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Autor: Axel Nantes / 30. Oktober 2018, 11:47 Uhr

China: Ozeanbeobachtungssatellit CFOSat gestartet

Der in chinesisch-französischer Zusammenarbeit entstandene Ozeanbeobachtungssatellit CFOSat gelangte am 29. Oktober 2018 in den Weltraum. Der Start erfolgte vom Satellitenstartzentrum Jiuquan (Jiuquan Satellite Launch Center, JSLC) in Chinas Autonomer Region Innere Mongolei.

Quelle: CAS, CNES, CGWIC, SCIO, Xinhua
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CGWIC

Bild vergrößernLM-2C-Start vom JSLC am 29. Oktober 2018
(Bild: CGWIC)
Befördert wurde CFOSat zusammen mit einer Anzahl Kleinsatelliten von einer vom chinesischen Institut für Trägerraketenforschung (China Launch Vehicle Technology Research Institute, bzw. China Academy of Launch Vehicle Technology, CALT) entwickelten zweistufigen Rakete des Typs Langer Marsch 2C bzw. Chang Zheng-2C (LM-2C / CZ-2C). Das verwendete Projektil trug die Seriennummer Y22.

Die unter anderem von der chinesischen Akademie der Wissenschaften (Chinese Academy of Sciences, CAS) mehr oder weniger gleichlautend zitierte staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete den 289. Start einer Rakete mit dem Namensbestandteil Langer Marsch insgesamt und berichtete, die Satelliten hätten den vorgesehenen Orbit erreicht.

Der Start erfolgte am 29. Oktober 2018 um 8:43 Uhr und 14 Sekunden Pekinger Zeit, das ist 0:43 Uhr und 14 Sekunden Weltzeit (UTC), vom Satellitenstartzentrum Jiuquan.

CNES

Bild vergrößernGrunddaten von CFOSat
(Bild: CNES)
Nach von der US-amerikanischen Weltraumüberwachung ermittelten Daten gelangten die ins All transportierten Satelliten auf sehr ähnliche, zwischen 97,52 und 97,54 Grad gegen den Erdäquator geneigte Bahnen in Höhen zwischen 510 und 524 Kilometern über der Erde.

Der neue Ozeanbeobachtungssatellit CFOSat dient laut Xinhua der 24-Stunden-Beobachtung des globalen Wellenspektrums, der effektiven Wellenhöhe und des Meeresoberflächenwindfeldes. Die Beobachtungen sollen aus einem annähernd kreisförmigen, sonnensynchronen, 97 Grad gegen den Erdäquator geneigten Arbeitsorbit in durchschnittlich 519 Kilometern über der Erde erfolgen.

CFOSat steht für China-France Oceanography Satellite. Seiner Bezeichnung entsprechend entstand er im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts der nationalen Raumfahrtbehörden Chinas (China National Space Administration, CNSA) und Frankreichs (Centre national d'études spatiales, CNES). Seinen Ausgang hatte das CFOSat-Projekt 2005 in einem Beschluss über die Zusammenarbeit bei zwei Satellitenprojekten - einem für einen Astronomiesatelliten, und einem für einen Ozeanbeobachtungssatelliten.

CNES / CNSA

Bild vergrößernCFOSat - SWIM obenauf, SCAT vorne unter roter Schutzabdeckung
(Bild: CNES / CNSA)
2006 hatten China und Frankreich eine Vereinbarung über die Aufnahme gemeinsamer Arbeiten am CFOSat-Projekt getroffen. Von 2007 bis 2008 wurden im Rahmen der Phase A erforderliche Machbarkeitsstudien durchgeführt. Es folgte von 2009 bis 2010 die Phase B mit der Festlegung vorläufiger Missionsparameter. 2011 beschlossen die beteiligten Länder die Umsetzung des Projekts. In den Phasen C und D von 2011 bis 2016 wurden schließlich detaillierte Entwurfsfestlegungen getroffen, und die Hardware für Testmodelle sowie das Flugmodell des Satelliten gebaut. 2017 erfolgten umfangreiche Tests des Flugmodells. Der Beginn des Regelbetriebs des Satelliten im All ist für 2019 geplant.

CNES

Bild vergrößernFrankreichs SWIM für CFOSat in Peking
(Bild: CNES)
Bodenstationen in China und Frankreich sollen regelmäßig Daten von CFOSat empfangen. China will für das CFOSat-Bodensegment das Satellitenkontrollzentrum Xian, eine Anzahl von Bodenstationen für Telemetrieempfang, Kommandoübertragung und Bahnverfolgung, drei X-Band-Stationen zum Datenempfang in China und ein missionsbezogenes Zentrum zur Datenverarbeitung, Verteilung und Archivierung nutzen.

Frankreich beabsichtigt, X-Band-Stationen im schwedischen Kiruna und im kanadischen Inuvik einzusetzen, ein Zentrum der CNES in Toulouse zur zeitnahen Verarbeitung und Verteilung von Daten zu verwenden und in einer Einrichtung des Französischen Forschungsinstituts für die Nutzung der Meere (L'Institut Français de Recherche pour l'Exploitation de la Mer, Ifremer) in Brest Daten zu verarbeiten, zu verteilen und zu archivieren.

CNES

Bild vergrößernSWIM – Illustration
(Bild: CNES)
CFOSat basiert auf dem chinesischen Satellitenbus CAST2000 der China Academy of Space Technology (CAST) und hatte eine Startmasse von rund 650 Kilogramm. Der Hauptkörper des von der CAST-Tochter DFH Satellite Co. Ltd. gebauten Raumfahrzeugs ist annähernd würfelförmig mit einer Kantenlänge von rund 1,5 Metern. Die Missionsdauer ist auf drei Jahre angesetzt.

Die Ozeanbeobachtungsnutzlast von CFOSat ist mit zwei im Ku-Band arbeitenden Radaranlagen aus China und Frankreich ausgerüstet. Die Anlage aus Frankreich mit einer Masse von rund 100 Kilogramm hat entsprechend ihres Namens Surface Waves Investigation and Monitoring (SWIM) die Aufgabe, Richtung, Höhe und Länge von Wellen auf der Meeresoberfläche zu bestimmen. Das Radar aus China (SCAT) dient der Ermittlung von Windrichtung und Windstärke.

CFOSat entfaltete rund 32 Mnuten nach dem Abheben vom JSLC seine beiden Solarzellenausleger. Anschließend empfangende Telemetrie spricht dafür, dass der neue Erdtrabant den Start gut überstanden hat.

CFOSat ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 43.662 und als COSPAR-Objekt 2018-083A.

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