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Autor: Thomas Weyrauch / 27. Februar 2016, 10:14 Uhr

Indien: Industrie soll PSLV bauen und starten

Raketen vom Typ PSLV sind die erfolgreichsten in Indien gebauten Raumfahrtträger. Die indische Weltraumforschungsorganisation (ISRO) beabsichtigt jetzt, die Raketen dieses Typs künftig von indischen Industrieunternehmen herstellen und starten zu lassen.

Quelle: DefenceNews.in, Idrw.org, The Siasat Daily, Times of India
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ISRO

Bild vergrößernPCSLV-C31-Start am 20. Januar 2016
(Bild: ISRO)
Die vorläufig als PSLV-I bezeichnete Variante der seit 1993 geflogenen Rakete will man künftig von einem Industriekonsortium bauen und betreiben lasen. An dem Konsortium soll sich auch das Unternehmen Antrix Corporation Limited (Antrix / ACL) aus Bangalore, das in Indien in der Raumfahrtbranche bereits eine herausgehobene Bedeutung besitzt und als kommerzieller Arm der ISRO tätig ist, beteiligen.

PSLV-Raketen sind vierstufige Kombinationen aus Aggregaten, in denen feste und flüssige Treibstoffe verbrannt werden. Die erste PS1 genannte Stufe, im wesentlichen ein großer Feststoffmotor, wird bei Bedarf von zusätzlichen, gegebenenfalls seitlich angebrachten Feststoffboostern unterstützt.

Die zweite Stufe mit der Bezeichnung PS2 setzt auf ein VIKAS genanntes Triebwerk, das einer Entwicklungslinie der europäischen Viking-Triebwerke für die Ariane-Raketen entstammt und flüssigen Treibstoff verbrennt (UH25, bestehend aus 75% Unsymmetrisches Dimethylhydrazin (UDMH) + 25% Hydrazinhydrat, und N2O4). Bei der dritten Stufe PS3 handelt es sich wiederum um einen Feststoffmotor. In der vierten Stufe PS4 kommen flüssige Treibstoffe zum Einsatz (MMH / Monomethylhydrazin und MON-3 / Stickstofftetroxid mit 3% Stickstoffmonooxid).

Der erste Start einer PSLV-I ist aktuellen Überlegungen zufolge für 2020 vorgesehen, berichtete der Vorsitzende der ISRO A. S. Kiran Kumar in Mumbai. Mit Industrievertretern besprach die ISRO das Projekt anlässlich einer Veranstaltungsreihe der Kampagne "Make in India", die vom 13. bis 18. Februar 2016 in Mumbai stattfand.

Von einer Ausgliederung der PSLV-Operationen verspricht die ISRO sich insbesondere eine Steigerung der möglichen Startrate indischer Raumfahrtträger von 12 auf 18 Starts pro Jahr. Derzeit beträgt die durchschnittliche Startrate nach Angaben des ISRO-Wissenschaftlers und Leiters des Indischen Instituts für Fernerkundung (Indian Institute of Remote Sensing, IIRS) Dr. Y. V. N. Krishna Murthy 6 Starts pro Jahr.

Inwieweit sich die im Zusammenhang mit dem Vorhaben formulierten Erwartungen in einer später erzielten tatsächlichen Startrate spiegeln, bleibt abzuwarten. Im Jahre 2015 beispielsweise erfolgten 4 Flüge von PSLV-Raketen und ein Start einer GSLV-Rakete.

Das Vorhaben wird verschiedentlich als Privatisierungsprogramm bezeichnet. Ob man angesichts einer anzunehmenden maßgeblichen Beteiligung von Antrix von einer Privatisierung im eigentlichen Sinne sprechen sollte, wäre zu diskutieren. Antrix bezeichnet sich selbst als Unternehmen, das vollständig der Regierung Indiens gehört und unter der administrativen Kontrolle des Raumfahrtministeriums (Department of Space, DOS) steht. Die ISRO gehört seit dem 1. Juni 1972 zum DOS.

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