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Autor: Thomas Weyrauch / 30. September 2013, 12:41 Uhr

Kommunikationssatellit Astra 2E im All

Am 29. September 2013 hob gegen 23:38 Uhr MESZ eine Proton-M-Rakete vom Startplatz 200/39 in Baikonur, Kasachstan ab, um den Kommunikationssatelliten Astra 2E für SES Astra in den Weltraum zu befördern. Der Start wurde von International Launch Services, abgekürzt ILS, durchgeführt, es war die 23. ILS-Proton-Mission für SES.

Quelle: BBC, Chrunitschew. EADS Astrium, ILS, SES
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Chruntischew

Bild vergrößernProton-Start mit Astra 2E
(Bild: Chrunitschew)
Das Abheben der Rakete erfolgte nach Angaben ihres Herstellers um 21:38 Uhr und 10 Sekunden UTC. Nach dem durch fehlerhafte Montagearbeiten an der Rakete verursachten Fiasko im Juli 2013 verlief der Flug der von Chrunitschew in Russland gebauten Proton wieder auf gewohnt zuverlässiger Bahn. Die Trägerrakete verwendete drei mit flüssigem unsymmetrischen Dimetyhlhydrazin (UDMH) und Stickstofftetroxid (N2O4) arbeitende Raketenstufen, um die Orbitaleinheit, bestehend aus der Oberstufe Breeze-M und der Nutzlast - Astra 2E -, auf den Weg zu bringen. Nach rund 9 Minuten und 42 Sekunden Flugzeit wurde die Orbitaleinheit von der dritten Stufe der Proton abgetrennt.

Fünf Brennphasen der auch von Chrunitschew konstruierten und ebenfalls mit UDMH und N2O4 arbeitenden Breeze-M-Oberstufe erfolgten anschließend, und nach neun Stunden und 12 Minuten Flugdauer wurde der nach Angaben von ILS 6.020 Kilogramm schwere dreiachsstabilisierte Satellit schließlich am 30. September 2013 in einem Geotransferorbit ausgesetzt. Den Abbau der Restinklination und die Zirkularisierung für den Geostationären Orbit wird der 17. von Astrium gebaute von einer von ILS vermarketen Proton-Rakete transportierte Satellit mit seinen eigenen Bordtriebwerken vornehmen.

Der mit 60 Ku-Band- sowie 4 Ka-Band-Transpondern ausgerüstete Erdtrabant soll auf einer Position im Bereich zwischen 28,2 und 28,5 Grad Ost im Geostationären Orbit eingesetzt werden, und von dort aus Gebiete in Europa und dem Mittleren Ost adressieren. Die Ka-Band-Transponder erlauben die Versorgung Europas mit Breitbanddiensten. Astra 2E will man unter anderem nutzen, um Kunden via ASTRA2Connect an das Internet anzubinden. Die Ku-Band-Ausrüstung soll es SES u.a. ermöglichen, das Geschäft mit direkt ausgestrahlten Fernsehprogrammen für Großbritannien und Irland auszubauen.

Kunden von SES Astra im europäischen Raum, deren Programme über Astra 2E verbreitet werden können, sind beispielsweise BBC, BSkyB, Channel 5, Channel Four, Discovery, Freesat, ITV, MTV, UK TV und Virgin Media. Der britische öffentlich-rechtliche Sender BBC hat mitgeteilt, sämtliche eigene Programme über den Satelliten Astra 2E verbreiten zu wollen. Dabei könnten sich auf Grund begrenzterer Ausleuchtzonen Empfangsprobleme für BBC-Nutzer ergeben, die bisher mit weniger großen Satellitenantennen BBC ausserhalb der britischen Inseln empfangen können oder konnten. Haushalte in Großbritannien sollen sich dagegen künftig über stärkere Signale freuen dürfen.

Die erwartete Lebensdauer des von EADS Astrium gebauten und auf dem Eurostar-3000-Bus basierenden neuen Satelliten beträgt 15 Jahre. Die maximale Leistungsabgabe seiner Solarpaneele soll nach 15 Jahren noch rund 13 Kilowatt erreichen. Die Spannweite des Satelliten mit ausgefalteten Solarpaneelen beträgt rund 40 Meter.

Astra 2E ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 39285 bzw. als COSPAR-Objekt 2013-056A.

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