Russland: Sojus-Start mit GloNaSS-M 756
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Autor: Axel Nantes / 18. Juni 2018, 12:52 Uhr

Russland: Sojus-Start mit GloNaSS-M 756

Am 16. Juni 2018 startete von Plessezk im Norden Russlands eine Rakete von Typ Sojus-2.1b mit einem Navigationssatelliten an Bord. Letzterer wurde nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums auf der vorgesehenen Erdumlaufbahn ausgesetzt und mit der Tarnbezeichnung Kosmos 2.527 versehen.

Quelle: glonass-iac.ru, Reschetnjow, Roskosmos, Russisches Verteidigungsministerium, ZSKB Progress
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Russisches Verteidigungsministerium

Bild vergrößernSojus-Start mit GloNaSS-M 756
(Bild: Russisches Verteidigungsministerium)
Der Start der Sojus-2.1b Typ 14A14-1B, S/N L15000-020, vom ZSKB-Progress mit Lawotschkins Fregat-M-Oberstufe Typ 14S44, S/N 112-06, und der Nutzlastverkleidung Typ 14S737 erfolgte von der Rampe 4 des Startkomplex 43 in Plessezk. Exakte Startzeit war 00:46 Uhr und 28 Sekunden Moskauer Zeit am 17. Juni 2018, das ist 21:46 Uhr und 28 Sekunden Weltzeit (UTC) am 16. Juni.

Gegen 00:49 Uhr Moskauer Zeit am 17. Juni (21:49 Uhr UTC 16. Juni) wurde die Rakete mit ihrer Nutzlast im Fluge vom Bahnverfolgungs- und Satellitenkontrollzentrum der russischen Luft- und Weltraumverteidigungskräfte (Voyska Vozdushno-Kosmicheskoy Oborony, VKO - Russisch: Войска воздушно-космической обороны, ВКО) German Titow alias Golizyno 2 in Krasnoznamensk westlich von Moskau erfasst. Um 00:56 Uhr Moskauer Zeit am 17. Juni (21:56 Uhr UTC 16. Juni) trennte sich die Orbitaleinheit der Rakete aus Fregat-M-Oberstufe und der Nutzlast von der zweiten - oder je nach Zählweisen dritten - Stufe der Sojus-2.1b.

Die Fregat-M-Oberstufe hatte anschließend für das Erreichen des Zielorbits zu sorgen. Das gelang offenbar wie vorgesehen. Eine erste Brennphase stellte zunächst den Übergang in eine stabile Parkbahn sicher, die zweite Brennphase bewirkte eine Bahn mit einem erdfernsten Bahnpunkt im Bereich des anvisierten Absetzorbits, und die dritte Brennphase führte schließlich zur Ausbildung einer annähernden Kreisbahn. Nach Daten der US-amerikanischen Weltraumüberwachung wurde die von der Oberstufe ausgesetzte Nutzlast, der Navigationssatellit, auf einem 64,83 Grad gegen den Erdäquator geneigten Orbit mit einem der Erde nächstliegenden Bahnpunkt von rund 19.132 Kilometern und einem erdfernsten Bahnpunkt von rund 19.210 Kilometern über der Erde beobachtet. Für einen Erdumlauf benötigt der Satellit auf dieser Bahn etwa 676,9 Minuten.

Russisches Verteidigungsministerium

Bild vergrößernSojus-Rakete mit GloNaSS-M 756 kurz nach dem Aufrichten auf der Startrampe
(Bild: Russisches Verteidigungsministerium)
Nach dem Aussetzen des Navigationssatelliten sollte sich die Oberstufe noch in einen ausreichenden Sicherheitsabstand zur Bahn des Satelliten bringen. Gemäß Daten der US-amerikanischen Weltraumüberwachung wurde die Oberstufe zwischenzeitlich auf einem 64,8 Grad gegen den Erdäquator geneigten Orbit mit einem der Erde nächstliegenden Bahnpunkt von rund 19.160 Kilometern und einem erdfernsten Bahnpunkt von rund 19.509 Kilometern über der Erde beobachtet. Für einen Erdumlauf benötigt die Oberstufe auf dieser Bahn etwa 683,6 Minuten.

Das GloNaSS-Kontrollzentrum gab bekannt, die Inbetriebnahmephase von GloNaSS-M 756 im Slot 5 der Ebene 1 der GloNaSS-Konstellation habe begonnen. GloNaSS-M 756 ist ein Produkt von Reschetnjow Informational Satellite Systems in Schelesnogorsk bei Krasnojarsk in Sibirien. Der Erdtrabant ist einer von sechs zuvor am Boden vorgehaltenen Reservesatelliten. Seine Fertigstellung erfolgte bereits im Juni 2014. Er ist Ersatz für einen Satelliten (GloNaSS 734, gestartet am 14. Dezember 2009), der nach einem vorübergehenden Signalausfall in den Reservestatus versetzt werden soll. GloNaSS-M 756 war am 22. Mai 2018 in Vorbereitung seines Starts mit einer Frachtmaschine vom Typ IL-76 nach Plessezk geflogen worden.

Am Boden sind jetzt noch fünf Reservesatelliten vom Typ GloNaSS-M vorrätig. Den Satelliten dieses Typs spricht sein Hersteller eine Auslegungsbetriebsdauer von sieben Jahren zu. Die Geräte mit dem Erzeugniscode 14F113 und einer Startmasse von mindestens 1.415 Kilogramm haben jeweils drei Cäsium-Atomuhren an Bord. Wesentliche Komponenten der Raumfahrzeuge befinden sich innerhalb eines großen zentralen druckbeaufschlagten Gerätebehälters.

GloNaSS-M 756 alias Kosmos 2.527 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 43.508 und als COSPAR-Objekt 2018-053A. Die Fregat-M-Oberstufe ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 43.509 und als COSPAR-Objekt 2018-053B.

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