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Autor: Günther Glatzel / 29. Dezember 2011, 21:16 Uhr

Beidou lokal einsatzbereit

Das chinesische Satellitennavigationssystem Beidou (übersetzt: Kompass) ist auf etwa einem Drittel der Erdoberfläche einsatzbereit. Dies wurde von einem staatlichen chinesischen Informationsbüro gestern offiziell mitgeteilt.

Quelle: GPS World
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Orbitron

Bahnkurve von Beidou IGS5 über der Erdoberfläche
(Bild: Orbitron)
Gegenwärtig befinden sich 10 chinesische Navigationssatelliten der zweiten Generation im All. Die der ersten Generation waren für Testzwecke gedacht und dafür, bestimmte Frequenzen zu besetzen. Jetzt aktiv sind 4 Satelliten im geostationären Orbit, 5 auf sogenannten inklinierten geosynchronen Bahnen und einer in einem mittleren Erdorbit um 21.500 km Höhe bei 55 Grad Bahnneigung.

Um eine Positionsbestimmung auf der Erde vornehmen zu können sind Signale von 4 Satelliten an verschiedenen Positionen am Himmel erforderlich. Dabei gilt prinzipiell: je verschiedener die Positionen sind, umso genauer wird das Verfahren. Ein Navigationssatellit sendet seine Position und ein sehr genaues Zeitsignal aus. Aus der Laufzeit des Signals zum Empfänger lässt sich der Abstand des Beobachters vom Satelliten berechnen. Auf der Erdeoberfläche könnte man diesen Abstand durch eine Kreislinie kennzeichnen. Die Kreislinien zweier Satelliten schneiden sich in 2 Punkten, die dreier Kreislinien in genau einem Punkt. Das Signal des 4. Satelliten ist notwendig, um die Zeitkoordinate festzulegen.

Beidou G1 und 4 befinden sich im Geostationären Orbit über Längengraden östlich von China, Beidou G2 und 3 westlich. Damit hat man schon mal 2 Positionen. Die Satelliten auf inklinierten Bahnen beschreiben am Himmel scheinbar Achten. Dabei befinden sich immer mindestens 2 Satelliten auf der nördlichen Schleife und mindestens 2 auf der südlichen. Damit ist das Navigationssystem in diesem Bereich der Erde bereits verfügbar, wenn auch die relative Häufung der Satellitenpositionen in einem gewissen Bereich für die Genauigkeit der Positionsbestimmung eher ungünstig ist. Gegenwärtig gibt man eine Ortsungenauigkeit von 25 Metern an (für zivile Signale).

Wie bei den anderen beiden weltweit verfügbaren Navigationssystemen GPS (USA) und GloNaSS (Russland) sollen in Zukunft 3 geneigte Bahnen in Höhen um 20.000 Kilometer den gesamten Globus umfassen, so dass stets weitere Signale von weiter entfernten Positionen in die Berechnungen einfließen können. Damit soll die Genauigkeit auf 10 Meter verbessert werden. Die erste Bahn soll bereits Ende nächsten Jahres besetzt sein.

Wenn es in diesem Tempo weitergeht, so könnte 2015 bereits das komplette System zur Verfügung stehen. Beidou 2A (mittlerer Orbit, MEO) wurde am 12. April 2007 gestartet, Beidou G2 (geostationärer Orbit, GEO) am 15. April 2009 und Beidou IGS1 am 31. Juli 2010. Mit der Inbetriebnahme von Beidou IGS 5 (Start am 1. Dezember 2011) ist die erste Ausbaustufe nun offenbar komplett.

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