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Autor: Roland Rischer / 21. Februar 2014, 23:27 Uhr

ESA schickt PLATO auf Exo-Planetensuche

PLATO, Abkürzung für „planetare Transite und Oszillationen von Sternen“, heißt eine ab 2024 geplante Mission der Europäischen Raumfahrtagentur zur Erforschung der Planeten relativ naher Sterne. Die Mission ist Bestandteil des ESA-Programms "Kosmische Vision 2015–2025" und konnte sich in der Endausscheidung gegen vier konkurrierenden Konzepte durchsetzen. (Newsimage: ESA)

Quelle: ESA
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ESA, Astrium

Das Astrium-Konzept für PLATO, präsentiert auf einem PLATO-Workshop der ESA Mitte letzten Jahres. Charakteristisch die Objektiv-Batterie des Satelliten.
(Bild: ESA, Astrium)
Wie das „T“ im Namen nahelegt, wird PLATO nach periodisch wiederkehrenden Lichtschwankungen der Sterne beim Transit von Planeten suchen. Ähnlich wie beim Sternenkartographen Gaia ist dies als Massengeschäft angelegt, wenn auch mit bescheideneren Zahlen, weil die Planetensuche sehr viel zeitaufwendiger ist. Beeindruckend ist es trotzdem. Mit 34 kleinen Teleskopen und Kameras wird PLATO auf die Jagd gehen. Damit sollen laut ESA rund eine Million Sterne der näheren Umgebung auf Planeten hin untersucht werden.

ESA, TAS

Konkurrierend dazu das PLATO-Konzept von Thales Alenia Space, ebenfalls präsentiert im Rahmen des PLATO-Workshops Mitte 2013.
(Bild: ESA, TAS)
PLATO wird, so die ESA weiter, in Verbindung mit bodengestützten Beobachtungen der Radialgeschwindigkeit die Berechnung von Masse und Radius eines Planeten und somit von dessen Dichte erlauben. Dies lasse Rückschlüsse auf seine Zusammensetzung zu. Die ESA erwartet, dass Tausende exoplanetarer Systeme entdeckt werden. Die Mission sei besonderes befähigt, Planeten erdähnlicher Größe und Supererden im bewohnbaren Bereich ihres Zentralgestirns zu identifizieren. Zudem werde die seismische Aktivität von Sternen untersucht. Dies erlaube eine genaue Charakterisierung der Sterne hinsichtlich Masse, Radius und Alter.

Der Start ist spätestens 2024 in Kourou auf einer Sojus-Rakete vorgesehen. Die Missionsdauer ist auf sechs Jahre angelegt, Verlängerung nicht ausgeschlossen. PLATO wird am Lagrange-Punkt L2 positioniert, dem etwa 1,5 Mio. Kilometer von der Erde entfernten Punkt auf der Linie Sonne-Erde, an dem sich die Anziehungskräfte beider Gestirne mit der Fliehkraft aufheben. Dort ist bereits Gaia aktiv. Gaia dient der Himmelskartographie, die Planetenjagd ist nicht ihr primäres Aufgabengebiet. Allerdings kann Gaia feinste Taumelbewegungen von Sternen registrieren, ein Indiz für Planeten der Jupiter-Klasse. Unter anderem derartige Hinweise geben PLATO Ansatzpunkte für die Suche. Ergänzend zu PLATO sind laut ESA präzise Anschlussbeobachtungen durch zukünftige boden- und weltraumgestützte Observatorien vorgesehen.

Im Wettbewerb um den Zuschlag hat sich PLATO gegen EChO (Observatorium zur Charakterisierung von Exoplaneten), LOFT (hochzeitauflösende Röntgenstrahlenbeobachtungen), MarcoPolo-R (Rückführung einer Probe eines erdnahen Asteroiden) und STE-Quest (Erforschung der Raumzeit und Erprobung des Quantenäquivalenzprinzips im Weltraum) durchgesetzt. PLATO ist die dritte ESA-Mission der Kategorie M. Bereits 2011 fiel die Entscheidung für den Sonnenorbiter und die Mission Euclid. Der Sonnenorbiter startet 2017 und wird in weniger als 50 Mio. Kilometer Sonne und Sonnenwind erforschen. Euclid sucht voraussichtlich ab 2020 nach dunkler Energie und dunkler Materie.

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