Fünf Jahre New-Horizons-Vorbeiflug am Pluto
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Autor: Lars-C. Depka / 21. März 2009, 20:09 Uhr

New Horizons: Wie weit ist die Hälfte?

Bereits im vergangenen Jahr hat die NASA-Sonde zur Erkundung des äußeren Sonnensystems (New Horizons) ein Drittel der Distanz zum Zwergplaneten Pluto zurückgelegt. Doch wie weit ein Drittel ist, oder wann die Hälftel auf ihrem weiten Weg zum Kuiper-Gürtel absolviert ist, hängt ganz entscheidend von der jeweiligen Sichtweise ab.

Quelle: NASA
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Am 19. März beispielsweise – nach 38 Monaten Flugzeit – und bisher zwei Milliarden abgeleisteten Kilometern, hat New Horizons präzise ein Drittel der Reisezeit zum Pluto hinter sich gebracht. Offiziell befindet sich der (Zwerg)Planetenkundschafter seit dieser Zeit in der sogenannten „Mid-Cruise Phase“.

Doch es werden nicht weitere drei Missionsjahre vergehen, bis das nächste Etappenziel in Reisezeit und zurückgelegter Wegstrecke erreicht werden wird. Schon im kommenden Jahr nämlich ist die Hälfte des Weges geschafft. Und trotzdem lässt sich die Frage nicht so einfach beantworten, wann die Sonde auf dem Weg zum Pluto „Bergfest“ feiern kann. Es hängt ganz von den verwendeten Bezugsgrößen ab.

Wenn man also fragt, wann die Hälfte der Flugzeit zum Ziel erreicht wird, und man den Start von New Horizons am 19.01.2006 berücksichtigt, wäre dieser Zeitpunkt am 17. Oktober 2010 erreicht.

Fragt man aber, wann die Sonde halb so weit von der Sonne entfernt ist, wie der Pluto zum Zeitpunkt der dichtesten Annäherung (das wird der 14. Juli 2015 sein), so wird das schon am 20. April des Jahres 2010 der Fall sein.

Noch ein anderes Datum, nämlich der 25. Februar 2010 kann genannt werden, wenn man gerne wissen möchte, wann die Hälfte der heliozentrischen Distanz zum Pluto seit dem Start von der Erde erreicht wird.

NASA

New Horizons unterwegs zum Pluto (künstlerische Darstellung).
(Illustration: NASA)
Man könnte sogar sagen, dass die Hälfte der Mission bis zu ihrer Ankunft bei Pluto Mitte 2015 seit dem 4. April 2008 vorüber ist, wenn man den 20. Dezember 2000 als „Geburtstag“ der Sonde annimmt. An diesem Tag kurz vor Weihnachten fand die erste konkrete Vorstellung des New Horizons-Projektes statt. Damals noch in der Absicht, den sonnenfernsten Planten unseres Sonnensystems zu besuchen. Es lässt sich also durchaus sagen, irgendwie ist die Sonde schon fast halb am Ziel, man kann jedoch genauso mit Fug und Recht behaupten, dass es noch ein reichliches Jahr dauert, bis der Halfway-Point erreicht wird. So haben also Vertreter beider Standpunkte irgendwie auch immer ein bisschen Recht.

Seit Januar diesen Jahres befindet sich die Sonde in einer Ruhephase, währenddessen sie kaum wissenschaftliche Daten sammelt, sondern lediglich alle 14 Tage einen routinemäßigen Gesundheitsbericht zur Erde sendet. Nach wie vor befindet sich die Sonde in einem perfekten Zustand. Seit ihrer elfwöchigen Ruhephase ist die Sonde um weitere 112 Millionen Kilometer an Pluto herangerückt und in etwa 3 Wochen wird sie sich in einer Entfernung von 13 AE von der Sonne befinden.

Auf der Erde bereitet man sich unterdessen für den jährlichen Systemcheck vor, der am 7. Juli beginnen soll und sich über mehrere Wochen hinzieht. Er unterscheidet sich dabei in zwei wesentlichen Punkten von den bisherigen Checks: Zum ersten Mal findet die Prozedur nicht im Herbst, sondern schon im (Erd)Sommer statt. Auch in den kommenden Jahren sollen Sommerchecks durchgeführt werden. Hintergrund für die Vorverlegung ist einfach die Tatsache, dass man in einen Rhythmus kommen will, der die Planungs- und Vorbereitungsarbeiten im Frühjahr, und die Ausführung der Kontrolle im Sommer vorsieht.

Ein solcher Rhythmus ist von essenzieller Bedeutung für die Zeit der größten Annäherung im Juli 2015.

Ein weiterer Unterschied wird im Umfang der diesjährigen Aktivitäten der Sonde während des Checks liegen. Diese werden auf ein absolutes Minimum reduziert, um zusätzliche Zeitpolster für die Missionsplaner zu gewinnen, die derzeit noch mit dem Schreiben der Annäherungssequenzen beschäftigt sind, und die bis spätestens 2010 fertiggestellt sein müssen. Ebenso wird der Brennstoffverbrauch während dieser Phase niedrig gehalten, denn die Sonde muss nicht in ihrer Lage oder Orientierung verändert werden, da in diesem Jahr keine weiteren wissenschaftlichen Einsätze abseits der Hauptmission anstehen.

Anders wird es sich in den Jahren 2010, 2011, 2013 und 2014 verhalten. In diesen Jahren sind größere, brennstoffintensive Manöver und Ausrichtungen notwendig, zwischendurch wird im Jahre 2012 noch einmal etwas Ruhe einkehren.

Doch es gibt auch Neues von der Erde aus zu vermelden: So konnte während einer im August 2008 in Südamerika sichtbaren Verfinsterung eines Sterns durch Pluto, sein Durchmesser mit hoher Präzision neu vermessen werden. Er beträgt wenigstens 2.340 km und korrigiert den bisher angenommenen Wert von 2.300 km ein wenig weiter nach oben.

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