derzeit wird die Raumsonde einem ausführlichen "Annual Checkout" - einer umfassenden Systemüberprüfung - unterzogen, welche noch bis zum 29. August 2014 andauern wird (Raumfahrer.net berichtete). Aktuell erfolgte dabei am heutigen Tag eine Kalibrierung von einem der sieben Instrumente, welche sich an Bord der Raumsonde befinden. Das Radiowellenexperiment REX soll nach dem Vorbeiflug am Pluto genutzt werden, um durch das Empfangen von Radiosignalen Daten über die dünne Atmosphäre des Pluto zu gewinnen.

Die Flugbahn der Raumsonde wurde zu diesem Zweck so geplant, dass sie sich rund 51 Minuten nach dem Passieren des Zwergplaneten von der Erde aus gesehen direkt hinter dem Pluto befinden wird. In den Minuten vor und nach dieser Okkultation wird New Horizons Radiowellen empfangen, welche zuvor von einer der Antennen des Deep Space Network in Richtung Pluto abgegeben wurden.

Diese Radiowellen werden beim Durchdringen der Pluto-Atmosphäre leicht verändert. Die Analyse der so gewonnenen Daten ermöglicht Aussagen über deren Zusammensetzung und Temperatur. Auf die gleiche Weise soll nochmals 85 Minuten später auch untersucht werden, ob der größte der bisher fünf bekannten Monde des Pluto - der etwa 1.200 Kilometer durchmessende Mond Charon - eventuell ebenfalls über eine Atmosphäre verfügt.

Gegenwärtig befindet sich New Horizons in einer Entfernung von rund 4,32 Milliarden Kilometern zur Erde. Bis zum Erreichen des Pluto müssen noch weitere 2,88 Astronomische Einheiten - dies entspricht in etwa 432 Millionen Kilometern - zurückgelegt werden.

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