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Autor: Ralph-Mirko Richter / 19. März 2009, 22:16 Uhr

Opportunity erblickt den Endeavour-Krater

Am 22. September 2008 gab die NASA bekannt, dass der Marsrover Opportunity zu einem neuen Forschungsziel, dem 22 Kilometer durchmessenden Impaktkrater Endeavour aufbrechen wird. Am 8. März 2009 gelang es dem Rover, aus einer Entfernung von rund 12 Kilometern Teile von dessen Kraterrand abzubilden.

Quelle: JPL
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NASA, JPL, Cornell University

Der Nordrand des Endeavour-Kraters, aufgenommen von Opportunity am 7. März 2009 (Sol 1.820 der Mission)
(Bild: NASA, JPL, Cornell University)
"Es ist schon aufregend, dieses Ziel zu sehen, obwohl wir natürlich nicht sicher sein können, dass wir es auch erreichen werden", so John Callas, der für die beiden Rover zuständige Projektmanager am Jet Propulsion Laboratory der NASA in Pasadena/Kalifornien. Steve Squyres von der Cornell University, der für die wissenschaftlichen Instrumente Verantwortliche, meint dazu: "Wir können jetzt unser Ziel am Horizont erblicken. Es ist weit entfernt, aber wir freuen uns darauf, es größer und größer werden zu sehen, während wir uns Endeavour noch weiter nähern. Wir hatten eine ähnliche Erfahrung bereits zu Beginn der Mission, als Spirit sich den Columbia Hills näherte und diese Berge auf den Bildern immer größer wurden."

Seit dem Verlassen des Viktoria-Kraters und dem Beginn der Fahrt zum südöstlich gelegenen Endeavour-Krater hat Opportunity mittlerweile 3,2 Kilometer zurückgelegt. Allerdings kann man die Fahrt nicht auf dem direktem Weg zum Endeavour-Krater bewältigen, da diese Strecke auf einem Teilstück durch Sanddünen blockiert ist, welche sich anscheinend aus einem Material mit sehr lockerer Konsistenz zusammensetzten. Der Rover würde dort Gefahr laufen, in diesem Untergrund stecken zu bleiben, vergleichbar mit der Situation in der sogenannten Purgatory-Düne im Jahr 2005. Damals fuhr Opportunity sich in einer etwa 35 Zentimeter hohen Düne fest und konnte erst nach fünf Wochen aus dieser gefährlichen Situation befreit werden.

Aus diesem Grund bewegt sich Opportunity momentan in südwestliche Richtung. Nach weiteren etwa zwei bis drei Kilometern soll der Rover dann einen Schwenk nach Osten durchführen und den Endeavour-Krater direkt ansteuern. "Wenn wir das jetzige Tempo beibehalten können, so werden wir für den Rest der Strecke noch mehr als ein Marsjahr brauchen.", so John Callas. Dies würde knappen zwei Erdjahren entsprechen.

NASA, JPL, University of Arizona

Bild vergrößernHiRISE-Bild des MRO von Opportunity, aufgenommen am 29. Januar 2009. Rechts oberhalb des Rovers sind sehr schwach dessen Radspuren erkennbar.
(Bild: NASA, JPL, University of Arizona)
Unterstützung erhält Opportunity während seiner Fahrt übrigens auch aus dem Marsorbit. So gelang es der NASA-Sonde Mars Reconnaissance Orbiter am 29. Januar 2009, den Rover aus einer Höhe von 276 Kilometern abzubilden. Die hochauflösende HiRISE-Kamera des MRO war dabei sogar in der Lage, Opportunitys Radspuren aufzulösen. Solche Bilder der amerikanischen Marssonden werden von den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern und Ingenieuren dazu verwendet, eine möglichst sichere Fahrtroute für die beiden Rover festzulegen.

Momentan hat Opportunity seine Fahrt allerdings erst einmal unterbrochen. Der Rover befindet sich in unmittelbarer Nähe zu einem etwa sechs Meter durchmessenden Impaktkrater. Aufgrund des sehr deutlich sichtbaren und noch nicht vom Sand bedeckten Auswurfmaterials kann man schlussfolgern, dass es sich bei dieser als Resolution-Krater benannten Struktur um einen sehr jungen Krater handeln muss. Im Laufe der zurückliegenden Woche wurde das frei zutage tretende Grundgestein am Rand von Resolution mit dem Mikroskop-Imager, einem der Instrumente des Rovers, untersucht. In den nächsten Tagen sollen weitere Untersuchungen mit den zwei Spektrometern folgen. "Wir halten auf unserem Weg in regelmäßigen Abständen immer wieder einmal an, um die Umgebung genauer zu analysieren. Das ist ein Teil unserer systematischen Untersuchungen", so Steve Squyres. Auf diese Weise kann man erkennen, ob und wie sich die chemische und mineralogische Zusammensetzung von Gesteinen und Böden ändert.

NASA, JPL, Cornell University

Der Ostrand des Endeavour-Kraters, aufgenommen von Opportunity am 7. März 2009 (Sol 1.820 der Mission)
(Bild: NASA, JPL, Cornell University)
Des weiteren erhofft sich das Rover-Team, dass sich durch diese Unterbrechung der Fahrt ein Problem mit einem der Räder des Rovers verbessern lässt. Seit dem 12. Februar 2009 (Sol 1.797 der Mission) verbraucht das rechte Vorderrad Opportunitys nämlich etwa doppelt soviel Strom wie die restlichen fünf Räder des Rovers. Als Grund hierfür vermutet man am JPL eine unzureichende Schmierung des betreffenden Radgetriebes. Ein ähnliches Problem bei dem Marsrover Spirit, dem "Zwilling" von Opportunity auf der anderen Seite des Mars, kündigte bereits 2004 den kompletten Ausfall dessen Rades an, welcher dann 2006 tatsächlich erfolgte. Um dem bei Opportunity vorzubeugen und die Schmierung des Rades mittels Absenkung des Reibungswiederstandes zu optimieren, bewegte der Rover sich deshalb in den letzten Wochen fast ausschließlich im Rückwärtsgang vorwärts. Durch die momentane Pause erhält das Missionsteam zusätzliche Zeit, um diese Situation weiter zu analysieren.

Außerdem trat am 7. März 2009 ein Konflikt zwischen den übermittelten Kommandos des JPL und internen Testroutinen des Rovers auf, welche für eine autonome Fahrt Opportunitys benötigt werden. Der genaue Grund hierfür ist noch nicht bekannt. Deshalb muss dieses weitere Problem vor einer Fortsetzung der Fahrt erst einmal genauer analysiert werden.

Opportunity landete am 25. Februar 2004 im Meridiani Planum auf dem Mars. Die Zielsetzung der NASA bestand ursprünglich darin, innerhalb einer auf 90 Tage ausgelegten Mission etwa 600 Meter auf der Marsoberfläche zurückzulegen. In den nächsten Tagen wird der Rover stattdessen nach mittlerweile über fünf Jahren Missionsdauer die 15-Kilometer-Marke überschreiten. Momentan generiert Opportunity mit Hilfe seiner Solarpaneele täglich etwa 454 Wattstunden Energie (0,454 kWh). Dieser Rückgang, vor fünf Wochen wurde noch ein täglicher Wert von 0,567 kWh erreicht, resultiert aus einer momentan stattfindenden Zunahme des Staubanteils in der Marsatmosphäre. Dies ist allerdings noch nicht weiter bedenklich, da der Rover für den Betrieb seiner überlebensnotwendigen Systeme und die tägliche Kommunikation mit dem Deep Space Network der NASA täglich lediglich etwa 180 Wattstunden Energie benötigt.

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