Zweite Chance für Galileo-Satelliten
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Autor: Thomas Weyrauch / 30. März 2013, 10:34 Uhr

Erste Charge O3B-Comsats lieferbereit

Der französisch-italienische Satellitenhersteller Thales Alenia Space (TAS) meldete am 28. März 2013, dass die ersten vier Kommunikationssatelliten für O3B Networks (O3B) mit Sitz auf der Kanalinsel Jersey fertiggestellt wurden und bereit für den Transport zum europäischen Startgelände in Französisch-Guayana sind.

Quelle: O3B, TAS
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Thales Alenia Space

Bild vergrößernZwei O3B-Satelliten beim Hersteller.
(Bild: Thales Alenia Space)
Anfang April will TAS die Satelliten auf den Weg von einem Werk bei Rom in Italien Richtung Kourou in Französisch-Guayana bringen. Von dort aus soll dann eine in Russland gebaute Sojus-Rakete die vier beim Start jeweils rund 700 Kilogramm schweren Satelliten in den Weltraum transportieren. Der Start der Rakete in der Version Sojus-STB mit einer Oberstufe vom Typ Fregat-MT und der Arianespace-Flugnummer VS05 in Kourou ist derzeit für den 26. oder 27. Mai 2013 geplant.

Zwei weitere Gruppen aus jeweils vier Satelliten sollen später im Jahr 2013 und im ersten Halbjahr 2014 folgen. Zusammen werden die Raumfahrzeuge eine neue Satellitenkonstellation bilden, die in Umlaufbahnen in mittlerer Höhe, MEO für Medium Earth Orbit genannt, Bindeglieder für Verbindungsstrecken geringer Latenz für Internet- und Kommunikationsdaten bereitstellt.

Die Satelliten werden bei ihren Umkreisungen der Erde rund vier mal näher sein, als es im Geostationären Orbit (GEO) positionierte Erdtrabanten sind. Die kürzere Wegstrecke für Funksignale zwischen der Erde und einem im MEO stationierten Satelliten ermöglicht wegen der resultierenden geringeren Signallaufzeit eine Kommunikation mit weniger Verzögerungen. Kommerziellen Betreibern von Telekommunikationsnetzen und Internetserviceprovidern verspricht O3B Datenübertragungsgeschwindigkeiten, die mit solchen in Glasfasernetzen vergleichbar sind.

Insbesondere für Regionen mit nicht vorhandener oder kaum ausgebauter Netzwerkinfrastruktur am Boden könnten die Satelliten von O3B in rund 8.000 Kilometern über der Erde eine bedeutende Rolle spielen. In diesem Kontext ist auch Namensgebung des Unternehmens zu sehen: O3b steht für "(The) Other 3 Billion", und meint die rund 3 Milliarden Menschen auf der Erde, die aktuell keinen Zugang zum Internet haben.

Auf den Satelliten von O3B kommen Transponder für das Ka-Band zum Einsatz. Pro Satellit werden 12 "duplex Ka-Band communication links" zur Verfügung stehen. Die Verbindung zu vorhandenen Netzen wird über acht sogenannte Gateways am Boden, auch Teleports genannt, hergestellt. Vier dieser Bodenstationen sollen sich künftig auch um die Überwachung und Steuerung der Orbits der Satelliten kümmern. Das zentrale Betriebszentrum für das Netz (network operations center - NOC) von O3B befindet sind in Manassas im US-amerikanischen Bundesstaat Virginia.

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