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Autor: Patrick Schemel / 31. März 2021, 14:52 Uhr

SpaceX: Erneuter Testflug von Starship

Trotz dichtem Nebel in Boca Chica, Texas, startete das US-amerikanische Unternehmen SpaceX am 30. März 2021 um 15 Uhr deutscher Zeit sein Testvehikel Starship SN11 zu einem suborbitalen Flug auf ungefähr 10 Kilometer Höhe. Zur geplanten Landung kam es jedoch nicht.

Quelle: Elon Musk, SpaceNews, SpaceX
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Webcast SpaceX

Bild vergrößernBlick auf die Triebwerke im Heck von SN11 unmittelbar vor dem finalen Bildausfall.
(Bild: Webcast SpaceX)
Der Start selbst verlief, wie schon bei vorangegangenen Flügen, relativ reibungslos, auch die 90-Grad-Wende auf den „Bauch“ und der darauf folgende gesteuerte Rücksturz Richtung Landeplatz glückten. Über die gesamte Dauer des Tests hatte die Liveübertragung immer wieder mit Aussetzern des Videosignals zu kämpfen, 5:49 Minuten nach dem Start ging die Verbindung endgültig verloren, zu einem Zeitpunkt, zu dem SN11 versuchte, seine Triebwerke für das Landemanöver erneut zu zünden. In diversen Liveübertragungen war kurz darauf eine Explosion zu hören, SpaceX selbst spricht auf seiner Website von einem „schnellen außerplanmäßigen Zerlegen“ (rapid unscheduled disassembly, RUD).

Zur konkreten Ursache äußerte sich das Unternehmen bisher nicht, SpaceX-Chef Elon Musk twitterte allerdings wenig später über den Test: Demnach hatte eines der drei Triebwerke Probleme beim Aufstieg und erreichte bei der Wiederzündung zur Landung nicht den vorgesehenen Betriebsdruck, was (wegen des Vorhandenseins zweier weiterer Triebwerke) theoretisch allerdings auch nicht nötig gewesen wäre. Man wolle nun die Fehlerursache analysieren und, falls nötig, den nächsten, verbesserten Prototyp SN15 entsprechend anpassen (der Bau von SN12 bis einschließlich SN14 war nach den Ergebnissen der vorangegangenen Flüge zugunsten der weiterentwickelten Version abgebrochen worden).

Unterdessen tauchten - ebenfalls auf dem Kurznachrichtendienst Twitter - Bilder mutmaßlicher Trümmerstücke von SN11 auf, die in rund acht Kilometern Entfernung zum Start-/Testgelände aufgefunden wurden. Bisher ist noch unklar, ob sich diese eher leichtgewichtigen Teile beim Start, im Flug oder bei der abschließenden Explosion lösten. Da der Fundort außerhalb der vorgegebenen Sperrzone für den Start lag, werden entsprechende Berichte momentan von der für Startgenehmigungen zuständigen Einrichtung, der Bundesluftfahrtbehörde der Vereinigten Staaten (Federal Aviation Administration, FAA), geprüft.

Ursprünglich hatte SpaceX geplant, den Testflug bereits letzte Woche durchzuführen, Probleme mit den Raptor-Triebwerken verhinderten dies jedoch. Nachdem das Unternehmen der Aufsichtsbehörde mitgeteilt hatte, dass auch ein Flug am Montag nicht stattfinden würde, flog der zuständige FAA-Inspektor über das Wochenende nach Hause. Als SpaceX dann am Sonntag die Planungen änderte und am Montag starten wollte, war die FAA zunächst nicht zu erreichen, was dazu führte, dass der für einen Flug vorgeschriebene anwesende Inspektor nicht rechtzeitig für einen Start am Montag vor Ort sein konnte, und so zur Verschiebung auf Dienstag führte.

Für das Starship-Testprogramm war es bereits der vierte Flug in weniger als vier Monaten und der zweite im März 2021, jeweils mit Prototypen in Originalgröße. Alle endeten mit der Zerstörung des jeweiligen Fluggeräts.

Zur Zukunft des Testprogramms
Auch zum weiteren Verlauf des Testprogramms in Südtexas äußerte sich Musk auf Twitter. Demnach ist die kürzlich fertiggestellte Erststufe („Superheavy“) mit der Eigenbezeichnung BN1 lediglich ein Pfadfinder für die Produktion und soll demnächst verschrottet werden. Für die zweite Erststufe, BN2, ist das Ziel, diese (mit montierten Triebwerken) bis Ende April 2021 auf die momentan noch im Bau befindliche orbitale Startrampe zu setzen.

Der nächste Prototyp der Starship-Oberstufe, SN15, solle bereits in wenigen Tagen zur Startrampe gefahren werden und über hunderte Verbesserungen bei Struktur, Triebwerken, Avionik und Software verfügen.

Ferner erklärte Musk, dass bei den Oberstufen ab einschließlich SN20 mit weiteren technischen Änderungen (u.a. vollständiger Hitzeschild, Trennungssystem zur Erststufe) zu rechnen sei, die es diesen auch ermöglichen würde, in einen Orbit zu gelangen.

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