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Autor: Daniel Maurat / 20. Februar 2012, 15:03 Uhr

Neue Vega-Oberstufe aus Deutschland?

Nach dem erfolgreichen Vega-Jungfernflug letzte Woche hat der Direktor des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Bereitschaft Deutschlands bekundet, für den neuen Kleinlastträger eine neue Oberstufe zu entwickeln.

Quelle: SpaceFlightNow.com, ESA, DLR, ASI
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ESA / CNES / Arianespace / Photo Optique Video CSG

Bild vergrößernStart der ersten Vega am 13. Februar 2012. Sie soll schon bald auch eine deutsche Oberstufe besitzen.
(Bild: ESA / CNES / Arianespace / Photo Optique Video CSG)
Die Vega hat mit ihrem erfolgreichen Jungfernflug letzten Montag (Raumfahrer.net berichtete) gezeigt, dass sie flugfähig ist. Doch hat sie aus Sicht der ESA und der italienischen Raumfahrtagentur ASI, welche vor allem die Entwicklung der Vega vorantrieb, noch ein kleines Manko: eine der vier Stufen wird nicht in Staaten der ESA gebaut, sondern basiert aus russischer bzw. ukrainischer Technologie. Dabei handelt es sich um die AVUM, die Viertstufe der Vega. Sie als einzige mit Flüssigtreibstoff betriebene Stufe sorgt dafür, dass Abbrandungenauigkeiten der ersten drei Stufen beseitigt und mehrere Nutzlasten auf verschiedenen Umlaufbahnen ausgesetzt werden.

ESA

Bild vergrößernDie Vierstufe AVUM. Sie soll entweder durch Deutschland ersetzt oder modifiziert werden.
(Bild: ESA)
Um diesen Nachteil zu beseitigen, soll nun auch Deutschland in das Vega-Programm involviert werden. In den 1990er Jahren hat sich die Bundesrepublik noch dagegen gesträubt, sich am Programm zu beteiligen, sodass nur sieben der damals zwölf ESA-Mitgliedsstaaten unter Führung von Italien dabei waren. Nun ist laut Enrico Saggese, Präsident der ASI, Deutschland oder genauer gesagt das DLR bereit, sich am Programm zu beteiligen. Dies habe er vom Direktor des DLR, Johann-Dietrich Wörner, bei einem Anruf am Starttag zur Gratulation zum erfolgreichen Start erfahren. Dies bestätigte Andreas Schütz, ein Sprecher des DLR.

Noch steht eine endgültige Entscheidung zur neuen Vega-Oberstufe, auch bekannt als VENUS (engl. Vega Next Upper Stage für Nächste Oberstufe der Vega) aber aus. Diese soll erst bei der ESA-Ministerratskonferenz im November fallen. Falls aber die neue Oberstufe genehmigt wird, wird höchstwahrscheinlich Astrium Space Transportation in Deutschland damit beauftragt, diese zu entwickeln und zu bauen. Dabei soll vor allem ein Ersatz für das Haupttriebwerk RD-869 von KB Juschnoje gefunden werden, der Rest des AVUM wurde zum Großteil in Ländern der ESA entwickelt. Astrium hat sich aber schon vorher am Vega-Programm beteiligt, so ist das Unternehmen Hauptauftragsnehmer für das Rollkontrollsystem, welches sich im AVUM befindet.

Falls es zur Entscheidung kommt, eine neue Oberstufe in Deutschland zu entwickeln, dann wird es noch einige Jahre dauern, bis diese einsatzfähig ist. Man rechnet damit, dass es zum ersten Start mit neuer Oberstufe frühestens um 2016 oder 2017 herum, wenn nicht gar später, kommen wird.

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