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Autor: Thomas Weyrauch / 26. November 2015, 13:15 Uhr

NOAA 16 nach Aus 2014 jetzt als Trümmerquelle

Der US-amerikanische, im Juni 2014 nach einer Anomalie außer Dienst gestellte Wettersatellit NOAA 16 erweist sich als weitere Quelle von Weltraumschrott. Am 25. November 2015 wurden eine Reihe von Trümmern in der Nähe des Satelliten beobachtet.

Quelle: JSpOC, Raumfahrer.net
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NOAA

Bild vergrößernNOAA 16 über der Erde - Illustration
(Bild: NOAA)
Nach Angaben des Gemeinschaftlichen Zentrums für Raumfahrtaktivitäten des US-amerikanischen Militärs (Joint Space Operations Center, JSpOC) wurden gegen 8:16 Uhr UTC am 25. November 2015 in der Umgebung von NOAA 16 eine Anzahl vorher nicht katalogisierter Objekte beobachtet.

NOAA 16, der früher von der US-amerikanischen Wetterbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) genutzt wurde, bewegt sich aktuell auf einem Orbit mit einem der Erde nächstliegenden Bahnpunkt von rund 841 und einem von der Erde am weitesten entfernten Bahnpunkt von etwa 857 Kilometern.

Ab 18:30 Uhr UTC am 25. November 2015 wurden vom JSpOC 19 mit einem möglichen Zerleger in Zusammenhang stehende Objekte im unter anderem für Annäherungsbrechnungen verwendeten Katalog geführt.

Mit der Katalogisierung weiterer Objekte wird gerechnet. Das JSpOC teilte mit, Satellitenbetreiber gegebenenfalls zu informieren, wenn die Gefahr besteht, dass Trümmer von NOAA 16 anderen Satelliten nahe kommen.

NOAA 16 kreist seit seinem Start von der Luftwaffenbasis Vandenberg (VAFB) in Kalifornien am 21. September 2000 um die Erde. Seine Primärmission beendete der Satellit, dessen nominale Auslegungsbetriebsdauer nur drei Jahre betrug, 2005 und stand anschließend als weiter Beobachtungsdaten lieferndes Backup zur Verfügung.

Am 6. Juni 2014 ging der Kontakt zu dem von Lockheed Martin gebauten Raumfahrzeug verloren. Nachdem man festgestellt hatte, dass der Satellit nicht mehr in ein nützliches Betriebsregime zu versetzen sein würde, erfolgte die offizielle Außerdienststellung am 9. Juni 2014.

Eine Ursache für die 2014 aufgetretene Anomalie an Bord von NOAA 16 wurde seinerzeit nicht mitgeteilt. Bestimmte Baureihen sonnensynchroner Wettersatelliten auf annähernd polaren Umlaufbahnen von NOAA und dem US-amerikanischen Militär leiden unter konstruktiven Mängeln ihrer Stromversorgungssysteme. Ein Akkuplatzer an Bord von NOAA 16 kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden.

NOAA

Bild vergrößernBestandteile von NOAA 16 - Akkumulatoren ("Batteries") am Heck des Satelliten
(Bild: NOAA)
Der US-amerikanische militärische Wettersatellit DMSP F13 hatte am 3. Februar 2015 wegen eines Fehlers in seinem Akkumulatorensystem Trümmerstücke abgestoßen. Wahrscheinlich hat ein abgenutzter Kabelstrang und ein Kurzschluss in einem Akkuladeregler an Bord des Satelliten zur Überladung von Nickel-Cadmium-Akkumulatorenzellen geführt, die schließlich platzten.

Am 15. April 2004 hatte DMSP F11 eine Trümmerwolke verursacht. Verantwortlich dafür ist vermutlich ein in Nachbarschaft zu Akkumulatoren montierter, geplatzter Treibstofftank, der zum Zeitpunkt des Versagens noch rund sechs Kilogramm Hydrazin enthielt.

Eine Schraube, die möglicherweise so fest angezogen war, dass ihr unteres Gewindeende in Verbindung mit darunter befindlichem leitfähigen Material kommen kann, hat im August 1994 in NOAA 13 vermutlich die übermäßige Erwärmung einer Elektronikbox und den Ausfall der Akkuladung verursacht.

NOAA 8 erlitt im Juni 1984 nach Überladung und Überhitzung eine trümmergenerierende Akkumulatorenexplosion. Von NOAA 7 ist bekannt, dass er im August 1997 Teile verlor. NOAA 6 stieß 1995 und 1992 Objekte ab.

NOAA 16 alias NOAA L ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 26.536 und als COSPAR-Objekt 2000-055A.

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