DLR: Bremsmanöver an der Erde mit Blick auf den Mond
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Autor: Raumfahrer.net Redaktion / 21. März 2020, 10:09 Uhr

Mission Control passt sich Coronavirus-Bedingungen an

Die für Raumfahrzeuge zuständigen Teams im Satellitenkontrollzentrum der ESA befassen sich täglich mit Herausforderungen während des Fluges – von fehlerhafter Hardware, problematischer Software und gefährlichem Weltraumschrott bis hin zu Computerviren, die die Bodenstationen beeinträchtigen könnten. Eine Information der Europäischen Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA).

Quelle: ESA
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19. März 2020 - Wie halten sie die Missionen in den Umlaufbahnen um Erde und Sonne oder bei der Erforschung des Sonnensytems am Laufen, wenn eine Viruspandemie die Mitarbeiter der Organisation in Gefahr bringt?

Die erste Priorität ist die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter in der gesamten Agentur, während die Kollegen in der Missionskontrolle (ESOC) der ESA in Darmstadt, die einzigartige Herausforderung haben, die Missionen in der Umlaufbahn aufrechtzuerhalten und sicherzustellen, dass kritische Bodeninfrastrukturen so funktionieren, wie sie sollten, einschließlich sieben Bodenstationen auf drei Kontinenten.

Pläne vor Ort
Die ESA fliegt derzeit 21 Raumfahrzeuge vom ESOC aus, die von Erdbeobachtungs- über Astronomie- und Planetenerkundungsmissionen bis hin zu fünf Sentinel-Satelliten des Copernicus-Programms der Europäischen Union reichen.

ESA/J. Mai

Bild vergrößernDer Sentinel-Kontrollraum in Darmstadt.
(Bild: ESA/J. Mai)
Diese Missionen fliegen nicht von selbst. Die Ingenieure müssen regelmäßig Maßnahmen ergreifen, um beispielsweise Raumfahrzeuge vor dem allmählichen Abdriften von ihrer vorgesehenen Umlaufbahn oder der Kollision mit Trümmern zu schützen, um sicherzustellen, dass die Solarpaneele genügend Licht von der Sonne erhalten, um die wissenschaftlichen Instrumente zu betreiben, um wichtige Daten zu erhalten und um die Systeme an Bord und am Boden funktionsfähig und auf dem neuesten Stand zu halten.

Zur Bekämpfung des Covid-19-Ausbruchs führt die ESA zahlreiche Präventivmaßnahmen durch, wobei sie die von den nationalen und regionalen Zivilbehörden bereitgestellten Leitlinien berücksichtigt, insbesondere im Hinblick auf die Minimierung persönlicher Kontakte.

Die Flugkontrollteams oder die Experten in technische Bodensegmenten wie Flugdynamik und Bodenstationen arbeiten in der Regel in kleinen Kontrollräumen zusammen, sodass eine Reihe von Plänen vorhanden ist, um auf die sich entwickelnde Schwere des Covid-19-Ausbruchs zu reagieren.

Die Maßnahmen unterscheiden sich in erster Linie durch die Menge und Art des vor Ort in den Kontrollräumen und technischen Einrichtungen benötigten Personals.

Die Missionskontrolle kommt nach Hause
Vorerst bleibt das Ziel der Missionskontrolle, die Generierung von Missionsdaten aufrechtzuerhalten und die gesamte Flotte von Raumfahrzeugen, ob jung oder alt, routinemäßig zu betreiben.

ESA/ATG medialab

Bild vergrößernGrafische Darstellung des Erdvorbeiflugs von BepiColombo - Illustration.
(Bild: ESA/ATG medialab)
Gleichzeitig muss die Vorbereitung und Durchführung ad-hoc kritischer Aktivitäten, wie Kollisionsvermeidungsmanöver oder der bevorstehende Vorbeiflug von BepiColombo an der Erde, sichergestellt werden.

Ab dem 16. März 2020 begann die Mehrheit der Belegschaft des ESOC von zu Hause aus zu arbeiten. Ähnlich der Personalstärke an einem regulären Wochenende halten die Missionsteams nun ein Minimum an Präsenz vor Ort, während jeder, der es kann, ein Maximum an täglichen Aktivitäten außerhalb des Standorts durchführt.

„In der Geschichte des Satellitenkontrollzentrums der ESA hat es noch nie eine Zeit gegeben, in der so wenig Leute vor Ort waren“, sagt Rolf Densing, Direktor für Missionsbetrieb der ESA.

„Dies hat natürlich große Auswirkungen auf die Art und Weise, wie die Missionen geflogen werden, und in den nächsten Wochen wird die Priorität weiterhin auf dem Schutz der Gesundheit liegen, indem die Anzahl der physisch anwesenden Personen minimiert wird, während gleichzeitig ein effektiver täglicher Betrieb gewährleistet wird“.

In Zukunft könnte die ESA, falls erforderlich, das Personal vor Ort noch weiter reduzieren, was eine Reduzierung oder sogar einen Stopp der wissenschaftlichen Datenerfassung erforderlich machen würde, um sich auf die schlichte Aufrechterhaltung sicherer und stabiler Umlaufbahnen von Raumfahrzeugen zu konzentrieren.

„Ein solches Szenario könnte eine ganze Weile aufrechterhalten werden, wenn nötig, über viele Wochen oder Monate hinweg“, sagt Paolo Ferri, Leiter des Missionsbetriebs.

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