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Autor: Thomas Weyrauch / 19. Oktober 2010, 10:57 Uhr

AEHF 1 steht unter Strom

Die Umlaufbahn des militärischen Kommunikationssatelliten AEHF 1 konnte zwischenzeitlich so weit angehoben werden, dass dem Beginn des Einsatzes seiner elektrischen Triebwerke nichts mehr im Wege steht.

Quelle: USAF
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Aerojet

elektrisches Triebwerk vom Typ BPT-4000 im Testbetrieb
(Bild: Aerojet)
Der US-amerikanische Kommunikationsatellit war am 14. August 2010 auf einer Atlas-V-Rakete in den Weltraum transportiert worden. Nach dem Aussetzen des Satelliten auf einer Bahn mit einem Perigäum von etwas mehr als 225 Kilometern über der Erde, einem Apogäum von rund 50.211 Kilometern über der Erde und einer Neigung seiner Bahn von 22,2 Grad gegen den Äquator ließ sich sein Apogäumsmotor nicht wie vorgesehen benutzen, um einen Teil der erforderlichen Bahnänderungen vorzunehmen. Deshalb wurde die mit Hydrazin betriebenen Manövrier- und Lageregelungstriebwerke von AEHF 1 intensiv genutzt, um den Satelliten in eine Bahn zu bringen, aus der heraus er unter Einsatz seiner elektrischen Triebwerke den Geostationären Orbit erreichen kann. Geplant war ursprünglich, dass AEHF 1 im Dezember 2010 auf einer Kreisbahn in rund 35.888 Kilometern, die noch 4,8 Grad gegen den Äquator geneigt gewesen wäre, um die Erde ziehen würde.

Lockheed Martin

Bild vergrößernAEHF 1 2009 beim Hersteller
(Bild: Lockheed Martin)
Mittlerweile befindet sich AEHF 1 in einer Bahn, die einen sinnvollen Einsatz seiner elektrischen Triebwerke im Hinblick auf das anvisierte Ziel erlaubt. Die Solarzellenausleger des Satelliten versorgen nicht nur die Bussysteme des Satelliten und seine Kommunikationsnutzlast mit Strom, sondern liefern auch Energie zum Betrieb der elektrischen Triebwerke. Nach der erfolgreichen Entfaltung der Solarzellenausleger stellen diese exakt die elektrische Leistung bereit, von deren Erzeugung man ausgegangen war, gab ein Vertreter der US-amerikanischen Luftwaffe an. Mit dem Strom von den Solarzellenauslegern können die sogenannten hall current thruster (HCT) vom Aerojet-Typ BPT-4000 aktivert werden. Sie haben jeweils eine Leistung von 4,5 Kilowatt und stoßen Xenon aus, um Schub zu generieren. Die Konditionierung der HCT hat begonnen. In ihrem Rahmen wird unter anderem während immer länger dauernder Betriebsperioden Feuchtigkeit, die sich in Komponenten der elektrischen Treibwerksanlage angesammelt hat, abgebaut. In etwa einer oder anderthalb Wochen soll die Konditionierung abgeschlossen sein.

Sind die HCT an Bord von AEHF 1, der derzeit auf elliptischer Bahn rund 17 Stunden für einen Erdumlauf benötigt, vollständig getestet und bereit für Dauereinsätze, will man sie etwa sieben Monate lang pro Tag jeweils 10 Stunden arbeiten lassen. Dadurch kann das Perigäum der Bahn des Satelliten weiter angehoben und die Neigung der Bahn des Satelliten gegen den Äquator weiter abgebaut werden. Anschließend werden die elektrischen Triebwerke innerhalb weiterer drei Monate Aufgaben erfüllen, die solchen der ursprünglich vorgesehenen Manöverfolge entsprechen. Im Rahmen von lang andauernden, kontinuierlichen HCT-Einsätzen ist die Ausbildung einer Kreisbahn durch Absenken von Perigäum und Apogäum und die Anpassung der Bahn an die Erddrehung geplant. Nach insgesamt zehn Monaten Betrieb der elektrischen Triebwerke von AEHF 1 befindet sich der Satellit dann im August 2011 an einer Position bei 90 Grad West über dem Äquator, wenn alles gut geht.

AEHF 1 alias USA 214 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 36.868 bzw. als COSPAR-Objekt 2010-039A.

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