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Autor: Thomas Weyrauch / 24. September 2011, 12:32 Uhr

Japanischer Erdbeobachtungssatellit gestartet

Am 23. September 2011 wurde ein weiterer japanischer Erdbeobachtungssatellit mit optischem Bilderfassungssystem ins All gebracht.

Quelle: 373news.com, NHK, Raumfahrer.net, Yomiuri Online
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Der Start erfolgte am 22. September 2011 um 6:36 Uhr MESZ zu Beginn eines 13 Minuten breiten Startfensters von der Startrampe 1 des Yoshinobu-Startkomplexes (YLP-1) an der Südküste der japanischen Insel Tanegashima. Die beim Start rund 53 Meter hohe und circa 285 Tonnen schwere H-IIA-Rakete von Mitsubishi Heavy Industries (MHI) setzte den von Mitsubishi Electric (MELCO) gebauten Satelliten mit der Bezeichnung IGS 6 nach rund zwanzig Minuten Flug im Weltraum ab.

Es war der neunzehnte Flug einer H-IIA-Rakete, der dreizehnte erfolgreiche dieses Raketenyps hintereinander, und der fünfte Flug, bei dem ein optischer Aufklärungssatellit aus der Reihe der IGS-Raumfahrzeuge ins All transportiert wurde. IGS steht für Information Gathering Satellite, übersetzt: Satellit zum Sammeln von Informationen. Die Raumfahrzeuge gibt es in Ausführungen mit optischen Bilderfassungsystemen und als Radarsatelliten.

Im Regelbetrieb sollen jeweils ein optischer und ein Radaraufklärer auf gleicher Umlaufbahn hintereinanderfliegend Gebiete anderer Staaten, wo für Japan möglicherweise gefährliche Aktivitäten stattfinden könnten, wie zum Beispiel Nordkorea, überfliegen, um Informationen über die jeweilige Situation zu erfassen und weiterzuleiten. Neben der militärischen Nutzung wie der Feststellung gegnerischer Raketenstarts sollen die Satelliten auch für die zivile Fernerkundung eingesetzt werden. Sie bewegen sich auf annähernd polaren Umlaufbahnen in Höhen zwischen 480 und 500 Kilometern über der Erdoberfläche.

Das erste Satellitenpaar aus IGS 1A und IGS 1B war am 28. März 2003 in den Weltraum gelangt. Im selben Jahr, am 29. November, ging ein zusätzliches Satellitenpaar aus IGS 2A und IGS 2B bei der fehlgeschlagenen Mission der H-IIA mit der Flugnummer F6 verloren, weil sich ein ausgebrannter Feststoffbooster nicht wie vorgesehen von der Rakete löste. Die Rakete kam dadurch soweit von der vorgesehenen Flugbahn ab, dass sie zerstört werden musste. Die Düse des von Nissan gebauten Boosters war durchgebrannt, und eine für die Boostertrennung benötigte Einrichtung beschädigt worden. Am 11. September 2006 gelang der Start des optischen Aufklärungssatelliten IGS 3A, und am 24. Februar 2007 konnten IGS 4A und IGS 4B ins All gebracht werden. Zuletzt erreichte IGS 5, ein optischer Aufklärungssatellit mit einem verbesserten Bilderfassungssystem, am 28. November 2009 eine Umlaufbahn um die Erde.

Neben dem jetzt gestarteten Satelliten mit optischem Bilderfassungssystem soll noch in diesem Jahr ein neuer mit Radaranlage ausgestatteter japanischer Erdbeobachtungssatellit ins All gebracht werden, und ein weiterer Radarsatellit im kommenden Jahr.

IGS 6, auch Optical 4, O-4 oder Kogaku #4 genannt, ist katalogisiert mit der NOARD-Nr. 37.814 bzw. als COSPAR-Objekt 2011-050A.

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