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Autor: Günther Glatzel / 21. November 2013, 19:43 Uhr

Neuer Satellitenschwarm gelangt mit Dnjepr ins All

Auch heute wurde eine Vielzahl kleiner Satelliten mit einer Trägerrakete in einen erdnahen Orbit transportiert. Diesmal waren es 33 Satelliten. Diese stammen allerdings von Institutionen aus 20 Staaten, einige davon sind zudem Gemeinschaftsprojekte.

Quelle: Skyrocket, RIA Nowosti, Raumcon
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ESA

Bild vergrößernStart einer Dnjepr-Trägerrakete aus einem Silo
(Bild: ESA)
Der Start an der Spitze einer Trägerrakete vom Typ Dnjepr erfolgte von einem Silo bei Jasni/Domborowski aus gegen 8.11 Uhr MEZ. Die Dnjepr wurde im Rahmen von Abrüstungsvereinbarungen aus dem Waffenträger RS 20 Wojewoda entwickelt und vom ukrainischen Unternehmen Kosmotras unter Beteiligung von Juschnoje zu einem Raumfahrtträger umgebaut.

Die Hauptnutzlasten waren DubaiSat 2 und STSat 3. DubaiSat 2 (300 kg) ist ein Erdbeobachtungssatellit der Vereinigten Arabischen Emirate. Er soll aus einem sonnensynchronen Orbit Bilder mit Auflösungen bis 1 m (panchromatisch) liefern. STSat 3 stammt aus Südkorea und dienst wissenschaftlichen und technologischen Zwecken. Zum einen betreibt man Infrarot-Astronomie und will die Michstraße sowie den kosmischen Hintergrund erfassen. Zum Zweiten sollen auch Bilder der Erdoberfläche gewonnen werden. Zudem werden verschiedene Komponenten des Satelliten erstmals im All verwendet, wobei man ihre Eignung, Zweckmäßigkeit und Haltbarkeit testen möchte.

An den weiteren Nutzlasten sind Institute und Organisationen aus Argentinien, Dänemark, Deutschland, Equador, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, den Niederlanden, Norwegen, Singapur, Spanien, Südafrika, Südkorea, Pakistan, Polen, Peru, der Ukraine und den USA beteiligt.

SkySat 1 (USA) dient der Erderkundung, WNISat (Japan) soll vor allem Wetterphenomene erfassen, BRITE-PL (Polen/Kanada) hat astronomische Forschungsziele. AprizeSat 7 und 8 (USA/Argentinien) erfassen Schiffsbewegungen über ein AIS genanntes Funkidentifikationssystem, UniSat 5 (Italien) verfügt über eine HD-Kamera und soll Bilder zur Erde senden. Zudem befindet sich ein zellbiologisches Experiment sowie zwei Startvorrichtungen für jeweils 4 sogenannte Femtosatelliten mit Abmessungen von 5 x 5 x 5 cm bis 12,5 x 5 x 5 cm und Massen bis 400 Gramm an Bord. Diese Satelliten sollen während der Mission ausgestoßen werden.

Diese sind der Technologiesatellit Wren (Deutschland), bei dem Mikro-Plasmatriebwerke, eine neuartige Dreiachsensteuerung sowie ein bildbasiertes Navigationssystem zum Testeinsatz kommen, $50Sat (USA) zum Test eines Mikrosenders, der Status- und Umgebungsparameter weitergeben soll, BeakerSat 1 (USA) für Elektroniktests, QubeScout S1 (USA) zur Erprobung eines Sonnensensors, ICube 1 (Pakistan), der Bilder, Magnetometer- und Temperaturwerte erfassen und zur Erde übertragen soll, HumSat D (Spanien), mit dem Datenpakete empfangen, gespeichert und später weitergegeben werden sollen (store and forward), Dove 4 (USA) sowie der peruanische PUCP Sat 1, mit dem Temperaturwerte erfasst und über ein experimentelles Kommunikationssystem zur Erde übertragen werden sollen. PUCP Sat 1 soll zudem einen noch kleineren Subsatelliten ausstoßen. Dieser Pocket-PUCP genannte Flugkörper hat eine Masse von lediglich 127 Gramm.

Delfi-n3Xt (Niederlande) dient der Technologieerprobung (Antrieb, Kommunikation, Energiegewinnung mittels Solarzellen) und hat mit 3 kg eine etwas größere Masse als das Gros seiner Begleiter. Gleiches gilt für Dove 3 (USA; 5,2 kg), welcher Fernerkundung der Erde betreibt. Technologieerprobung insbesondere für Komponenten des Satellitenbussystems betreibt man zudem mit OPTOS (Niederlande), CubeBug 2 (Argentinien), GOMX 1 (Dänemark) und VELOX-P2 (Singapur). Triton 1 (Großbritannien) ist ein Testsatellit für das AIS, mit CINEMA 1 und 2 (USA/Südkorea/Großbritannien) werden Untersuchungen der Magnetoshäre sowie der Atmosphäre der Erde angestellt, mit NEE 02 Krysaor (Equador) wird ein Temperaturregulierungssystem über Nanoröhrchen getestet. Außerdem überträgt man Videodaten in Echtzeit und testet einen speziellen Strahlenschild. FUNCube (Großbritannien) ist ein reiner Amateurfunksatellit, HiNCube (Norwegen) fertigt Bilder der Erdoberfläche an und überträgt diese gemeinsam mit Temperaturdaten zur Erde. ZACUBE (Südafrika) dient der Erforschung der Ionosphäre, indem man deren Einfluss auf Funkimpulse untersucht. First-MOVE (Deutschland) testet eine CCD-Kamera und neuartige Solarzellen im Weltraumeinsatz. Mit UWE 3 (Deutschland) soll ein mit Magnetfeldspulen und Drallrad funktionierendes Lageregelungssystem im Praxiseinsatz getestet werden. Zudem wird damit ein flexibel einsetzbares Bussystems erprobt, welches IP-Datenkommunikation unter Weltraumbedingungen nutzt. Insbesondere spielt dabei die Toleranz gegenüber erhöhtem Grundrauschen eine Rolle. Schließlich wird im Rahmen von BPA 3 eine in der Ukraine entwickelte Avionik, die fest in der 3. Stufe der Dnjepr-Trägerrakete eingebaut ist, erprobt.

Die Nutzlasten befinden sich in unterschiedlichen Orbits mit Höhen um 500 Kilometer über der Erdoberfläche und Bahnneigungen um 87,5 Grad.

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