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Autor: Axel Orth / 27. Mai 2008, 01:26 Uhr

Actionbild von Phoenix während der Landung

Eine sensationelle Aufnahme mit Action-Charakter der HiRISE-Kamera zeigt die landende Sonde Phoenix, wie sie an ihrem Fallschirm hängend der Marsoberfläche entgegen saust. Weitere neue Bilder von Phoenix zeigen die Umgebung der Sonde.

NASA/JPL
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Als im November 2006 der Mars Global Surveyor (MGS) verstummte, gelang es dem Team des gerade am Mars eingetroffenen Mars Reconnaissance Orbiters (MRO) nicht, trotz bekannter Bahndaten mit ihrer HiRISE-Hochleistungskamera ein Bild des verstummten Satelliten zu schießen. So wurden die Europäer gebeten, ihrerseits mit der HRSC von Mars Express ihr Glück zu versuchen. Laut gut unterrichteten Kreisen wurden damals Bilder aufgenommen, von denen wegen der großen Entfernung zwar nicht sicher war, ob einige Pixel darauf überhaupt den MGS zeigten. Aber wenn er es war, dann sprachen diese Bilder dafür, dass er in´s Trudeln geraten war und somit nicht nur ein Kommunikationsproblem hatte. Seine Lageregelung hatte versagt, und er war somit endgültig verloren.

Dass das MRO-Team in den anderthalb Jahren seither ordentlich dazu gelernt und seine Sonde mittlerweile fest im Griff hat, bewies es jetzt anlässlich der Phoenix-Landung: Eine sensationelle Aufnahme zeigt die neueste Landesonde der NASA während ihrer Landung, unter ihrem voll entfalteten, zehn Meter weiten Fallschirm hängend, wie sie der Marsoberfläche entgegen fällt. In der Geschichte der Marserforschung ist dies wohl das bisher "actionhaltigste" Bild überhaupt. Die Aufnahme aus einer Entfernung von 310 Kilometern hat eine Auflösung von 0,76 Meter pro Pixel. Selbst die Seile zwischen Sonde und Schirm sind schwach zu erkennen. Die im Sonnenlicht liegende Marsoberfläche erscheint nur deshalb als dunkler Hintergrund, weil Sonde und Fallschirm noch wesentlich heller sind als die Oberfläche.

NASA/JPL-Caltech/University of Arizona

Phoenix bei der Landung, aufgenommen vom MRO. Originalversion des Bildes.
(Bild: NASA/JPL-Caltech/University of Arizona)

Die Aufnahme zu versuchen, bot sich an, da der MRO ohnehin auf die Phoenix-Flugbahn ausgerichtet war, um, wie die anderen Marssatelliten auch, das Funksignal der landenden Sonde zu empfangen und aufzuzeichnen. Dennoch war es eine Meisterleistung, die Kamera derart genau auf einen Punkt der voraus berechneten Phoenix-Flugbahn auszurichten und derart genau zu der Zeit auszulösen, als die Sonde dort sein musste - denn zu dem Zeitpunkt war Phoenix noch mit 1,7facher Schallgeschwindigkeit unterwegs! Der Winkel zur Vertikalen betrug 64 Grad. Das ist laut Pressemitteilung der NASA bis jetzt der schrägste Winkel, unter dem die HiRISE - die ja meist immer nur senkrecht nach unten gerichtet ist - jemals ein Bild aufgenommen hat.

NASA/JPL-Caltech/University of Arizona

Bearbeitete, aufgehellte Version des Bildes.
(Bild: NASA/JPL-Caltech/University of Arizona)


Seit ihrer Landung hat Phoenix schon zahlreiche Bilder ihrer Umgebung zur Erde übertragen. Eine Auswahl:

NASA/JPL-Caltech/University of Arizona

Bild vergrößernEin erstes Schwarzweiß-Panorama der Umgebung von Phoenix.
(Bild: NASA/JPL-Caltech/University of Arizona)

Die Gegend erscheint so frei von Felsen und überhaupt irgendwelchen Bodenerhebungen, wie es für diese Sonde gewünscht und beabsichtigt war. Zwei erste Farbbilder zeigen lediglich auffällige vieleckige Strukturen im Boden der Umgebung:

NASA/JPL-Caltech/University of Arizona


Polygonale Bodenstrukturen in der Umgebung von Phoenix.
(Bild: NASA/JPL-Caltech/University of Arizona)

Wissenschaftler werten dies als Hinweis auf Eis dicht unter der Oberfläche, das sich mit wechselnden Temperaturen ständig ausdehnt und zusammen zieht und so Risse im Boden erzeugt. Auch in arktischen Regionen der Erde sind solche polygonalen Strukturen zu beobachten. Phoenix soll mit einer Grabschaufel in diese Eisschicht vorstoßen und sie erforschen.

NASA/JPL-Caltech/University of Arizona


Detailaufnahme von einem der Polygone, die von Wassereis dicht unter der Oberfläche verursacht werden dürften.
(Bild: NASA/JPL-Caltech/University of Arizona)

Lesen Sie auch unseren Bericht über die Landung:

Phoenix legt eine Bilderbuchlandung hin!
 
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