JGU: Erstmals solare CNO-Neutrinos beobachtet
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Autor: Gero Schmidt / 21. Juni 2004, 21:48 Uhr

Historischer Raumflug von SpaceShipOne

Erstmals in der Geschichte der Raumfahrt ist es gelungen, einen ausschließlich mit privaten Mitteln finanzierten Raumflug durchzuführen.

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Heute früh gegen 6:30 (Pazifik-Zeit) hob das vom legendären Flugzeugbauer Burt Rutan entwickelte White Knight-SpaceShipOne-Gespann mit Mike Melvill an den Kontrollen von einer Rollbahn in der Mojave-Wüste Kaliforniens ab.


Das von einem Beobachtungsflugzeug begleitete Gespann aus SpaceShipOne und dem Trägerflugzeug White Knight.
(Foto: Scaled Composites)
Nach etwa einstündigem Steigflug wurde der kleine Raumgleiter von seinem Trägerflugzeug in ca. 15 Kilometern Höhe abgeworfen und zündete Sekunden später seinen mit einem Gummigemisch und Stickstoffoxid (Lachgas) betriebenen Raketenmotor. Nach 75 Sekunden erreichte das Raketenflugzeug dreifache Schallgeschwindigkeit. Das Triebwerk wurde daraufhin abgeschaltet und SpaceShipOne schoss antriebslos weiter, bis auf eine Höhe von gut hundert Kilometern. Danach fiel es zur Erde zurück. Vor dem Wiedereintritt in die Atmosphäre wurden die hinteren Flügelhälften um 90 Grad aufgestellt. Diese "Federball"-Konfiguration erzeugt einen enormen Luftwiderstand und ermöglicht es, schon sehr hoch in der Atmosphäre abzubremsen und somit die Belastungen zu minimieren. Nachdem die Flügel wieder in ihre Ausgangsposition gebracht worden waren, landete SpaceShipOne wenige Minuten später wieder auf dem Mojave-Flughafen.

Das besondere, ja historische an diesem Flug war die erreichte Flughöhe. SpaceShipOne hatte schon bei früheren Testflügen die Schallmauer durchbrochen und war auf Höhen bis zu 65 Kilometern aufgestiegen, doch die heute erreichten 100 Kilometer markieren die Grenze zum Weltraum. Im Grunde ist diese Grenze natürlich willkürlich gezogen, doch sie wird allgemein anerkannt. Der Pilot des heutigen Fluges, Mike Melville darf sich somit von nun an als Astronaut bezeichnen.

SpaceShipOne-Konstrukteur Burt Rutan und Microsoft-Mitbegründer Paul Allan, der Rutans Projekt über seine Firma Vulcan finanziert, erhoffen sich von dem heutigen Flug eine Signalwirkung. Vor allem soll gezeigt werden, dass es prinzipiell möglich ist, auch außerhalb von milliardenschweren Regierungsprogrammen bemannte Raumfahrt zu betreiben. Außerdem will man demonstrieren, das private Firmen die Aufgabe schneller, besser und vor allem billiger erledigen können. Das gesamte SpaceShipOne-Projekt, das Burt Rutan mit seiner Firma Scaled Composites über die vergangenen vier Jahre vorangetrieben hat, kostet nicht mehr als 30 Millionen Dollar und die Kosten pro Flug belaufen sich schätzungsweise auf ca. 100.000 Dollar. Zwar muss man hierbei beachten, dass SpaceShipOne nicht für Flüge in eine Erdumlaufbahn ausgelegt ist, da seine Maximalgeschwindigkeit nur etwa ein Siebtel der dafür nötigen Orbital-Geschwindigkeit beträgt, doch hat Rutan bereits mehrfach angedeutet, in Zukunft auch Vehikel entwickeln zu wollen, die einen Erdorbit erreichen könnten. Dazu braucht es allerdings mehr Leute wie Paul Allan, die bereit sind, in solche Projekte zu investieren und eben das soll mit dem heutigen Rekordflug erreicht werden: Wenn erst einmal klar ist, dass es machbar ist, wird es auch gemacht werden, so die Überlegung.
 
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