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Autor: Thomas Weyrauch / 23. Oktober 2013, 19:52 Uhr

Amos 5 mit zu wenig Antriebsenergie

An Bord des Kommunikationssatelliten Amos 5 trat nach Angaben seines Betreibers Spacecom Satellite Communications (Spacecom) aus Israel erneut eine Anomalie im Stromversorgungssystem auf, die den Einsatz der elektrischen Triebwerke zum Positionshalten behindert.

Quelle: advanced-television.com, Fakel, globes.co.il, Reschetnjow, satellitefinance.com, Spacecom, tmcnet.com
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Nach Angaben verschiedener Brancheninformationsdienste teilte Spacecom am 22. Oktober 2013 mit, dass das Energieversorgungssystem Nr. 2 von Amos 5 zusammengebrochen sei, was Einfluss auf die Nutzbarkeit von zwei weiteren Triebwerken habe.

Amos 5 ist mit chemischen und elektrischen Triebwerken vom russischen Konstruktionsbüro Fackel bzw. Fakel aus Kaliningrad ausgerüstet. An Bord des basierend auf dem Satellitenbus Express 1000H bzw. Ekspress 1000N von Reschetnjow aufgebauten Raumfahrzeugs sind neben Hydrazin-Triebwerken für die Lageregelung vom Typ K50-10 acht elektrische, Xenon ausstoßende Triebwerke vom Typ SPT-100 bzw. SPD-100 (SPT steht für stationary plasma thruster) installiert.

Zur Stromerzeugung besitzt der dreiachsstabilisierte Amos 5 zwei Solarzellenausleger mit Galliumarsenid-Zellen von OAO NPP KVANT aus Moskau. Der Speicherung elektrischer Energie dienen zwei Lithium-Ionen-Akkumulatorensätze von SAFT aus Frankreich, die sich aus jeweils 40 Zellen des Typs VES 180 SA zusammensetzen.

Der Zusammenbruch eines Energieversorgungssystems an Bord von Amos 5 geschah jetzt nicht zum ersten Mal, von Problemen mit dem Antriebssystem des Satelliten war bereits vor rund einem Jahr die Rede. Das aktuelle Problem folgt zwei Ereignissen, die ein nur noch zur Hälfte arbeitendes Energieversorgungssystems Nr. 1 hinterließen, und einem Fehler im Energieversorgungssystem Nr. 2, das zum Ergebnis hatte, dass sich nur noch die Hälfte der acht elektrischen Triebwerke an Bord nutzen ließ.

Der am 11. Dezember 2011 direkt in einen (annähernd) geosynchronen Orbit gestartete Satellit sollte sich mindestens 15 Jahren im All betreiben lassen. Dass das bei 17 Grad Ost im Geostationären Orbit positionierte Raumfahrzeug seine Auslegungsbetriebsdauer erreicht, kann mit einiger Berechtigung bezweifelt werden.

Der aktuell aufgetretene Fehler soll zur Folge haben, dass sich der Satellit um eine rund 11 Monate geringere Zeit sinnvoll betreiben lassen wird, wenn es nicht wieder gelingt, zusätzliche Triebwerke über das Energieversorgungssystem Nr. 2 mit Energie zu beliefern. Man hofft derzeit, die Triebwerke über einen alternativen Schaltungsweg zu erreichen.

Amos 5 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 37.950 bzw. als COSPAR-Objekt 2011-074A.

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