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Autor: Thomas Weyrauch / 19. März 2009, 11:56 Uhr

Weitere Verzögerungen im NPOESS-Programm

Nach Angaben der US-amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) wird der Start des ersten operationellen polaren Wettersatelliten neuer Generation im Rahmen des NPOESS-Programms erst im Jahr 2014 stattfinden können.

Quelle: NOAA, NASA, nextgov.com
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NOAA

NPOESS-C-Satellit im All - Illustration
(Bild: NOAA)
Der für das National Polar-orbiting Operational Environmental Satellite System (NPOESS) in Entwicklung befindliche neue Satellitentyp soll längerfristige Wettervorhersagen ermöglichen. Die jetzt bekannt gewordene Verschiebung des Starts des ersten Satelliten aus der neuen Serie in einen polaren Orbit könnte zu Problemen hinsichtlich NOAAs Möglichkeiten, bei der Wettervorhersage auf zuverlässige Satellitendaten zurückgreifen zu können, führen.

NPOESS C-1 hätte den ursprünglichen Planungen zu Folge schon im Jahr 2009 in den Weltraum gebracht werden sollen. Der letzte Planungsstand ging von einem Start im Jahr 2013 aus, nun wird die erste Mission eines serienmäßigen Satelliten im Rahmen des NPOESS-Programms erst 2014 beginnen können.

Schon bisher wurden von der NOAA Satelliten in polaren Umlaufbahnen zur Erfassung, Sammlung und Weiterleitung von Umwelt- und Wetterdaten verwendet. Die Satelliten des NPOESS-Programms sollen dies mit globaler Abdeckung mit besserer Auflösung ebenfalls gewährleisten. Zur Zeit betreibt die NOAA drei operationelle Satelliten in polaren Umlaufbahnen, mit deren Daten Wettervorhersagen für bis zu fünfzehntägige Zeiträume erstellt werden (NOAA-17, NOAA-18 und der jüngst gestartete NOAA-19).

Die NOAA hofft, die derzeit im All befindlichen Satelliten bis 2014 betreiben zu können, alle diese Satelliten werden ihre Auslegungsbetriebszeit dann allerdings überschritten haben. Sollten nicht zu behebende Ausfälle auftreten, könnte das dazu führen, dass mit den übrigen Satellitendaten nur noch dreitägige Vorhersagen erstellt werden können.

NASA

NPP-Satellit im All - Illustration
(Bild: NASA)
Das NPOESS-Programm wird in den Vereinigten Staaten von Amerika zusammen von NOAA, der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA und dem Verteidigungsministerium (DOD, Department of Defense) durchgeführt. Es leidet unter Kostensteigerungen, Verzögerungen im Ablauf und schwerwiegenden technischen Problemen, beurteilt die mit dem deutschen Bundesrechnungshof vergleichbare US-amerikanische Behörde Government Accountability Office (GAO) die Situation in einem Bericht im Juni 2008. Zum damaligen Zeitpunkt hatten sich die Kosten von ehemals geschätzten 6,5 Milliarden US-Dollar auf 12,5 Milliarden fast verdoppelt, und der Start der ersten beiden auf Northrop Grummans T300-Plattform basierenden Satelliten wurde für 2013 (Satellit C-1) und 2016 (Satellit C-2) erwartet. Am Start des zweiten Satelliten 2016 soll nach jüngsten Informationen festgehalten werden, der Start des ersten Satelliten soll jedoch erst 2014 stattfinden.

Auch der Start eines Testsatelliten im Rahmen des NPOESS Preparatory Project (NPP) wurde verschoben, statt 2010 soll dieser ein Jahr später u. a. mit einem Satz Sensoren für Wellenlängen im Bereich des sichtbaren Lichts und des Infraroten (Visible Infrared Imager Radiometer Suite - VIIRS) für Versuche zur Verfügungung stehen. VIIRS soll auch auf den Seriensatelliten eingesetzt werden und längerfristige Vorhersagen ermöglichen. Der NPP-Satellit ist für einen Start auf einer Delta-II-Rakete in 7920-10-Konfiguration vom Startplatz SLC-2 auf der Luftwaffenbasis Vandenberg (VAFB), Kalifornien, vorgesehen. Er soll in einem sonnensynchronen Orbit in 824 Kilometern Höhe arbeiten und mindestens 5 Jahre funktionieren.

Die Programmverzögerungen und Kostenüberschreitungen sollen ursächlich auf Schwierigkeiten bei der Entwicklung des Instrumentenpaketes VIIRS zurückgehen, die durch Raytheon Space and Airborne Systems erfolgt. Lt. Raytheon habe VIIRS die letzte Testphase erreicht und soll dabei wie erwartet funktioniert haben, berichtete nextgov.com am 18. März 2009. Raytheon wolle VIIRS wie vorgesehen im Herbst 2009 liefern. Hauptauftragnehmer für das NPP-Raumfahrzeug auf Basis der BCP-2000 genannten Plattform ist Ball Aerospace.

Der NPP-Satellit soll nach Angaben der NASA vom Dezember 2008 neben VIIRS folgende Instrumentenpakete tragen:
  • ATMS bzw. Advanced Technology Microwave Sounder
  • CERES FM5 bzw. Cloud and Earth Radiant Energy System
  • CrlS bzw. Cross-track Infrared Sounder
  • OMPS bzw. Ozone Mapping and Profiler Suite
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