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Autor: Thomas Weyrauch / 28. Mai 2010, 11:59 Uhr

GPS 2F-1 im Weltraum

Am 28. Mai 2010 wurde der US-amerikanische Navigationssatellit GPS 2F-1 auf einer Delta-IV-Rakete in Medium+ 4,2-Konfiguration ins All gebracht.

Quelle: Boeing, NASA, ULA, USAF
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ULA Webcast

Start der Delta IV D349
(Bild: ULA Webcast)
Der Start der Delta-Rakete mit der Nummer D349 erfolgte um 5:00 Uhr MESZ auf der Rampe SLC-37B der Cape Canaveral Air Force Station (CCAFS) in Florida zu Beginn eines achtzehn Minuten breiten Startfensters. Die Delta-IV-Rakete flog zum sechsten Mal in Medium+ 4,2-Konfiguration, es wurden zwei Feststoffbooster verwendet, und die Nutzlast, der Navigationssatellit, war unter einer Nutzlastverkleidung aus Kompositmaterial mit vier Metern Durchmesser untergebracht.

Nach einer Minute und vierunddreißig Sekunden Flug wurden die beiden beim Start gezündeten Feststoffbooster des Typs GEM-60 abgeworfen, nach einer Minute und vierzig Sekunden auch die Nutzlastverkleidung. Die common booster core (CBC) genannte Zentralstufe brannte weiter, bis ihr Hauptriebwerk des Typs RS-68 246 Sekunden nach dem Start seine Aufgabe erfüllt hatte. Die Stufentrennung zwischen erster und zweiter Stufe erfolgte sechs Sekunden später, und die als Delta cryogenic second stage (DCSS) bezeichnete zweite Stufe der Rakete zündete zur einer rund acht Minuten langen ersten Brennphase. Zwei weitere Brennphasen folgten, während derer das RL10B-2-Triebwerk der zweiten Stufe etwa drei Minuten und siebzehn Sekunden bzw. eine Minute und achtundzwanzig Sekunden arbeitete.

Boeing

GPS-2F-Satellit beim Hersteller
(Bild: Boeing)
USAF

Bild vergrößernGPS-2F-Satellit im All - Illustration
(Bild: USAF)
Etwas über sechs Minuten nach dem Ende der dritten Brennphase der zweiten Stufe wurde das Ensemble zum Zwecke der Spinstabilisierung in Drehung versetzt. Weitere rund vier Minuten später wurde der GPS-Satellit mit einer Startmasse von 1.630 kg und einer Lebenserwartung zwischen zwölf und fünfzehn Jahren rund drei Stunden und dreiunddreißig Minuten nach dem Start in einer Bahn ausgesetzt, die seinem Arbeitsorbit entspricht. Deshalb ist es nicht erforderlich gewesen, einen Apogäumsmotor für das Raumfahrzeug vorzusehen, was sich in seiner vergleichsweise geringen Masse widerspiegelt (zum Vergleich: die Startmasse der Satelliten der Vorgängergeneration GPS 2R betrug 2.032 kg). Es gelangte auf eine annähernd kreisförmige Bahn in rund 20.200 km über der Erdoberfläche mit einer Neigung von fünfundfünfzig Grad gegen den Äquator.

GPS 2F-1 ist der erste von Boeing hergestellte und in den Weltraum transportierte Navigationssatellit aus der 2F-Serie. Nach Angaben von Boeing ist die Genauigkeit der von GPS 2F-1 ausgestrahlten Navigationssignale doppelt so hoch wie die der Vorgängergeneration GPS 2R. Das neue L5-Signal kann der Zivilluftfahrt robustere Signale liefern, und das Militär wird von M-Code genannten Signalen und an Störungsversuche anpassbarer Sendeleistung profitieren, glaubt der Hersteller des Satelliten. Ein weiterer Vorteil gegenüber älteren US-amerikanischen Navigationssatelliten soll auch die Möglichkeit des schnellen Änderns der auf den Rechnern an Bord des Satelliten laufenden Software sein.

In der Konstellation der GPS-Satelliten nimmt GPS 2F-1 die Position 2 in der Ebene B ein.

GPS 2F-1 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 36.585 und als Objekt 2010-022A. Außerdem wird der Satellit auch unter der Tarnbezeichnung USA 213 geführt. Die zweite Stufe der Delta-IV-Rakete, die DCSS ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 36.586 und als Objekt 2010-022B.

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