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Autor: Simon Plasger / 23. Oktober 2011, 09:55 Uhr

ROSAT ist zurück auf der Erde (Update)

In der Nacht zum Sonntag ist der deutsche Röntgensatellit ROSAT in die Erdatmosphäre eingetreten und zumindest teilweise verglüht. Inwiefern Teile von ihm bis zur Erdoberfläche durchgekommen sind, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch unbekannt.

Quelle: DLR, Spaceflight101, Twitter
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EADS Astrium

Bild vergrößernROSAT im Orbit (Künstlerische Darstellung)
(Bild: EADS Astrium)
NASA

Bild vergrößernDer Start von ROSAT im Jahre 1990
(Bild: NASA)
Nachdem er bereits seit Jahren an Höhe verloren hat, ist ROSAT (Röntgensatellit) zwischen 3:45 Uhr MESZ und 4:15 Uhr MESZ am Sonntagmorgen in die Erdatmosphäre eingetreten. Dabei sind große Teile von ihm verglüht. Ob Teile auf der Erde aufgeschlagen sind und ob diese Schäden verursacht haben, ist bis jetzt noch nicht bekannt.

Während des Eintrittsfensters führte der Orbit des Satelliten über den indischen Ozean sowie Teile von Asien (China und Myanmar). Genauere Daten über die Position und über möglicherweise betroffene Gebiete werden wahrscheinlich im Laufe des Tages veröffentlicht. Aktuelle Updates finden Sie dann auch auf unserer Homepage.

ROSAT war am 1. Juni 1990 an Bord einer Delta-II-Rakete gestartet worden und durchsuchte 9 Jahre lang den Himmel im Röntgen- und UV-Bereich. Dabei wurden über 125.000 neue Röntgenquellen gefunden, darunter viele Supernovaüberreste. Zu seinen Entdeckungen gehören auch Neutronensterne, die nur im thermischen Bereich strahlen und die Reflektion von Röntgenstrahlung am Mond. Zu den eher weniger erwarteten Ergebnissen gehörte unter anderem die Erkenntnis, dass Kometen trotz ihrer niedrigen Temperatur Röntgenstrahlung aussenden.

Ursprünglich war ROSAT für eine Einsatzdauer von 5 Jahren ausgelegt, diese wurde jedoch erheblich überschritten. 1998 kam es schließlich zu altersbedingten Ausfällen an Bord des Satelliten, die einen Forschungsbetrieb erschwerten. So fiel zuerst der primäre Sternsensor aus, woraus eine Fehlausrichtung mit resultierte. Wenige Monate später gab es aufgrund der Sättigung eines Drallrades erneut eine Fehlorientierung, wobei der hochauflösende Detektor für Röntgen- und UV-Strahlung (High Resolution Imager, HRI) schwer beschädigt wurde. Am 12. Februar 1999 schließlich wurde ROSAT abgeschaltet, da nun auch die Treibstoffvorräte nahezu verbraucht waren.

UPDATE: Wie das DLR bekannt gab, ist ROSAT über dem Golf von Bengalen, einem Randmeer des indischen Ozeans, eingetreten. Über Teile, die die Erdoberfläche erreicht haben und eventuellle Schäden ist weiterhin nichts bekannt.

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