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Autor: Günther Glatzel / 17. September 2009, 22:35 Uhr

HTV am Haken

Das japanische unbemannte Transportraumschiff H-II Transfer Vehicle, kurz HTV, wurde gegen 21.47 Uhr MESZ von Nicole Stott mittels Manipulator eingefangen.

Quelle: JAXA, NASA-TV
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NASA-TV

HTV unter der Station (Bild: NASA-TV)
NASA-TV

Blick von der Kamera am Ende des Roboterarmes auf die Kopplungsvorrichtung am HTV.
(Bild: NASA-TV)
NASA-TV

Der "Zugriff" erfolgte auf der Nachtseite der Erde. (Bild: NASA-TV)
Das Manöver wurde somit 3 Minuten vor dem geplanten Zeitpunkt durchgeführt. Die Annäherung des etwa 16 Tonnen schweren und knapp 10 Meter langen zylindrischen Raumfahrzeugs lief zuvor offenbar in jeder Phase nach Plan.

14.26 Uhr MESZ wurde ein letztes Bahnanhebungsmanöver durchgeführt. Dadurch gelangte HTV 1 etwa 5 Kilometer hinter die ISS an den Ausgangspunkt des eigentlichen Rendezvousmanövers (Approach Initiation Point), den es gegen 17.30 Uhr MESZ erreichte. Innerhalb einer Stunde näherte sich das Raumfahrzeug danach der Station bis zu einem Punkt, direkt 500 Meter unter der ISS. Hier wurde das Lasermesssystem aktiviert, mit dessen Hilfe der präzise Endanflug erfolgte. Über Reflektoren an der Unterseite des japanischen Labormoduls Kibo gelangen die Laserstrahlen zum HTV zurück und liefern präzise Angaben über Position und Geschwindigkeit relativ zu Kibo.

Nach 18.33 Uhr näherte sich das HTV dann der Station zunächst bis auf 300 Meter, später bis auf 30 Meter. An beiden Punkten wurde jeweils ein Zwischenstopp eingelegt, an dem noch einmal alle anfallenden Daten genau analysiert wurden. Ab etwa 21 Uhr flog das Raumschiff schließlich bis in die unmittelbare Andockzone, etwa 10 Meter unterhalb des Stationsbugs. Danach brachte Nicole Stott den Roboterarm in Stellung, die Triebwerke des HTV wurden deaktiviert und die Astronautin steuerte den Manipulator beherzt bis zur Kopplung.

Nun übernimmt der Kanadier Robert Thirsk die Steuerung des Roboterarms. Gegen Mitternacht soll HTV am unteren Kopplungsstutzen des Verbindungsmoduls Harmony angedockt werden. Für einen eventuellen Außenbordeinsatz halten sich Nicole Stott und Michael Barratt bereit.

Das HTV bringt insgesamt etwa 2,7 Tonnen Fracht zur Station. Ein Teil davon sind Außenlasten, die in einer speziellen Sektion des Raumfahrzeugs lagern. Diese soll am 24. September entladen werden. Für die Innenfracht (2,04 t) stehen dann etwa 70 Arbeitsstunden zur Verfügung. Das Abkoppeln ist derzeit für Ende Oktober vorgesehen. Zuvor wird der Frachter mit nicht mehr benötigten Materialien beladen und anschließend in die dichten Schichten der Erdatmosphäre gesteuert, wo er verglüht.

In den kommenden Jahren soll jährlich ein HTV starten und die Station mit Nachschub versorgen.

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